[Spielbericht] Paikea Mission | Die lange Kälte

Rollenspiel

Die verbliebenen Wochen der Schicht laufen ruhig, die Reparaturen werden abgeschlossen. Die Charaktere begeben sich in Kryptostase.

Irgendwann:


Die Charaktere erwachen zu ihrer nächsten Schicht. Es brennt kein Licht. Es ist kalt. Und es ist niemand von der vorigen Crew anwesend.
Auch Nieva kommt zu sich – sie erinnert sich nicht an das, was sie gesehen hat.


Die Umweltkontrollen lassen sich nicht steuern. Die Tür zum Crewbereich ist abgesperrt. Anatolij lässt die Hydraulikflüssigkeit ab, so dass sich die Tür durch vereinte Kräfte aufhebeln lässt.
Auf dem Gang ist nur die rot flackernde Notbeleuchtung an. Anatolij checkt mit dem Spannungsprüfer die Leitungen, die zu den Terminals im Crewbereich führen. Es fließt keine Energie.
Nieva, die nach ihrem Abstecher zu den Sehenden psionische Kräfte entwickelt hat, erzählt davon noch niemandem. Es gelingt ihr aktuell noch nicht, andere Schiffsbereiche durch ihre Fähigkeiten „zu sehen“.
Sie versuchen zum Kommandozentrum zu kommen, weil es dort ein Technikterminal gibt, das per Dynamo betreibbar sein dürfte.
Auf dem Weg dorthin sieht man, dass viele Lampen zerschlagen wurden – irgendetwas muss also vorgefallen sein, dass zu Gewalt führte.
Im Schiff ist es gespenstisch still.


Im Korridor ist ein Ausrüstungsschrank, dessen Inhalt (Werkzeuge etc.) auf dem Boden wild durcheinander liegt.
Die Tür zur Brücke ist einen Spalt offen.
Nicht einmal die Notbeleuchtung brennt auf der Brücke. In einer Raumecke liegt irgendwas auf dem Boden. Es sieht nach einer Schlafmatte und leeren Rationspackungen aus. Die letzten Krümel aus den Packungen sind schon sehr weit verdorben, dh. das alles liegt schon länger dort. Ins Deck hat jemand 52 Linien eingeritzt.
Mykah betätigt die Kurbel für das Not-Terminal. Die Diagnosen laufen. Die Schiffs-KI ist offline.
Das Energielevel des Schiffs liegt bei 3%. Das entspricht den Notstromversorgungssystemen. Der Reaktor ist entweder ausgefallen, oder die Energieübertragung ist ausgefallen. Ein Neustart dieses Fusionsreaktortyps ist ausgesprochen schwierig, wie Anatolij zu Bedenken gibt.

Mykah macht eine Systemabfrage zum Zustand der Kältekapseln. Es gab Ausfälle in mehreren Modulen. 73 000 Kapseln sind ausgefallen, die Insassen dementsprechend tot.

Nieva probiert mit ihren Psi-Kräften, den Reaktor zu sehen. Er ist kalt und dunkel; ausgefallen. Nieva weist die Gruppe darauf hin. Für großes Hinterfragen ihrer merkwürdigen Fähigkeiten fehlt den anderen aktuell die Kraft in der ungünstigen Lage.
Das Team beschließt, zum Reaktor zu gehen. Durch den Ausfall der Magnetbahn wird das recht lange dauern, die Distanz ist groß. Sie statten sich mit Kleidung und Vorräten aus. Als sie sich auf den Weg machen fällt ihnen auf, dass die notfallmäßigen Waffenschränke leer sind. Kein gutes Zeichen.


Bei der Magnetbahnstation wurden Paneele aus den Wänden gerissen. Jemand hat aus den Bänken dort Barrikaden gebaut. Man findet Blutspuren. Viel Blut.
Sie beratschlagen. Bei Tausenden erwachten, planlosen Menschen mit kaputten Schlafkapseln ist großes Chaos denkbar.
Irgendwo aus einem der Gänge hört man einen markerschütternden Schrei.
Die Gruppe geht in Deckung. Sie versuchen langsam durch den Tunnel vorzudringen, ohne Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Nur mit einfachen Werkzeugen bewaffnet rücken sie vor.
Sie können nicht zur nächsten Station vordringen – jemand hat aus Schrott und Metallteilen eine Art Mauer gebaut und alles verschweißt.
Daher schwenken sie auf die Wartungsröhren um und versuchen sich darin fortzubewegen. Es ist kein Durchkommen. Der Tunnel ist verstopft mit menschlichen, verwesten Körpern.
Mykah versucht sich an einer kurzen Analyse. Alle wurden in den Hinterkopf geschossen und danach wahrscheinlich im Tunnel entsorgt. Den Charakteren wird schlecht angesichts dieses Massakers.

Als sie in die Röhre zurückwollen, um einen anderen Wartungstunnel aufzusuchen, hören sie ein verstohlenes Klappern etwa 15 m neben sich. Nach kurzer, leiser Rücksprache versucht Mykah, leise in die entsprechende Richtung ein „Hallo? Wir wollen nichts Böses, wir möchten nur reden.“.
Jemand schreit und bewegt sich schnell auf uns zu. Ein Mann, der ein Metallstück schwingt und auf die Gruppe losrennt. In einem sehr kläglichen Kampf kann der Fremde niedergerungen werden.
Er sei dort auf dem Schiff aufgewacht. Manche seien aber auch auf dem Schiff geboren. In der Röhre sei es gefährlich, dort seien die Jäger, die Menschen töten. Sie seien weiter hinten im Schiff, und sehr gefährlich. Und sie haben jemanden, der ihnen Befehle gibt.
Er habe sich mit anderen bei der Station verbarrikadiert. Stellt sich als John vor.
Sie fragen, ob sie zu seinen Leuten gebracht werden können. Er möchte zunächst eine Nachricht dorthin übermitteln. Er macht dies mittels Morsecode, den er über ein kaputtes Kabel sendet. Anatolij knirscht mit den Zähnen ob des Schiffszustands.


Dann geht John los, und beginnt die Gruppe zu seinen Leuten zu führen, auf den Schienen entlang und durch einen Wartungsschacht.
In einem der Gänge warnt er sie vor Gefahr, alle müssten sehr vorsichtig sein. Eine unbekannte Gravitationsquelle zieht alles in dem Gangabschnitt zur Seite, und es ist ein Kampf, sicher auf die andere Seite des etwa 100 m langen Abschnitts zu kommen. Nach einem verwirrenden Weg kreuz und quer führt er uns durch eine Luke, hinter der wieder rote Notbeleuchtung aktiv ist. Menschen brechen aus den Wartungsschächten, bewaffnet mit kruden Nahkampfwaffen und Gewehren. Die Charaktere sind umstellt. „Ihr habt euch aber Zeit gelassen!“ kommentiert John trocken.


Die Charaktere werden gefangengenommen, entwaffnet, gefesselt und in eine Art großen Wandschrank gesperrt. Sie nutzen diese Zwangspause, um einige Rationen zu verzehren und auszuruhen. Man kann ja gerade sowieso nichts anderes tun, und in der Verfassung zu einer großen Flucht sind sie nach dem Kälteschlaf ohnehin nicht. Schließlich bringt eine Wache die Gruppe zur „Ersten“. Auf dem Weg durch den vorderen Schiffsteil bietet sich ein absonderliches Bild. Es leben dort offensichtlich Menschen, teils mit primitiv anmutenden Waffen wie Speeren und Knüppeln ausgestattet. Andere tragen Gewehre.
Die Schleusen zur Hydroponik (auf der Santiago ist diese naturgemäß deutlich größer als damals auf der Helios, und weist sogar einen flachen Erdboden auf! Bei fachkundigem Betrieb könnte sie rund 2000 Menschen zeitgleich ernähren) sind aufgebrochen worden.

Und zur Überraschung der Gruppe ist dort ein Wald gewachsen. Ein echter Wald. Mit Bäumen, die rund 30 Jahre alt sein dürften. Menschen sitzen an Lagerfeuern und kochen. Auf Feldern wird Ackerbau betrieben. Die Sauerstoffversorgung auf dem Schiff scheint stabil genug, um dem standzuhalten. Mit den Bewachern gemeinsam durchquert die Gruppe die Hydroponik. Sie werden zum Genetiklabor gebracht. Es ist bei weitem nicht mehr so gut in Schuss wie Mykah sich daran erinnert. Die Terminals sind außer Betrieb. Aus der Untersuchungsliege wurde anscheinend ein Bett gemacht. Und auf einen gesprungenen, wandgroßen Monitor ist ein Smiley gemalt worden.


Hinter einem Vorhang kommt eine fluchende, alte Frau hervor. Sie sei „Eins“. Die Gruppe erklärt, dass sie gerade erst aufgewacht sei. Die Frau sagt, das käme immer mal wieder vor, auch Leute, die sich selbst als „Crew“ vorstellen. Manche, die so ankämen, entpuppten sich dann als Spione der Jäger. Diese werden hingerichtet. Es herrsche schon lange Krieg gegen die Jäger. „Eins“ erzählt, ihre Urgroßmutter habe gesagt, sie hätten alle eine lange Reise gemacht und hätten ihr Ziel, die Erde, erreicht. Die Jäger seien früher auch Teil der Crew gewesen, wollten sich aber nicht den allgemeinen Menschenrechten unterwerfen.
Die Magnetbahn markiere mehr oder weniger eine Grenze. Dort sei das Niemandsland, und durch den Krieg ist es dort immer dunkel.
Es sei sehr ungewöhnlich, dass die Gruppe nach dem Erwachen nicht von den Jägern geschnappt worden sei. „Eins“ ist misstrauisch.
Umso beflissener versuchen die Charaktere, ihre Fähigkeiten in Medizin und Reparatur der Systeme anzupreisen, und dass sie gern die Energie wiederherstellen würden.


Was im Gespräch auffällt: Die Menschen hier scheinen nicht zu wissen, dass sie auf einem Raumschiff sind. Sie nennen diesen Ort „Erde“. Es seien schon Kinder hier geboren worden.
Sie arbeiten hart, um zu überleben. Die Jäger dagegen töten und morden und man müsse sie ausschalten.
Ein Energieimpuls fährt durch das Schiff und flackernd erwachen die Bildschirme, nur um kurz darauf wieder auszugehen.
Die Frau erklärt, dass man daran erkennt, dass der neue Morgen gekommen ist. Sie holt ihre Tochter Mira herbei, die die Charaktere herumführen / beaufsichtigen soll.
Mira zeigt kein Interesse an ihnen, wirkt ganz im Gegenteil sehr genervt. Die Gruppe bietet an, bei der Versorgung von Verwundeten zu helfen. Daher werden sie zur Krankenstation gebracht.
Eine der dort liegenden verwundeten Personen kennen sie!
Es ist Dr. Shaw-Fujikawa, die Ehefrau von Helios. Sie ist laut Mira vor einer Woche angekommen, hat alle laut verflucht und beleidigt, woraufhin ein Wachposten sie zu fest auf den Kopf geschlagen habe. Seitdem sei sie bewusstlos.


Mykah organisiert sich einen medizinischen Scanner, den sie im Gegensatz zu den Leuten hier auch verwenden kann. Damit untersucht sie Shaw-Fujikawa. Diese hat eine langsam abklingende Hirnschwellung, die zwar grundlegend behandelt werden kann, aber es wird noch etwas dauern, ehe sie ohne weitere Stimulierung zu sich kommen dürfte. Mykah nutzt die Zeit, um die Gruppe ebenfalls einigen medizinischen Scans zu unterziehen.
Anatolijs Vitalwerte sind im erwartbaren Bereich. Nievas Scan ist dagegen interessanter – ihr Gehirn zeigt eine Anomalie, ein dritter Gehirnlappen hat sich bei ihr ausgebildet. Das erweckt natürlich Interesse, und Nieva berichtet angesichts dessen von ihren neuen Fähigkeiten, die sich seit dem Anfall und ihren Visionen entwickelt haben.
Als sie versucht, sich auf Helios Aufenthaltsort zu konzentrieren und so ihre Fähigkeiten einem aktiven Hirnscan unterziehen zu lassen, sieht sie Fackelschein und zwei Gestalten, die auf dem schwarzen Kubus in dem Helios organische Komponenten ruhen Schach spielen. Dann endet die Vision. Mykah verfolgt auf dem Scanner, wie die Aktivität in dem dritten Hirnlappen förmlich durch die Decke geht und die Neuronen im Dauerfeuer sind.
Danach klingt die Aktivität wieder ab, und Nieva verschnauft etwas.
Mykah entscheidet sich während Nievas Pause, Dr. Shaw-Fujikawa mit stimulierenden Medikamenten zu Bewusstsein zu bringen. Sie muss sich übergeben, hat starke Kopfschmerzen und ist auf gewohnt liebenswürdige Art und Weise am Fluchen. Über die Gruppe, diese Wilden und überhaupt.
Ihres Wissens nach gebe es unten einen Kontrollraum, über den man vielleicht Terminalzugriff erhalten könnte.
Anatolij als Experte für die technischen Aspekte des Schiffs fragt also Mira betont unverdächtig, ob er dorthin könne.


Da unten ist ein Schlafsaal, und Mira scheint mit ihm ganz eigene Pläne zweideutiger Natur zu haben. Anatolij ist ein wenig entsetzt und erstarrt bei der Vorstellung. Nein, keine Option. Nieva versucht ihm zu helfen und sagt, sie wolle ihn begleiten. So gehen sie nun zu dritt nach unten.
Mykah und Dr. Shaw-Fujikawa unterhalten sich derweil. Seine Ehefrau hat versucht, Helios zu wecken. Sie hatte versucht auf ein Terminal zuzugreifen, aber die Leute hier haben sie niedergeschlagen. Mykah berichtet von den bisherigen Erkenntnissen.
Beim Schlafsaal, unten: Mira zieht die Augenbraue hoch, sieht Anatolij und Nieva an, und lässt sie diskret ein wenig im Schlafsaal allein, da sie offensichtlich etwas Zeit zu zweit wünschen. Sie bleibt außerhalb des Vorhangs stehen.
Anatolij ist erleichtert und geht an das Terminal. Gleichzeitig versuchen Nieva und er eine der Coverstory passige Geräuschkulisse aufrechtzuerhalten, so dass Mira keinen Verdacht schöpft. Es ist ein wenig grotesk, aber so wird ächzend und stöhnend die Kurbel für den manuellen Terminalbetrieb gedreht.
Die Informationen, die das Diagnoseterminal bietet, sind:

  • 86% des genetischen Materials der Gendatenbank ist intakt
  • Die Energieversorgung der Hydroponik läuft über nirgends aufgeführte Solarpaneele, es gibt also verwertbares Sonnenlicht
  • Haupt-KI könnte über einen manuellen Reboot gestartet werden, die aktuell verfügbare Energie wäre ausreichend
  • Der Fusionsreaktor könnte laut interner Sensoren betrieben werden. Er ist offensichtlich im Status „Versuchter Neustart“ hängengeblieben, und das seit 792 Jahren. Es gibt regelmäßige kurze Neuzündungen, mit denen der Reaktor versucht den Neustart durchzuführen, was aber nicht gelingt. Der Füllstand entsprechenden Treibstoffs ist im kritischen Bereich, die Gaskollektoren sind kaputt. Die Hauptenergieleitungen an Backbord sind schwer beschädigt, das Schiff wurde vor 800 Jahren (ca. 190 Jahre nachdem die SCs zuletzt schlafen gingen) von etwas getroffen, was zu dem Leistungsabfall des Reaktors führte. Zu dieser Zeit hätte die Santiago bereits bei Deneb sein sollen!
  • Die Lebenserhaltungssysteme auf dem Schiff sind stabil

Die Gruppe benötigt Energie, um die Gaskollektoren mittels Wartungsrobotern zu reparieren. Um im Niemandsland mehr Licht zu haben, wird das Licht bei den Jägern abgeschaltet. Durch eine Umleitung der Energie der Solarpaneele ließe sich der Hilfscomputer starten – dafür gehen kurzzeitig überall an Bord die Lichter aus.
Anatolij tut das, und versucht mittels des Hilfscomputers Helios zu starten, was glücklicherweise gelingt.


Kaum aktiv, macht Helios eine Durchsage für seine Ehefrau und schaltet in der Hydroponik wieder das Licht an. Eine sichtlich zornige Mykah und Dr. Shaw-Fujikawa kommen zum Schlafsaal um zu fragen, was los ist. Die Leute da oben hätten sie umbringen können, als plötzlich das Licht ausging!
Mira ist zu perplex, um die aktuellen Geschehnisse aufzuhalten und hört einfach nur irritiert zu.
Helios und seine Frau kümmern sich um die Schiffssysteme.
Nieva würde gerne die Lebenserhaltung der hinteren Schiffssektion reduzieren, um eine Bewusstlosigkeit unter den Jägern hervorzurufen und den Weg zum Fusionsreaktor zu räumen. Helios nimmt entsprechende Modifikationen vor und reduziert in bestimmten Arealen die Sauerstoffzufuhr. Nieva kann sich mit ihrer Datenbuchse ins System einstöpseln und einen kugelförmigen Wartungsroboter unauffällig durch die hinteren Schiffsbereiche steuern. Mittels Infrarotsicht kann sie die noch wachen Jäger sehen. Bis der Sauerstoffgehalt genug gefallen sein wird, wird es noch dauern.
Sie kann beobachten, wie einige Jäger vor einer Schlafkapsel mit rot blinkenden Anzeigen warten, bis die Kapsel aufgrund eines Fehlers aufspringt. Sie töten die gerade erwachende Person und schleifen den Leichnam weg. Nievas Roboter passiert Schlafbereiche der Jäger, wo menschliche Häute aufgehängt sind. Sie erreicht den Kontrollraum des Reaktors. Auf einem knochenverzierten Stuhl sitzt ein alter Mann, der seine Leute anbrüllt, weil die Luft dünner wird. „Die Jäger sollen sich bereitmachen und Zorn mitnehmen!“.


Nievas Roboter folgt dem Boten des alten Mannes. Dieser begibt sich zu einigen sehr abgerissenen Gestalten, die Waffen bereitmachen und sich gegenseitig förmlich anknurren und anbellen. Dort ist aber noch etwas anderes. Es ist ca. 2,5 m groß, zehnmal so massig wie ein Mensch und dreibeinig. Es hat drei klingenbewehrte Arme und gibt keine Körperwärme ab. Im Gegenteil. Es ist kalt. Sehr kalt.


Mykah warnt Mira, dass die Jäger sich gleich mit „Zorn“ auf den Weg machen werden zum Angriff. Mira fragt, ob die Gruppe einen „Sehenden“ dabeihabe. Mykah weicht dieser Frage aus.
Mira trommelt ihre Leute zum Krieg zusammen.


Derweil kontaktiert Helios Nieva unbemerkt von den anderen auf einem privaten Kanal.
Der Neustart des Reaktors führt zu einem Gammablitz, der im Bereich von 2-3 km alle Leute außerhalb der Kapseln töten wird. Nieva entscheidet, dass sie bereit ist, das in Kauf zu nehmen. Sie informiert die anderen nicht darüber. In dem Areal sind außerhalb der Kapseln nur Jäger.
Der Weg zum Kontrollfeld ist frei. Ihr Roboter betätigt die Tastatur – der Reaktor springt an, und mit ihm gehen die Lichter im gesamten Schiff an. Anatolij sieht mit Entsetzen auf den nun aktiven Schiffssensoren, wie eine Gammastrahlungsemission sich Bahn bricht, und die Jäger sterben. Ihre Lebenszeichen auf den Sensoren enden abrupt. Anatolij ist erschüttert, denn trotz allem waren sie immer noch Menschen.
Nur die fremde Kreatur lebt noch, wird aber langsamer und langsamer, ehe sie zu einem feinen schwarzen Staub zerfällt. Nieva saugt mit dem Roboter diese Rückstände auf, um eine Kontamination des Schiffs zu vermeiden.
Sie erkennt: Dieser Staub, das sind Naniten. Genau dasselbe, was die Erde angegriffen hat, was die Sehenden ihr gezeigt hatten. Nieva versucht, der Gruppe das begreiflich zu machen.


These: Der Planetoid war ein gezielter Angriff auf die Erde. Und der Angriff auf die Santiago war ebenfalls ein genauso gezielter Angriff.
Nieva programmiert den Roboter, so dass er aus der Luftschleuse austritt und Kurs auf die Sonne Deneb nimmt, um seine gefährliche Fracht so zu vernichten. Das wird allerdings lange dauern.


Die Santiago wird noch einige Zeit bis zum Ziel brauchen, Deneb ist aber schon sichtbar.
Es werden viele der verbliebenen Flugteams geweckt, um das Schiff zu reparieren. Die Hälfte der Flugteams ist nicht mehr da.


Es lässt sich rekonstruieren, was vor 800 Jahren geschehen war:
Das Schiff war von einem Kometen getroffen worden, der zu schwarzem Staub zerfiel. Die aktive Crew weckte weitere Teams zur Reparatur. Sie versuchten, den Reaktor neuzustarten. Ein unerwarteter Gammablitz tötete fast alle wachen Flugteammitglieder. Die Verbliebenen weckten nun auch entsprechend ausgebildete Passagiere. Durch Probleme mit den Schlafkapseln konnten alle aktuell wachen Personen nicht mehr in Kryptostase gelegt werden. So blieben sie wach, rund 30 Jahre, bis das Strahlungsniveau weit genug gefallen war, um den Reboot vorzunehmen. Sie warteten jahrzehntelang, um dann den Neustart zu initiieren. Auch diesmal gab es einen Gammablitz. Und sie starben, alle.
Die Hilfs-KIs fielen aus. Durch Energieschwankungen wachten in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder vereinzelt Leute auf.

Ein düsteres Szenario, das sehr bedrückend für die Überlebenden ist – sich auszumalen, wie diese Crewmitglieder jahrzehntelang warteten um sich um den Reaktor zu kümmern, nur um dann auch zu sterben.

Die verbliebenen Flugteams reparieren die Santiago, und die Reise wird fortgesetzt. Es sind noch ca. 40 Leute von den Teams am Leben.
Die ca. 100 Menschen, die an Bord geboren wurden, werden in Kammern gebracht und schlafengelegt. Um ihre Resozialisierung will man sich später kümmern.
Die weitere Reise verläuft nach diesem knapp 800-jährigen Stopp nach Plan.
Die Familien der SCs leben einer kurzen Überprüfung zufolge noch.

Die Reise wird noch ca. einen Monat dauern. Dann erreichen sie Unity, ihre neue Heimatwelt.
Erkundungssonden und Roboterdrohnen beginnen mit dem Aufbau der Kolonien.

Neue Karte – Prag in der mittelalterlichen World of Darkness

Rollenspiel

Ich durfte eine Karte für eine Vampire-Kampagne anfertigen, und freue mich, sie hier präsentieren:

Das mittelalterliche Prag in der alternativen Geschichte der World of Darkness.

Sie ist wie üblich im Campaign Cartographer angefertigt, und basiert auf diversen Karten zur Stadt Prag.

Die entsprechende Runde wird demnächst auf dem Channel von Mondschatten2010 bei Youtube und Twitch online zu sehen sein, also schaut ruhig rein!

[Spielbericht] Paikea-Mission | Besucher und ein gewagtes Manöver

Rollenspiel

 [Es ist 5 Tage vor der Hypernova bei Wolf 359]

Die Charaktere überlegen, wie sie mehr über den blinden Passagier ohne Erinnerung erfahren können. Unbekannte, geheime Schiffsareale gibt es ihres Wissens nach nicht. Es gab vor der Sichtung zudem keinen Hinweis darauf, dass er vorher schon Sauerstoff verbraucht hatte. Was sie bei ihrer ausufernden Recherche und Suche nach genetischen Übereinstimmung zusätzlich herausfinden: „Mensch“, von der Ringwelt, ist nicht an Bord – zumindest finden sie keine auf sie hindeutenden Daten.

In Bezug auf den blinden Passagier: Die Person war in einem (von außen) zugeschraubten Wartungsschacht. Da Helios vor uns Dienst hatte, ist unwahrscheinlich, dass der Fremde von jemandem dort eingeschlossen wurde. Die Charaktere suchen die Krankenstation auf und sehen wieder nach der Person. Er schläft, ist nach wie vor fixiert. Vitalwerte unauffällig. Sie lassen ihn schlafen.

Durch die regulären Schiffs-KIs (nicht Helios, der ist aktuell in Stase um seine organischen Komponenten zu schonen, da diese ja auch einem Alterungsprozess unterliegen) erhalten sie einen Alarm. Es gab einen Stromabfall in einer der Schlafkammern. Keine Verluste, der Strom ist wiederhergestellt worden. Anatolij ortet den Ort, von wo die Störung ausging – er möchte sich das näher ansehen, um Probleme mit den Schlafkammern zu vermeiden. Eine über einem Wartungsschacht positionierte Computerkonsole ist durchgeschmort. Sie öffnen den verschraubten Wartungsschacht. Dort ist erneut eine bewusstlose Person – und sie sieht exakt aus wie der erste blinde Passagier. Er ist körperlich etwas weniger mitgenommen als der andere.

Die Konsole ist durch eine nur für Sekundenbruchteile vorliegende elektromagnetische Strahlung beschädigt worden. Genau wie die Kameras beim Fundort der ersten Person. Elektromagnetische Strahlung sowie andere Arten von Strahlung sollten durch die fortschrittliche Mu-Metall-Beschichtung der Schiffstechnik eigentlich abgeschirmt werden. Merkwürdig.

Anatolij repariert die durchgeschmorte Konsole, und dann bringen sie Person B zur Krankenstation. Person A schläft nach wie vor. Medizinische Checks zeigen: Beide Personen sind genetisch nicht identisch, sie sehen nur optisch gleich aus. Ihr Genom unterscheidet sich. Person B ist genauso „frisch“ und ohne körperliche Abnutzungserscheinungen.

Der durch Nieva inzwischen programmierte Alarm zu elektromagnetischen Entladungen an Bord des Schiffes schlägt aus. Die Gruppe sieht nach, diesmal sind es drei optisch identische Personen, die auf dem Kommandodeck aufgetaucht sind. Direkt auf der Brücke. Einer ist bei Bewusstsein und versucht sich an einer Konsole hochzuziehen, ehe er umkippt.

Check der Kameras: Normales Bild, kurzer EMP und dann Ausfall, und auf dem nächsten Bild sind die drei da. Allmählich wird es bedrohlich, wer weiß wo die nächsten Gestalten auftauchen? Die Charaktere sind überfordert und wecken in ihrer Verzweiflung Helios. Dieser ist nicht begeistert über die unplanmäßige Weckung, die seine Lebenszeit verkürzt. Ihm wird die Situation und die einhergehende Dringlichkeit geschildert. Helios/ Dr. Fujikawa kann sich das auch nicht erklären. „Es ist Magie!“. Etwas, was er häufiger sagt, um Anatolij zu ärgern, der für alles die akkurate wissenschaftliche Erklärung möchte.

Mykah will die Neuankömmlinge befragen. Person C, derjenige, der bei der Ankunft kurz bei Bewusstsein war ehe er umfiel, wird geweckt und befragt. Er weiß, dass er sich an Bord eines Raumschiffs befindet. Er sagt, er sei an Bord gegangen, schwierig zu sagen wann. Er sei bei der passenden Gelegenheit an Bord gegangen. Es scheint ihm schwerzufallen, das zu formulieren. Mental ist er allerdings voll da, wie Gehirnscans zeigen. Seine letzte Erinnerung bevor er an Bord ging ist Angst, sie seien auf der Flucht gewesen. Seine Leute seien mit auf der Flucht gewesen, weil ihre Heimat zerstört wurde. Ihre Heimat wurde angegriffen. Er wird gefragt, ob sie immer schon so aussahen . Das kann er nicht sagen. Er kann nichts zur Beschaffenheit seiner Heimat sagen. Fragen nach seinem Beruf kann er nicht in Worte fassen. Sie seien an Bord gereist. Sie seien zu siebt gewesen. Zwei seien zuerst zum Auskundschaften des Wegs aufgebrochen, und dann der Rest.

Die Charaktere gehen kurz raus.  Sie stehen vor dem Problem, dass es keine zusätzlichen Stasekapseln gibt. Nur Ersatzteile für die Bestehenden. Es gibt die Idee, die Schichten der Flugteams zu verlängern, so dass die zusätzlichen Wesen untergebracht werden können. Helios müsste das freigeben, er hat die Befugnisse dazu, und wolle sich das überlegen.

Derweil erklingt ein weiterer Eindringlingsalarm, eine Person bei Bewusstsein in der Hydroponik. Er spürt die anderen seiner Art. Die Charaktere eskortieren ihn zur Krankenstation. Er sagt, dass ihre Heimat zerstört wurde. Er verweigert die Fixierung auf der Krankenstation, so dass er in einem Quarantäneraum untergebracht wird. Der Raum wird von den Schiffssystemen isoliert, und mit Betten usw. ausstaffiert. Die Personen werden alle dorthin gebracht.

Dann beginnen die Charakttere mit den Vorbereitungen, da bald die Hypernova / der Collapsar erreicht sein wird, dessen Schockwelle das Schiff auf den finalen Kurs setzen soll und von deren Energieausstoß die Santiago profitieren soll. Laut der Berechnungen. Die Charaktere kümmern sich mehrere Tage lang um die Wartungen. Jedes Kabel muss korrekt isoliert sein, jede Sicherung funktionieren, jede Verschraubung fest sitzen. Das Schiff muss in perfektem Zustand sein, um dieser kommenden Belastung standzuhalten.

Es sind noch 24 h bis zum berechneten Zielpunkt im weiten Umkreis der Hypernova. Die Santiago ist schon nah genug, um dann mit der Schockwelle zu reiten. Die Personen in der Isolation kontaktieren die Gruppe, die daraufhin zu ihrem Aufenthaltsraum geht. Sie sagen, dass sie sich wieder teilweise an etwas erinnern. Sie wissen wo sie sind und wer sie sind. Sie seien in 23 unserer Stunden an dem Ort und der Zeit, wo sie sein sollten. Sie müssen an diesem Ort sein, sie brauchen diesen Ort um an ihr Ziel zu kommen. Sie verlassen dann das Schiff. Sie könnten dieses durch die Luftschleusen verlassen. Am besten genau dann, wenn die Schockwelle die Santiago trifft. Das Schiff sollte dem standhalten können.

Ihr Anführer/Sprecher kann nun besser beschreiben, was vorgefallen ist. Ein Angreifer habe ihre Heimat zerstört. Vielleicht eine Lebensform. Auf jeden Fall intelligent. Er zeigt auf einer Sternenkarte ein ausgedehntes Areal, woher sie stammen – es ist sehr weit entfernt, und nicht nahe dem Ziel der Santiago im Denebsystem. Die Angreifer waren Maschinen, und sie wissen nicht, warum sie angegriffen wurden. Sie waren wegen der weiten Reise erschöpft und haben kurz auf unserem Schiff zum Verschnaufen Rast gemacht. Sie haben sich vom Aussehen temporär an die Menschen angepasst.

Als Mykah erzählt, dass ein schnell beschleunigter Planetoid die Erde zerstört hat, reagieren sie – ähnlich war es bei ihrer Heimat. Sie hatten mehrere Jahrzehnte vorher den Planetoiden geortet und versucht ihn zu erforschen, aber konnten die Vernichtung ihrer Heimat nicht verhindern. Ein sehr metallhaltiger Planetoid, der in der oberen Atmosphärenschicht aufplatzte. Die Nanitenmaschinen aus dem aufplatzenden Planetoiden replizierten sich und griffen sie an, während die oberste Atmosphäreschicht brannte. Sie bauten die Ressourcen des Planeten (primär Metalle) ab, um sich zu vermehren. Nach einigen hundert Jahren konnten sie eine kleine Gruppe (sie selbst) auf die Flucht schicken.

Die Charaktere nutzen die rückwärtig gerichteten Teleskope, um ein Bild der Erde zu erhalten – vielleicht ist dort Ähnliches vorgefallen. Die Atmosphäre brennt nicht mehr. Das Weltenschiff der Nakalim hat seine Position verändert, es ist dicht am Mars, nicht mehr auf dem geplanten Kurs. Die Crew schickt eine Botschaft in Richtung Mars, die in etwa 80 Jahren ankommen sollte.

Nieva schließt die Augen. Die Welt brennt nicht mehr und sie hört keine Schreie. Sie sieht die Erdoberfläche, überzogen von schwarzen, großen Flächen. Es gibt auch noch Landmassen, Grün, Polkappen. Sie erzählt den anderen davon. Es ist unklar, ob sie die Realität so wahrnimmt, oder ob das mehr im Bereich der Suggestion ist. Mykah findet dies zutiefst faszinierend.

Die Zeit ist gekommen. Die Gravitationskräfte beim Kollapsar zerreißen beinah das Schiff. Die Beschädigungen bewegen sich im erwarteten Bereich. Die Terminals flackern vor Sensormeldungen. Die Reisenden haben sich zur Luftschleuse begeben, um ihre Reise fortzusetzen. In wenigen Minuten wird dieser rote Riese, Wolf 359, explodieren.

Die Charaktere sehen, wie er beginnt in sich zusammenzufallen, ehe es zu einem explosionsartigen Ausstoß seiner Masse kommt. Ein unbeschreiblicher Anblick, noch nie aus derartiger Nähe beobachtet. Die Druckwelle erfasst und beschleunigt das Schiff. Dank des Gravitationsantriebs der Santiago lässt sich dies soweit ausgleichen/nutzen, dass es das Schiff zumindest nicht zerstört.

Es gibt deutliche Beschädigungen. Eins der Frachtlager ist aufgerissen und zum Weltraum hin offen. Die Krankenstation ist zur Hälfte zerstört. Einige Teleskope und Antennen sind zerstört und in der Hydroponik brennt es. Keine Verluste in den Schlafkammern. Die Schäden sind weitaus niedriger, als nach den Berechnungen. Das Manöver ist glimpflich verlaufen.

Die Reisenden sind fort, sie sind einfach aus der Luftschleuse gegangen, inmitten der Schockwelle.

Das Flugteam versucht sich wieder zu sammeln und die Schadensberichte zu analysieren.

Die Santiago wird von einem riesigen Datenstrom aus unbekannter Quelle getroffen – vielleicht ein Geschenk der Reisenden. Daten zu Physik, Astrophysik, Biologie, Chemie, Medizin sowie technische Baupläne für fortschrittliche Maschinen zur Fortbewegung und weiteres. Die Sternenkarten die dabei empfangen wurden, reichen rund 5000 Lichtjahre weit. Eine unglaubliche Menge an Daten! Die medizinische Daten beinhalten Informationen über eine nichthumanoide Spezies, kugelförmig und mit sehr langen Tentakeln und einem Sinnesorganschlitz, der vertikal über ihre gesamte Oberfläche verläuft. So scheinen die Gäste also in Wirklichkeit auszusehen.

Die Charaktere wollen sich die Beschädigungen des Schiffes nach der Sichtung der Daten anschauen und sie reparieren, Anatolij steht in den Startlöchern. In diesem Moment bricht Nieva zusammen. Ein medizinischer Notfall, ihre Hirnaktivität ist viel zu hoch, ihr Gehirn könnte geradezu durchbrennen. Mykah versucht sie zunächst in einer Kryptokammer zu stabilisieren. Es gelingt – die Lebensdaten stabilisieren sich und die Hirnaktivität steigt zumindest nicht mehr weiter an. Anatolij kümmert sich derweil um die Reparatur des Materiallagers.

Um Nieva herum weht ein muffiger Wind. Es ist dunkel. Sie beginnt umher zu tasten, aber da ist nichts um sie herum, lediglich der Boden unter ihr. Der Boden ist trocken und warm, rau. Sie tastet sich über den Boden voran. Sie findet nirgends Wände oder geografische Merkmale. Auf ihr „Hallo?“ hört sie ganz in der Ferne eine Stimme, kann aber nicht ausmachen, was diese sagt. Auch aus einer anderen Richtung hört sie eine unverständliche Stimme. Nieva bewegt sich auf eine der Stimmen zu. Es werden mehr Stimmen um sie herum, alle weit entfernt und unverständlich. Gefühlt ist Nieva schon seit Wochen dort. Sie hat keinen Hunger und keinen Durst.

Stimmen direkt neben ihr, ganz nah. Aber sie kann nichts um sich ertasten, obwohl sie das Gefühl hat, dass dort etwas ist. Viele Dinge. Ihre eigene Stimme antwortet mit einem „Hallo?“. Nieva fragt, wer da ist. Im Gegenzug wird sie befragt, wer sie ist und was sie hier tut. Sie antwortet und fragt, was die Wesen tun. „Wir sehen.“ Und sie sagen, Nieva würde hier kein Licht brauchen, um zu sehen. Und mit etwas Anstrengung sieht Nieva. Sie sieht eine dunkle Ebene. Die Präsenzen fordern sie auf, genauer zu sehen.

Derweil bei der Schlafkapsel, Mykah zu Anatolij: „Sie sieht im Schlaf so friedlich aus. Sie lächelt!“ Anatolij: „Bist du sicher dass das kein Zähnefletschen ist?“

Nieva versucht sich derweil auf die Präsenzen um sie herum zu konzentrieren. Sie sieht etwas undeutliches, zu fremdartig für den menschlichen Geist. Gestalten. Sie sagen, Nieva habe sich selbst hierhergebracht. Sie haben sie auf dem Raumschiff gesehen. Nieva wird allmählich gereizt, und versucht sich zu konzentrieren. Sie sieht durch den Boden unter sich die Santiago auf der Reise durchs All. „Ich sehe. Warum?!“ Sie kann förmlich durch das Schiff hindurch sehen, sieht auch ihren Körper. Die Wesen: „Du bist hier. Das ist dein Körper. Aber du bist hier. Es gibt kein hier wo du bist.“ Nieva fragt, ob sie tot sei. Die Stimme mit der sie redet antwortet belustigt, und verneint dies. Nieva kann sehen, was dazu geführt hat, dass sie in die Kapsel kam. Dann versucht sie, sich auf die Erde zu konzentrieren, um zu sehen was dort passiert ist.

Als die Atmosphäre brannte, erlosch das Feuer und die überlebenden Menschen sahen, wie merkwürdig geformte geometrische Objekte in allen Größen und Variationen dabei waren, den Planeten abzubauen. Die Maschinen griffen an. Es gibt Krieg zwischen den Überlebenden und den geometrischen Dingen. Bei den Menschen sind auch nichtmenschliche Wesen. Nakalim, die den Menschen helfen. Das Weltenschiff ist immer noch beim Asteroidengürtel, und die Marsstadt ist deutlich gewachsen.

Nieva fragt, wer die Wesen um sie herum sind. „Die Sehenden. Du wurdest berührt, so dass du sehen kannst.“ Als Nieva fragt, wie sie in ihren Körper kommen könne, sagt die Wesenheit, sie solle hinsehen. Und als sie sich erneut auf ihren Körper konzentriert, ist sie wieder zurück in sich. Und in Kryptostase.

[Spielbericht] BIOHAZARD – Black Jack

Rollenspiel

„Obwohl alles verloren scheint, gibt es einen letzten Trumpf, doch dieser erfordert eine schwere Entscheidung.“

Die Gruppe ist mit Dr. Krieger zurück nach Hope gereist. Dort gibt es schlechte Nachrichten:

Die Redding-Linie ist gefallen. Die Verluste sind extrem, die Truppen des Freistaats sind schwer dezimiert worden, nur 27 Personen haben es von diesem Frontabschnitt zurück geschafft. Der Hauptteil des Schwarms befindet sich nördlich von Redding. Nicht mehr weit von dem Lager mit den Gefangenen im Bergwerk. Dem Zombie-Köder der Armee.

Captain Stone ist zum Glück zurück – sie plant gerade mit ihren Offizieren, wie es weitergehen soll, und schließt sich auch mit der Gruppe kurz – insbesondere Jayden.

Beths Satellitentelefon gibt laut. Fontana – sie möchte Beth erpressen, droht Amberly etwas anzutun. Sie wisse, wer seit Kurzem beim Freistaat sei. Krieger. Beth solle die Medizinerin ermorden. Sie bricht das Gespräch ab, um das mit den anderen zu besprechen.

Die Charaktere sind nicht bereit, das zu tun. Zumal Beth anmerkt, dass es keinerlei Sicherheiten gebe, dass Amberly dann wirklich freigelassen oder geschont würde.

Die Gruppe entscheidet, sich auf die Sicherheitszone und die Befreiung der Gefangenen zu fokussieren. Jedes Leben das man so retten kann, ist unglaublich kostbar in diesen Zeiten.

Colonel Ramirez erklärt allen den Ernst der Lage, und was die Gruppe für Codes erhalten hat. Er sucht Freiwillige, die bereit sind, die Zündvorrichtung nach Redding zu bringen, und sobald die Stadt von Infizierten wimmelt zu zünden, um den Orbitalschlag zu ihrer Position zu lenken. Captain Stone meldet sich als erste. „Es ist meine Verantwortung, das durchzuziehen.“

Chayo meldet sich ebenfalls. Was hat sie noch zu verlieren. Miguel, ihr alter Mentor und Freund aus Kartellzeiten meldet sich ebenfalls, genau wie Bella, eine Mechanikerin aus Stones Team.

Jayden ist strikt gegen den Plan. Er ist nicht einverstanden damit, dass Chayo geht – und dass Mara Stone geht, damit ist er noch viel weniger einverstanden.

Chayo gesteht schließlich ein: „Ich hab keine zwei Tage mehr, dann geh ich drauf. Und bevor ich hier sterbe, mach ich das lieber so.“ – dann entfernt sie sich,  um ihre Abschiedsbriefe zu schreiben.

Jayden ist entsetzt. Er wendet sich an Captain Stone. Sie gehen beiseite, unterhalten sich. Er bittet sie inständig, wegen ihrer beider Sohn, zu bleiben. Sie umarmt ihn, und sagt, dass er sich nun um den Kleinen kümmern muss. Und er bloß keinen Scheiß bauen soll, ihr nachkommen oder so ein Mist. Er muss überleben, für ihr gemeinsames Kind.

Beth erhält einen erneuten Anruf von Fontana. Da Dr. Krieger noch lebt, werde Amberly ein Auge verlieren. Man hört Schreie. Die Verbindung bricht ab.

Zwischenspiel, künftige Szene, Jahrzehnte in der Zukunft:

Die Reporter sind bereit. Die US-Flagge mit den 13 Sternen weht. Hunderte, sogar Tausende Menschen haben sich versammelt. Alle wichtigen Würdenträger:innen sind da. Unter den Zuschauer:innen vor dem Podium sind auch junge Leute, im Alter von 14-16 Jahren.

Die Präsidentin Barclay tritt ans Pult. Kate Barclay. Sie ist deutlich älter; aber ihre schnodderige Art, für die das Volk sie liebt, hat sie immer noch. Sie schnippt ein paar Mal gegen das Mikro. „Funktioniert der Scheiß überhaupt? Gut!“. Sie beginnt damit, eine Rede zu halten. Alle Absolvent:innen, die junge, frische Generation, werden einen Auftrag erhalten. Aber vorher möchte sie eine Geschichte erzählen.

Die Geschichte, wie sie starb.

Chayo geht zu Kate um sich zu verabschieden. Die reinigt ihre Waffen. Chayo versucht sie anzusprechen, aber Kate schaut nicht mal auf, reagiert kaum. Die ehemalige Sicaria gibt auf, geht in das gemeinsame Haus, wo sie Kate einen Abschiedsbrief hinlegt. In Chayos spartanisch eingerichtetem, kaum bewohnt wirkenden Zimmer findet sie einen Zettel. Kate hat ein Bild von zwei Strichfiguren gezeichnet, die sich im Arm halten. Sie läuft raus, geht zu Kate die sich mit emotionalen Szenen schwertut, und nimmt sie in den Arm. Sie verabschiedet sich.

Auch Jayden und Beth drückt sie einen Brief in die Hand. „Für später.“

Die weiteren Planungen sehen vor, dass Kate und Melody für verstreute Miliz-Zellen sorgen, die alles mit Fallen versehen. Wenn Hope untergeht, dann sollen die Gegner wenigstens leiden!

Beth und Jayden reden mit einem übergelaufenen Sergeant der Army, Tyrese Hollister, der helfen soll, die Soldat:innen bei der Sicherheitszone von der Freilassung der Gefangenen zu überzeugen. Der Pilot Raul Amado ist ebenfalls bereit, das Unterfangen zu unterstützen.

Zunächst brechen alle gemeinsam auf. Die Zeit drängt, und sie fahren so schnell es möglich ist.

Bei der Sicherheitszone stellt das Kommando fest, dass der Zugangstunnel zugemauert wurde. Es gibt überall Sprengfallen. Selbst mit kontrollierten Sprengungen ist es mühsam, sich durch das mehrschichtige Mauerwerk zu arbeiten. Der Schwarm wird bald eintreffen.

Daher machen Captain Stone, Chayo, Miguel und die Mechanikerin sich auf den Weg, um in Redding eine hohe Position zu finden, von der aus sie das Signal senden können.

Sie finden ein Hochhaus, kämpfen sich nach oben und präparieren das Treppenhaus mit Sprengsätzen, so dass keine Infizierten hinter ihnen nach oben kommen.

Jayden, Beth, der Sergeant und  Amado arbeiten sich weiter durch das Gestein.

Als sie weit genug in die Anlage kommen, finden sie Soldat:innen. Tot. Sie haben sich erschossen.

Die Zivilist:innen wurden betäubt, was die Rettung erschwert. Es wird nur noch Minuten dauern, bis der Schwarm zu nah für eine Flucht ist. Sie transportieren so viele Menschen wie möglich nach draußen, wo ein Evakuierungskonvoi bereitsteht – diesen hat Kate auf die Beine gestellt, und auch einen der Wagen gefahren.

Beth findet Unterlagen, aus denen hervorgeht, dass 1000 Personen in dem Komplex sind. Nach einem vollständigen Eindringen des Schwarms soll ein Sensor ein explosives Aerosol auslösen, um das Bergwerk in die Luft zu jagen, mit allem was sich darin befindet.

Die Zeit rennt trotz fieberhafter Anstrengungen davon. Hundert Menschen konnten zum Konvoi geschafft werden. Für mehr reicht die Zeit nicht. Jayden und Beth gehen davon aus, dass das Bergwerk eine Chance haben könnte, den Orbitalschlag auf Redding zu überstehen. Vielleicht. Beth will den Eingang so zum Einsturz bringen, dass das Bergwerk abgeschlossen ist, man den Schutt aber bei der Bergung wegräumen können wird. Sie kümmert sich darum.

Dann fährt der Konvoi wie von Teufeln gejagt davon, nach Süden, weg von Redding.

Miguel und Bella sind im Treppenhaus geblieben, um Infizierte abzuwehren, die trotz aller Vorsichtsmaßnahmen hinterherklettern. Captain Stone und Chayo stehen auf dem Dach des Gebäudes. Wohin man um sich sieht, der gesamte Boden soweit ihr Blick reicht, ist voll von Infizierten. Die Schreie aus Millionen von Kehlen bringen die beiden fast zum Schwanken.

Sie betätigen den Knopf, fassen sich bei den Händen und blicken nach oben. Captain Stone hat ihren Galgenhumor bis zuletzt behalten. „Oh, ich glaube ich habe vergessen den Herd auszuschalten.“.

Die Raketen schlagen ein und alles wird Feuer.

Der Konvoi fährt mit Vollgas, während alles hinter ihnen in einen Feuersturm gehüllt wird. Die Druckwellen der Einschläge und die heiße Rauchwolke schießen ihnen hinterher. Kate rollt eine Träne die Wange hinab. Beth und Jayden trauern – sie sind erschüttert.

Sie bringen immer mehr Strecke zwischen sich und Redding. Schließlich ist kein Feuer mehr um sie. Infizierte, an denen sie vorbeikommen, sind tot. Offensichtlich hat die Zerstörung des Schwarms all seine weiter entfernten Drohnen ebenfalls vernichtet. Im Umkreis von Hunderten Meilen sind die Schwarmdrohnen gestorben – und andere Infizierte werden das Gebiet für längere Zeit meiden.

In der folgenden Zeit gelingt es, noch etwa 800 Menschen aus dem Bergwerk zu retten; darunter sind unter anderem Herbert Smith und Mr. Bowden, zwei Bekannte von Jayden.

Nach einiger Zeit legt sich das Feuer. Nordkalifornien ist verbrannt, von Redding und dem Umland ist nichts übrig geblieben als Asche und Schlacke.

Es gründen sich neue kleine Siedlungen von Überlebenden aus dem Bergwerk sowie aus Portland.

Hope wächst und gedeiht.

Vom Oroville Staudamm kommt ein Army-Konvoi mit weißer Flagge. Ein Colonel (der zweite Soldat, der mit Snyder bei Hope vorbeigekommen war und später beim Staudamm gelandet war) ist nach den letzten Ereignissen mit Teilen der Truppe desertiert. Sie werden am Staudamm weiter ihr eigenes Ding machen, aber sehen keinen Grund für Feindseligkeiten und Konflikte, und beliefern die Region auch weiter mit Strom.

Commander Fontana ist mit der Spezialeinheit weggeflogen. Es ist unklar wohin, aber sie bleibt eine Bedrohung. Vielleicht hat sie sich zum Cheyenne Mountain zurückgezogen.

Aber insgesamt läuft das Leben in Hope weiter.

Der Kalifornische Freistaat baut die Eisenbahnverbindungen in der Region um Hope aus.

Dr. Krieger geht zurück nach Portland.

Kate und Melody kommen sich so langsam näher.

Sergeant Brown wird wieder in den Rat gewählt.

Es wird entschieden, ein Standbild der Märtyrer:innen von Hope zu errichten.

Nach einem halben Jahr taucht ganz unerwartet und unverhofft der ausgemergelte, fast nicht mehr erkennbare Miguel nach Hope. Er berichtet, dass er Bella nachdem sie infiziert wurde erschoss und das Treppenhaus sprengte. Als das Gebäude kollabierte, hatte er sich zum Glück in den Keller geflüchtet, und wie durch ein Wunder wurde er nicht unwiederbringlich unter Tonnen von Gestein begraben. Als er u sich kam, wanderte er lange Zeit orientierungslos durch die Asche. Und nun ist er wieder da.

Beth, Jayden und Kate wollen sich auf den Weg machen, um weitere Informationen über Amberlys Aufenthaltsort zu finden.

Derweil, anderswo:

6 Monate zuvor:

Leute wühlen sich durch die Ruinen von Redding. Sie tragen Armeesachen. Sie finden unter Trümmern begraben eine schwer entstellte und bis auf die Knochen verbrannte Gestalt – Chayo.

Da ist nahezu kein Leben mehr in dem Körper, aber sie wollen Informationen und nehmen sie daher mit. Ihr Anführer hat ein Auge für Underdogs und möchte die medizinischen Anlagen auf eine Probe stellen.

3 Monate zuvor:

Chayo öffnet die Augen, sie ist in einem Krankenzimmer. Sie kann sich an nichts erinnern, ist vollkommen desorientiert, hat schreckliche Schmerzen und kann nicht sprechen. Medizinisches Personal betäubt sie. Sie bleibt weiter im künstlichen Koma.

2 Monate zuvor:

Chayo wird wach, im Krankenzimmer. Das letzte, an das sie sich erinnert, ist Feuer.

Es dauert, bis Erinnerungen an den Zombieausbruch in San Francisco hochkommen. Die Zeit danach bleibt verschwommen.

Ein Arzt spricht mit ihr, zeigt ihr in einem Spiegel ihr Gesicht. Es ist von Brandnarben überzogen, und ihr linkes Auge fehlt. Auch ihr Körper ist voller Brandnarben, und der linke Arm endet beim Ellenbogen.

Es kommen schwammige Erinnerungen hoch; sie kann sich an das Aussehen von Kate, Beth und Jayden erinnern. Aber wer diese Menschen sind, das weiß sie nicht mehr. Genauso wenig, wer sie eigentlich ist. Sie wird mit einem Rollstuhl auf den Flur gefahren. Sie ist in einer unterirdischen Anlage und der Arzt sagt, sie sei in Montana.

Ja, das war die erste Staffel Biohazard.

In Hope läuft es aktuell gut, das Leben geht weiter. Aber wo ist Chayo da gelandet – und wie?

Das permanente Verbrennen eines Heldenpunktes ist nur über einen speziell erworbenen Vorteil möglich, und kann eine wundersame Wendung des Schicksals bedeuten. Gleichzeitig hat es gerade in solchen Fällen einen Pferdefuß. Ja, der SC hat überlebt. Aber mit bleibenden Schäden. In der Hand einer unbekannten Fraktion.

Und was hat Dr. Krieger (die ja doch tiefer in den Geschehnissen um den Zombievirus involviert ist, als sie einen glauben machen möchte) ihr eigentlich injiziert?

Irgendwann wird es dort weitergehen – und die geläuterte Chayo, die hoffentlich ihren Frieden mit ihrer mörderischen Vergangenheit gemacht hat und ein im wahrsten Sinne des Wortes durchs Feuer gereinigter Mensch wurde, wird wieder nach Hope zurückkehren. Werden ihre Freund:innen dort sein? Wie wird es Jayden und seinem Sohn gehen? Gibt es Lebenszeichen von Amberly?

So viel Eskalation, Drama und Zerstörung – genau so macht uns das Spaß!

[Spielbericht] Paikea-Mission | Abschied

Rollenspiel

Der Zeitpunkt ist da, die Kolonist:innen werden mit der Santiago aufbrechen, um das Sol-System hinter sich zu lassen…

Das letzte Shuttle das von der Erde aus starten soll, voll mit Superreichen, religiösen Würdenträger:innen, Politiker:innen, wird von Aufständischen zerstört.

Daher kommen nun die anderen Leute der Werft auf dem Mond und der Mondkolonie mit auf die Reise, es gibt ja nun noch freie Plätze.

Vielleicht war bei der Auswahl des Shuttles und dem reduzierten Schutz etwas Kalkül der Missionsleitung mit dabei. Die Reichen und Regierenden waren wichtig für die Finanzierung des Projekts. Für einen Neuanfang wären sie aber – so die Überlegung – möglicherweise hinderlich gewesen. Und da sie das Projekt ohne Garantie eines Platzes auf der Santiago niemals unterstützt hätten, war das ein bedauerlicher Unfall, der natürlich sicherlich nicht geplant war.

Die Santiago startet, und die Charaktere nehmen Abschied von der Erde. Mission Control wird bis zuletzt Updates geben, bis zum Ende der Erde.

Die Flugteams (je drei Mitglieder) werden nach dem Start dann weitgehend in Schlaf sein, und jeweils ihre Schichten machen.

Der Dienstplan sieht vor: Immer ein Jahr Schicht durch Helios. Dann weckt er eine Crew, geht selbst in Stase, und die Crew macht ein Jahr Dienst. Nach dem Jahr Schicht weckt diese Crew die nächste Flugcrew und geht wieder in Stase. Diese Crew weckt im Anschluss Helios, der wieder ein Jahr Dienst tut. Dieser Rhythmus wird für die Reise wiederholt.

Die Gruppe ist in Kryptobiose/Kryptostase. Nieva träumt jedoch von Sternenbildern, dem All und den Bewegungen der Himmelskörper. Sie sieht ja auch bei geschlossenen Augen immer noch die Sternenkarte.

Die Charaktere werden von Helios geweckt. Ihre Schicht beginnt – und ihnen ist schrecklich übel und kalt.

Die Vitalzeichen und körperlichen Werte sind alarmierend, aber im erwartbaren Rahmen. Mit „Space-Tick-Tack“ (sehr potenten Aufputschmitteln) bringt Mykah die Gruppe wieder auf die Beine.

Laut Logbuch waren die vorherigen Schichten ereignisarm und planmäßig. Es ist das 4. Jahr nach Start der Reise. Die Helios hat unser Sonnensystem verlassen. Und bald naht der errechnete Zeitpunkt der Zerstörung der Erde.

Nieva verbindet sich mittels ihres Implantats mit dem Schiff, ein absolut erhabenes Gefühl.

Sie kann die vor ihrem inneren Auge befindliche Karte nun über die Schiffsmonitore zeigen, worüber Anatolij sich freut.

Mykah checkt die vergangenen Nachrichten der Erde. Die Situation und Kriege dort haben sich weiter zugespitzt. Die Lage dort ist sehr schlimm. Allein schon eine halbe Milliarde Tote durch die Kriege der letzten Jahre. Ganze Staaten sind kollabiert.

Sie überprüfen die Systeme. Alles gut in Schuss, auch in der Hydroponik ist alles gut gewachsen.

Die Schicht verläuft lange Zeit ruhig. An dem errechneten Tag, als die Erde starb, sind die Charaktere deutlich in sich gekehrter.

Etwa einen Monat nach jenem Tag kommt die letzte Nachricht der Erde bei der Santiago an. Eine schwache Funknachricht von Mission Control aus dem Erdorbit. Inkl. Messdaten des Planetoiden. 328 km Durchmesser, ultrahohe Dichte. ¼ der Mondmasse. Nähert sich mit hoher Geschwindigkeit und wird in wenigen Minuten einschlagen. Mission Control wünscht der Paikea-Mission alles Gute auf der Reise. Endet mit „Erde aus.“

Anatolij kann mittels der Sensoren entsprechend die Bilder abrufen. Die Erdoberfläche scheint komplett zu brennen, und auch der Mond weist schwere Schäden auf. Die Bilder werden für die Nachwelt konserviert.

Vom Mars kommt ebenfalls ein Funkspruch an die Santiago. Der Planetoid hat den Mond gestreift, und mit einem Trümmerregen aus Mondgestein ist dieser auf die Erde niedergegangen. Keine atembare Atmosphäre mehr auf der Erde, soweit die Kolonist:innen auf dem Mars wissen.

Das Flugteam verbringt den Rest der Schicht relativ ruhig und gedämpft, der Verlust der Erde ist ein schweres Trauma.

Nach ihrer einjährigen Schicht wecken sie die nächste Crew, machen die Übergabe und werden wieder in Schlaf gelegt.

Die Charaktere sind wieder sehr lange in Schlaf. Nieva träumt von Planetenansichten. Sie sieht die unberührte Erde, und wie sich dann Lichter zeigen und Zivilisationen sich bilden. Sie sieht die Helios bei ihrem Flug damals. Dann die Santiago. Dann sieht sie den Einschlag des Planetoiden und hört den letzten Aufschrei der Menschheit. Sie sieht die brennende Erde, die irgendwann verlischt.

Der aktuelle Schlaf der Gruppe dauert 75 Jahre, bis sie wieder zur nächsten Schicht geweckt werden.

Es geht ihnen dementsprechend schlecht beim Erwachen.

Mykah checkt die medizinischen Daten. Die von Nieva zeigen noch Schlaf an, obwohl sie wach und ansprechbar ist. Erst verzögert ändern sich die Daten. Mykah überprüft das genauer. Die Messdaten aus der Stase zeigen diesmal an, dass sie die letzten 75 Jahre während des Schlafes neue Erinnerungsengramme aufgebaut – sie hat also geträumt. Das sollte so nicht sein.

Nieva verneint jegliche Träume. Bei Schließen der Augen sieht sie inzwischen nicht mehr die Sternenkarte, sondern die brennende Erde. Sie möchte das sowie die Träume verheimlichen.

Nieva manipuliert die Sensoren, um Anatolij mit Reparaturen abzulenken. Anatolij überprüft die Schiffselektronik im Rahmen einer Wartung – auch die Sensoren. Dabei fällt ihm auf, dass es eine Manipulation gab. Er kann den Ursprung aber nicht genau finden und wird dezent paranoid. Nieva bemerkt seine Bemühungen und tarnt ihre Spuren besser.

Mykah beobachtet derweil Anatolijs besorgniserregende Paranoia.

Auf den Sensoren fallen dem Astrophysiker und Ingenieur merkwürdige Werte auf. Der Sauerstoffverbrauch liegt aktuell bei 4 statt 3 Personen. Der Mehrverbrauch ist vorne im Schiff, wo die Gendatenbanken sind.

Anatolij sagt den anderen, dass ihm sowohl diese merkwürdige Sensormanipulation aufgefallen ist, als auch der erhöhte Sauerstoffverbrauch. Die Kameras bei der Gendatenbank sind ausgefallen, was die Computersysteme nicht angezeigt hatten. Alle Stasekapseln sind besetzt und stabil. Keine Verluste.

Mittels der Sensoren versucht Anatolij Wärmesignaturen bei den Gendatenbanken abrufen. Er empfängt nur Kälte. Sie sind besorgt, und nehmen sich Schockkarabiner für die Überprüfung mit. Nieva bleibt zurück, Mykah und Anatolij brechen auf. Mittels Magnetbahn gelangen wir zum genetischen Lager. Riesige, weiße Hallen mit dem Erbe der Erde. Tiefgefrorene Genproben soweit man sehen kann.

Nieva riegelt die Zugänge ab, damit was auch immer dort ist nicht weg kann.

Anatolij geht bei der Aufklärung verloren, stromert etwas planlos davon. Er hört leise Schritte um die nächste Ecke.

Er holt tief Luft, springt um die Ecke und schießt. Er trifft…Mykah, der nach dem Treffer die Haare zu Berge stehen. Derbes Fluchen gefolgt von hektischen Entschuldigungen und Anatolijs Funkspruch an Nieva „Es gab einen Unfall, ein schreckliches Unglück!“.

Aber ganz nah muss das Ziel ihrer Suche sein. Mykah, die nur ein wenig zerzaust und nicht wirklich verletzt ist, ruft die unbekannte Lebensform. Es erfolgt keine Antwort.

Hinter einer Wartungsluke findet Mykah einen Mann, der ca. Ende 30 ist und bewusstlos dort kauert. Er trägt einen Kolonistenoverall mit leerem Namensschild. Mykah untersucht ihn, während der besorgte Anatolij ihn mit der Waffe erfasst hält. Weder in der Datenbank der Kolonisten, noch der Crew taucht er auf.

Sie bringen ihn auf die Krankenstation. Er bleibt bewusstlos und ist vollkommen erschöpft, körperlich ausgelaugt.

Mykah checkt genetische Übereinstimmungen. Keine vorhanden.

Derweil prüft Anatolij die Elektronik und Kameras bei der Gendatenbank. Es gab eine elektromagnetische Überladung, aber die Systeme sind noch funktionstüchtig. Ein kurzer Sicherungsaustausch, alles in Ordnung.

Zudem prüft Anatolij weiter die ursprüngliche Sensormanipulation nach dem Erwachen – und dann findet er Spuren zu ihrem Ursprung. Die Erkenntnis trifft ihn wie ein Blitz – es war Nieva. Sie hat Sabotage begangen und müsste jetzt laut Missionsprotokoll unter Arrest gestellt werden.

Anatolij informiert Mykah mittels eines Zettels, um nicht von der mit dem Computer verbundenen Pilotin abgehört zu werden.

Die Person auf der Krankenstation beginnt derweil leise und unverständlich zu murmeln. Der Mann lässt sich durch Riechsalz wecken. Er wirkt total verstört. Sagt, an seinen Namen könne er sich nicht erinnern. Seine letzte Erinnerung sei im Zusammenhang mit dem Fluchtschiff. Sein Körper weist keinerlei Narben oder Zeichen früherer Verletzungen auf, extrem guter Zustand für jemanden, der über 30 ist. Wirkt wie ein nagelneuer Körper. Auch keine Abnutzungserscheinungen bei den Zähnen. Es gab keine unautorisierten Zugriffe auf die Klonanlagen und keinen entsprechenden Ressourcenverbrauch. Zudem gibt es nirgends geheime, versteckte Kapseln, Labore etc.

Als Nieva sich nach ihren Computerrecherchen wieder meldet, beschließen Anatolij und Mykah, sie auf dem Crewdeck zu treffen und mit der Manipulation zu konfrontieren.

Mykah stöpselt Nieva vom Computer ab.  

Diese reagiert ausgesprochen wütend auf diesen plötzlichen Auswurfschock, der körperlich sehr belastend ist.

Sie sieht und hört derweil weiter das Ende der Menschheit auf der Erde, ebenfalls – diesmal psychisch – enorm belastend.

Letztlich klärt sich auf, dass sie dies aufgrund ihres aktuell angespannten Zustands getan hat, und nicht wirklich etwas beschädigen wollte. Es wird darüber hinweggesehen.

Dafür macht der Fremde auf der Krankenstation ihnen immer noch Sorgen. Wer ist er? Woher kommt er?

[Spielbericht] BIOHAZARD – Avalon

Rollenspiel

„Die Enthüllung eines Geheimnisses wirft viele Fragen auf. Der Sturm fordert erste Opfer.“

Beth, Jayden, Chayo und Kate stehen in der Militärbasis des Feindes, zu der sie sich durch einen Tunnel Zugang verschafft haben.

Sie können im Gang einen der Befehlshaber des Dammes belauschen, der mit seinem Vorgesetzten spricht. Sie bereiten sich aktuell auf die Verteidigung des Dammes gegen den Schwarm vor – dies scheint ihnen keine Sorgen zu bereiten. Die letzten Gefangenen würden bald in die vorbereitete Sicherheitszone gebracht, die den Schwarm ablenken soll.

Von ihrer Position aus können die Charaktere nicht viel beobachten. Sie bemerken aber, dass beim Flugfeld inmitten des Geländes die Spezialabteilung des Militärs ist, und ein Heli im Anflug ist. Von dort steigt eine grimmig aussehende Frau aus, der vor alle salutieren. Sie trägt keine Abzeichen und geht zur Kommandozentrale.

Jayden versucht sich zu einem Lagerbereich zu schleichen, um Uniformen zur Tarnung der Gruppe zu organisieren. Sein Plan gerät ins Wanken, als er unachtsam einen Soldaten übersieht, und förmlich in ihn hineinstolpert. Um einen Alarm zu verhindern, sticht Jayden ihn nieder. Jemand ruft nach dem Soldaten und kommt, nach ihm zu sehen. Jayden schlägt ihn (diesmal nichttödlich!) nieder und nimmt seine Uniform, so dass er zumindest ein wenig getarnter ist. Den Bewusstlosen versteckt er, genau wie die Leiche.

Er geht zum ausgeschilderten Lagerbereich, wo zwei Mitglieder der Spezialeinheit in voller Panzerung Wache stehen, mit dem Befehl, niemanden reinzulassen. Jayden hat keine andere Wahl, als das Unterfangen sein zu lassen und sich zurück zu den anderen zu begeben.

Beth hat derweil einige Soldaten belauscht. Sie reden davon, dass sie infizierte Kinder töten sollen; einige äußern dabei, dass ihnen das alles widerstrebt. Diese Soldaten bewegen sich in Richtung Arrestblock. Beth, Kate und Chayo schleichen ihnen hinterher.

Jayden, der an ihre vorherige Position kommt, folgt ihrer vermuteten Route.

Die Soldaten auf dem Weg zum Arrestblock sind zu viert. Sie sind im Gespräch miteinander – zwei von ihnen sind absolut dagegen, die Gefangenen zu töten, die seien nicht infiziert und die Ermordung von Zivilisten sei falsch, das machen sie nicht.

Beth und Chayo, die sich rangeschlichen haben, wollen zwei der Soldaten (nichttödlich) niederschlagen – die beiden, die für die Tötung der Gefangenen sind – und mit den anderen in Verhandlungen treten. Sie pirschen sich an, schlagen mit den Griffen ihrer Waffen zu – und die Würfel haben gesprochen. Chayos legendärer Erfolg (all das Aufputschmittel, Adrenalin und Frustration!) führt zu einem sehr brachialen und mitnichten nichttödlichen Ergebnis – das Genick des Getroffenen bricht auf spektakuläre Art.

Die Soldaten sind geschockt. Chayo ist geschockt. Alle sind geschockt!

Nun… Beth führt daraufhin die Gespräche mit den anderen Soldaten, die verständlicherweise um ihr Leben fürchten.

Nach der Versicherung, dass ihnen niemand ein Haar krümmen wird und Chayo ihnen nicht näherkommt, sind sie gesprächsbereit. Beth fragt sie nach den gefangenen Zivilist:innen, auch in Hinblick darauf, dass darunter Freund:innen und Angehörige sind. Die Soldaten berichten, dass es eine sogenannte „Schutzzone“ bei Redding gibt – mehr wissen sie nicht darüber. Die noch verbliebenen 60 Gefangenen hier im Arrestblock sollen nicht mehr dorthin überstellt, sondern einfach getötet werden. Der Befehl geht auf den Commander des Militärs zurück, Fontana.

Die, die seit kurzem eigentlich Beths Chefin ist.

Nun bleibt natürlich die bange Frage für die Soldaten, wie es nun weitergeht.

Beth bietet ihnen Hilfe an: Sie könnten helfen – ohne dabei gegen ihre eigenen Leute zu kämpfen.

Im Gegenzug passiert ihnen nichts, sie werden unterstützt und können selbst entscheiden, ob sie sich auf eigene Faust durchschlagen, oder zum Kalifornischen Freistaat möchten.

Sie stimmen zu.

Kate und Beth übernehmen die Uniformen der Getöteten. Nur Chayo steht noch in den vom Wasser des Tunnels durchweichten, stinkigen Sachen da.

Während Jayden bei der Gruppe ankommt, stiehlt Kate sich davon – sie hat eigene Pläne.

Die beiden Soldaten begleiten die Charaktere zum Arrestblock. Unter den Gefangenen ist Amberly nicht – Beth befürchtet, dass Fontana sie als Druckmittel gegen sie einsetzen wird. Auch Dr. Demilio ist nicht da.

Die Gefangenen aus dem Arrestblock werden befreit – die Soldaten wollen sie durch einen Abwasserkanal rausbringen und in Richtung von Cloverdale bringen. Einer von ihnen hat Mitleid mit Chayo und gibt ihr seine Uniform, nach dem Motto: „Würde jetzt ja sowieso dreckig werden.“

Sie bedankt sich fast schon ein wenig gerührt. Sie verabschieden sich und begleiten die Leute nach draußen.

Es gibt einen kurz aufheulenden Eindringlingsalarm.

Die mit Uniformen verkleideten Charaktere bewegen sich möglichst unauffällig durch die Basis um mehr herauszufinden. Von einem anderen Trupp, dem sie zum Glück nicht als Fremde auffallen, erfahren sie, dass wohl eine junge Frau geschnappt wurde und zur Kommandozentrale gebracht wird. Die Gruppe ist voller Sorge, das kann nur Kate sein.

Es scheint viele neue Soldat:innen beim Stützpunkt zu geben, so dass die Charaktere etwas weniger auffallen. Sie können sich sogar in Richtung der Kommandozentrale begeben, wo gerade sehr viele Soldat:innen sind, so dass die Charaktere sich darunter mischen können. Es sind auch drei der Elitesoldaten in ihren Vollpanzerungen vor Ort.

Commander Fontana ist gerade dabei, Kate zu befragen. Diese wurde sichtlich misshandelt und ist gefesselt. Sie beantwortet die Fragen, und möchte die Seiten wechseln, weg von dem Versager-Camp. Sie soll eine Chance erhalten und zu einer Außenseiter-Truppe in einer anderen Basis zugeordnet werden.

Chayo ist unsicher, ob das komplett gespielt ist, oder wahr. Aber wenn Kate weggebracht wird, kann das eine unabwägbare Gefahr für sie darstellen. Chayo hat schon genug Probleme damit zu sehen, wie schwer sie verprügelt worden war.

Fontana erhält derweil Informationen zum Schwarm. Dieser sei noch vier Stunden von der Redding Linie entfernt. Commander Fontana befiehlt daraufhin, ihre Agenten zu aktivieren. Auch die andere Aktion soll gestartet werden.

Kate wird von zwei Soldaten weggeführt.

Die Gruppe geht hinterher, attackiert die Soldaten um Kate zu befreien.

Mitten im Kampf setzt die Wirkung von Chayos Aufputschmittel aus, sie verliert erneut das Bewusstsein. Kate, Beth und Jayden schaffen es schließlich, die Elitesoldaten im Nahkampf zu bezwingen.

Diese entpuppen sich unter ihrer Panzerung als Infizierte – sie sehen mutiert aus, aber noch vergleichsweise menschenartig.

Man bringt die frühere Sicaria wieder auf die Beine und die Gruppe flieht. Kate ist sehr grimmig. Blafft das Team an, dass sie ihren Infiltrationsplan vernichtet haben. Chayo entschuldigt sich, sagt ihr, dass sie sich Sorgen gemacht hat. Kate ignoriert sie.

Sie wollen einen Hubschrauber stehlen, so tun als seien sie Soldaten die Kate eskortieren.

Die Gruppe führt diesen Plan tatsächlich durch – im Heli tun sie erst wie ganz normale Soldaten, und im ersten Moment fällt der Bluff nicht auf. Sie nutzen das zu ihren Gunsten, bringen den Helikopter (gewaltlos) unter Kontrolle, indem sie den Piloten bedrohen und den Rest entwaffnen.

Durch die gefangenen Soldaten erfahren die Charaktere, dass ein Sondereinsatzkommando auf dem Weg nach Portland ist, um eine Mission durchzuführen. Sie sollen Dr. Krieger festnehmen, die Avalon Bunkeranlage des Doc unter ihre Kontrolle bringen und Startcodes beschaffen. für was, das wissen die Leute an Bord nicht. Ist ja nicht ihre Sache, was das Sondereinsatzkommando macht. Es sollten insgesamt fünf Trupps Delta Force dort eingesetzt werden. Beachtlich.

Immer wenn Chayo durch die Erschöpfung und ihre Verletzungen das Bewusstsein verliert, schlägt Kate sie ins Gesicht, um sie wachzuhalten. Auch auf das gedämpfte „Lass…will nur…Schlaf. Ausruhen.“ hält Kate nicht zurück.

Als der Helikopter durch die Anweisungen der Gruppe nach Cloverdale geflogen wurde, werden die Soldaten zunächst inhaftiert.

Chayo wird umgehend ins Lazarett gebracht. Sie fragt den diensthabenden Arzt, wie es bei ihr aussieht. Er hat keine guten Nachrichten. Sie hat schwere innere Blutungen. Weitere Einsätze werden sie töten. Mehr experimentelles Aufputschmittel wird sie ebenfalls umbringen – trotzdem nimmt sie mehrere Tabletten mit, für Notfälle, wo es ein letztes Mal drauf ankommt.

Auch durch eine sofortige OP könne der Arzt letztlich nicht mehr viel für sie tun – sie könne im Lazarett liegen, und vorm Kampf mit den Zivilist:innen evakuiert werden, aber ob sie überleben werde, das sei unwahrscheinlich. Chayo ist fertig, als sie das hört. Aber sie hat gefühlt nichts mehr zu verlieren, jetzt wo gerade alles in Gefahr ist, und auch ihr Verantwortungsgefühl für Kate gibt ihr keinen Halt mehr, nachdem sie diese so sehr enttäuscht hat. Sie möchte trotz allem mitkommen – sie will nicht allein im Lazarett sterben.

Beth verhört derweil den hochrangigsten Offizier unter den im Hubschrauber befindlichen Soldaten. Er ist wenig kooperativ; also foltert sie ihn in CIA Manier. Bevor er an seinen Verwundungen und der Folter stirbt, erlangt sie Informationen:

Die genannten Codes gehören zum Orbitalwaffen Odin.

Die Sicherheitszone ist in einem Bergwerk bei Redding; er gibt die entsprechenden Koordinaten bekannt. Durch die große Ansammlung von Menschen dort soll der Schwarm darum konzentriert werden, so dass dort ein Orbitalschlag zur Vernichtung des Schwarms durchgeführt werden kann. Die Menschen sind ein akzeptables Opfer dafür. Es gibt zudem mehrere Dutzend Agent:innen, die die kalifornische Armee unterwandert haben und jetzt aktiv werden.

Zudem nimmt Beth danach Kate beiseite, um sie zurechtzuweisen. „Halt dich in Zukunft an unsere Pläne, durch meine Ausbildung beim CIA weiß ich, was zu tun ist. Wenn du mit deinen Alleingängen noch mal alle in Gefahr bringst, dann…“ – und da platzt Kate der Kragen. „Weil deine Pläne ja auch immer funktionieren, oder was?! Bei jedem deiner Pläne sterben unschuldige Menschen! Komm mal klar! Ist nicht jeder so ein Psycho wie du!“  Sie ist kurz davor, auf Beth loszugehen. Chayo möchte sie zurückhalten, wird aber ebenfalls angefahren. „Und du, fass mich verdammt noch mal nie wieder an nach der Scheiße da. Sonst vergess ich mich und sag noch was unfreundliches, du verfluchtes Miststück!“  Dann entfernt sie sich, sichtlich zornig.

Jayden, Beth und die lädierte Chayo brechen mit dem Helikopter auf – der Pilot ist bereit, sie zum Ziel zu fliegen. Kate bleibt in Hope.

Sie fliegen über die Ausläufer des Schwarms – der ganze Helikopter vibriert, es kommt zu technischen Störungen. Sie müssen den Schwarm weiter umfliegen.

In Portland selbst sind keine Infizierten mehr. Auch sonst sieht man dort nichts, was sich bewegt.

Der Avalon-Bunker soll eine nahezu uneinnehmbare Verteidigungsanlage darstellen.

Am Treffpunkt der Armee sieht man ein Lager. Armeezelte, Ausrüstung – aber keine Soldat:innen. Es gibt Kampfspuren, die Zelte weisen Blutspuren und Einschusslöcher auf. Es gibt vierzehn frisch ausgehobene Gräber. Wer auch immer die Soldat:innen getötet hat, hatte genug Respekt, sie zu bestatten.

Die gesuchte Anlage selbst liegt versteckt unter einer Tiefgarage.  Die Charaktere versuchen auf unbeholfene Art und Weise, über eine noch aktive Sicherheitskamera vorm Zugang Kontakt zu den Leuten im Bunker aufzunehmen. Sie haben Glück, dass man sie für diese Tollkühnheit nicht umbringt.

Sie fordern die Charaktere auf, ihre Waffen wegzulegen. Dann holen Bewaffnete in Schutzanzügen sie in die Anlage, wo zunächst eine Dekontamination stattfindet.

Die Anlage ist sauber, ordentlich. Es sind viele Leute da – sogar Kinder. Was sehr ungewöhnlich ist in diesen Zeiten.

Die Charaktere werden bei Dr. Krieger vorgelassen.

Diese weiß nichts von den toten Delta Force Leuten. Ihre Sicherheitskräfte waren das nicht.

Beth berichtet von den Problemen, die aktuell für die Region drohen. Die Gruppe bittet um Hilfe, Informationen, egal was.

Dr. Krieger erzählt, dass eine Gruppe in Regierung sowie Militär eine Methode entworfen haben, um sowohl Infizierte, als auch unerwünschte Bevölkerungsanteile loszuwerden. In den Großstädten wurden Sicherheitszonen oder Kolonien eingerichtet, um Infizierte anzulocken – war das Ziel lohnend genug, wurde die Großstadt durch massives Bombardement ausgelöscht.

Sie selbst habe ihren Arbeitsplatz verlassen, als sie davon erfuhr. Sie sei damit nicht einverstanden gewesen. Ihre Forschungen betreibe sie dennoch. Ein Schwarm sei umso intelligenter, je größer er sei – es sei quasi ein Schwarmbewusstsein vorhanden. Große Schwärme haben zudem Drohnen, die menschliche Intelligenz und taktisches Wissen und vorgehen aufweisen. Der Virus sei zum ersten Mal vor dreißig Jahren in freigelegtem Gletschereis in den österreichischen Alpen nachgewiesen worden; er wurde erforscht und genetisch verändert. Die infizierten Elitesoldaten, die die Gruppe beim Staudamm gesehen hat, könnten absichtlich geschaffene Supersoldaten sein. Sie werden von Infizierten nicht als Gegner wahrgenommen.

Die Orbitalwaffe kann gegen den Schwarm eingesetzt werden, aber die Zielvorrichtung funktioniert aufgrund technischer Störungen durch den Schwarm nicht (diese Störungen können sogar Fluggeräte zum Absturz bringen); jemand muss mit einem tragbaren Sender vor Ort sein, um den Orbitalschlag zu sich zu lenken. Dieser habe eine für die Charaktere unvorstellbare Sprengkraft.

In den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren werden laut Krieger wohl keine weiteren Kinder geboren werden. Der in der Atmosphäre freigesetzte Stoff, der die Luftübertragbarkeit des Virus hemmte, wird Menschen voraussichtlich für etwa diesen Zeitraum unfruchtbar machen. Jaydens kleiner Sohn wird das letzte Baby sein, das die Menschen von Cloverdale und Hope für lange Zeit sehen werden.

Es gab leider keinen anderen Weg, die Luftübertragung zu stoppen.

Dagegen sind die Infizierten in der Lage, sich zu vermehren. Vor allem in Kellern oder verlassenen Siedlungen können sie sich in organischen Wucherungen, ihren Nestern, vermehren. Die Freaks sind also auch ohne Menschen lebensfähig und nicht auf diese angewiesen.

Chayo wird auf der Krankenstation aufgrund der besseren Ausstattung untersucht. Auch dort ist das Ergebnis niederschmetternd: Sie habe eine leichte Gehirnblutung, innere Verletzungen und Blutungen, auch der Herzmuskel sei geschädigt. Sie liegt im Sterben. Der Arzt, der die Untersuchung vornimmt, kann nicht glauben, dass sie noch bei Bewusstsein ist. Sie berichtet, dass ihr immer wieder schwarz vor Augen wird und sie einfach nur schlafen möchte. Er warnt sie – sollte ihr Adrenalinpegel zu weit fallen, so dass sie zur Ruhe kommt, vielleicht sogar einschläft, dann wird sie nicht mehr aufwachen. Er schätzt, dass sie noch maximal 48 Stunden hat, ehe ihr Körper aufgeben wird. Nicht einmal in der Hightech-Anlage kann man etwas tun. Ihr wird ein neuartiges Serum injiziert. Das solle ihr helfen, noch diese 48 Stunden durchzuhalten.

Sie sei in einer Art Walking-Ghost-Phase, wie Opfer von Strahlenkrankheit, nur eben ohne Strahlung. Die Phase, in der es aussieht, als ginge es den Behandelten besser, sie ansprechbar sind, agieren. Aber die organischen Schäden so massiv sind, dass sie kurz darauf ohne Chance auf Rettung versterben werden. Sie beschließt, den anderen nicht zu erzählen, wie schlecht es um sie steht.

Beth und Jayden reden mit Dr. Krieger.

Sie ist bereit, den Code für die Orbitalwaffe rauszugeben – aber würde die Gruppe nach Cloverdale begleiten, um zu verhindern, dass jemand diese Codes für Schlechtes einsetzt.

Die Gruppe begibt sich per Helikopter zurück zum Clear Lake.

Postcredit-Szene, Jahrzehnte in der Zukunft:

Eine Menge Reporter haben sich versammelt. Sie sind gespannt, die Präsidentin hält eine Rede vor der bevorstehenden Wahl. Sie ist schon lang nicht mehr vor die Presse getreten.

Kamerateams aus dem ganzen Land sind vor Ort und tuscheln aufgeregt.

W10 Handlungsideen für Zombieszenarien

Rollenspiel

Immer noch passend zum Karneval der Rollenspielblogs: Zeit für mehr Tabellen!

Diesmal etwas längere Handlungsideen, aus denen sich interessante Geschichten entwickeln können. Gut für Biohazard und andere Zombieapokalypse-RPGs geeignet.

W10 Handlungsidee
01Beim Erkunden einer verlassenen Bunkeranlage finden die SCs mehrere frische Gräber vor dem Eingang. In den Gräbern liegen Soldat:innen, die ohne nennenswerte Gegenwehr getötet wurden. Alle weisen Schussverletzungen auf und gehören zur selben Armeeeinheit. Wer auch immer das getan hat war einerseits sehr schnell, andererseits auch sehr respektvoll beim Umgang mit den gefallenen Gegner:innen. Sind die Fremden noch bei der Bunkeranlage?
02Das Militär hat viele Zivilist:innen gewaltsam in ein Gefangenenlager gebracht. Die Anlage ist schwer gesichert – ist diese Menschenansammlung ein Köder für die Zombies, um sie von anderen Gebieten wegzulocken? In jedem Fall werden die Gefangenen nicht freigelassen.
03Der Siedlung ist der Sprit ausgegangen. Eine andere Überlebendengemeinschaft hat Benzinvorräte und wäre bereit, Handel zu treiben. Aber sie möchten gern einige junge Frauen und Männer im Austausch für die Ware.
04In den Ruinen einer überrannten Stadt versteckt sich ein kleines Kind. Die SCs können es ein paar Mal sehen, es ist aber sehr schwer, nah genug heran zu kommen, um sich zu unterhalten. Das Kind hat furchtbare Angst. Vielleicht ist in einer der Überlebendensiedlungen im Umland noch ein Elternteil am Leben?
05Ein dezimierter Erkundungstrupp des Militärs bittet die Siedlung um kurzzeitigen Unterschlupf. Sie sagen, dass sie aufgrund eines Massakers an Gefangenen desertiert seien, und nun auf der Durchreise seien. Ihr Ziel benennen sie nur vage, und es ist auffällig, dass einige von ihnen eher schon wie Elitesoldat:innen ausgebildet sind. Vielleicht sind sie die Vorhut eines drohenden Angriffs. Oder aber sie sind bestrebt, mit anderen Deserteuren und Fraktionen ein Gegengewicht gegen das Militär aufzubauen.
06Eine Person innerhalb der Siedlung verhält sich merkwürdig, wirkt abwesend, interagiert weniger mit anderen. Das ist subtil, wird aber im Laufe mehrerer Tage auffälliger. Und dann erfolgt ein Angriff, bei dem die Person mehrere Leute beißt und infiziert. Anscheinend hat ein bislang unbekannter Infiziertensubtyp die Person erwischt und ausgetauscht. Durch fast perfekte Mimikry-Fähigkeiten hat die intelligente Kreatur den besten Augenblick abgewartet, um andere zu infizieren – diese wandeln sich innerhalb von rund 30 Sekunden in normale Zombies.
07Ein Wachposten ist ermordet worden; irgendjemand hat ihr die Kehle durchgeschnitten. Es gibt keine Zeug:innen, der Wachturm war abseits der Siedlung. Mehrere Leute hätten ein Motiv, sie hatte sich in der Vergangenheit viele Feinde gemacht.
08Die SCs beobachten einige Fremde, die eine gefesselte Person vor sich her treiben. Sie wirken gut bewaffnet.Die gefangene Person ist sichtlich geschwächt, taumelt kraftlos und wird immer wieder misshandelt. Angeblich gebe es gute Gründe für diese Behandlung, die Person sei an schlimmen Massaker beteiligt gewesen.
09Ein Funkspruch einer fremden Frau, die sich als Ärztin vorstellt, erreicht die Gruppe. Sie und ihre kleine Gemeinschaft von Forscher:innen und Überlebenden wird vom Militär angegriffen. Die Gemeinschaft ist kurz davor überrannt, und es scheint den Befehl zu geben, die Ärztin lebend zu fangen. Hat sie Informationen zum Virus, oder gar etwas mit dem Ausbruch zu tun?
10In einiger Entfernung ist eine große Rauchwolke zu sehen. Aasvögel kreisen in der Nähe. Sollte das Areal erkundet werden, findet sich ein halb heruntergebranntes Leichenfeuer. Einige der halb verbrannten Toten sind erkennbar von der Infektion gezeichnet. Andere dagegen sehen nicht nach Infizierten aus. Wer hat diese Leute verbrannt?
W10 Handlungsideen

W20 Gerüchte für Zombieapokalypse-RPGs

Rollenspiel

Eine Gerüchtetabelle für Rollenspiele in der Zombieapokalypse. Ob was dran ist? Das können Spielleitung und Spielende zusammen ergründen!

W20 Gerücht
01Angeblich sollen die Zombies eine Art Schwarmbewusstsein bilden und so gezielt Schwärme in Richtung von Siedlungen aussenden.
02Die Siedlung „Hope Springs“ soll angeblich eine Art Heilmittel gegen die Seuche gefunden haben. Allerdings sind sie sehr verschwiegen und nicht bereit zu teilen.
03Die O’Malleys, denen die Bar der Siedlung gehört, sollen mit üblen Leuten Geschäfte zu machen. Und die Schweine hinterm Haus wirken immer sehr gut genährt und angriffslustig. Angeblich verfüttern sie die Konkurrenz an die Tiere.
04Ehemalige Kartellmitglieder haben sich zusammengeschlossen und ihre eigene Gemeinschaft gegründet, die unabhängig ihr Ding machen will. Für andere Siedlungen in der Region verheißt das nichts Gutes, oder?
05Bei einem alten Industriegelände soll es noch jede Menge Rohstoffe geben, die sich zur Plünderung lohnen könnten. Allerdings soll es dort infizierte Schwärme von Aaskrähen und wilde Hunderudel geben.
06Ein merkwürdiger Funkspruch sei jede Nacht um 03:33 Uhr zu hören; es gebe nur statisches Rauschen. Manche Leute hören angeblich Worte heraus – allerdings sind sie kurz darauf alle verschwunden.
07Das Militär will angeblich ein Areal um einen Stausee herum „befrieden“, Überlebende von dort vertreiben oder töten und ihre eigenen Leute dort ansiedeln.
08Der Doc eines Überlebendencamps soll in einem versteckten Labor Experimente an Zombies und Überlebenden vornehmen.
09Ein Prediger behauptet, das alles sei eine Strafe Gottes, und er könne mit seinem Segen Infizierte heilen. Es gab Wunderheilungen. Oder?
10Irgendjemand habe eine Droge in Umlauf gebracht, die bei manchen Menschen zu einer schleichenden Infektion mit der Seuche führe. Zumindest sagt man das.
11Einige Menschen in der Siedlung sagen, mit Bleiche oder Reiniger könne man die Seuche stoppen. Hilft das wirklich gegen Zombiebisse?
12Ein irrer Diktator in einem Casino richtet wohl Arenakämpfe zwischen Gefangenen und Zombies aus.
13Die alte Marge soll immer noch ihr Roadside-Diner betreiben – streng gesichert und mit überraschend viel frischem Fleisch.
14Eine der Überlebendensiedlung steht im Ruf, „Unerwünschte“ auf ihren Feldern zur Arbeit zu zwingen.
15Die Sekte „Ewige Reinheit“ habe einen Weg gefunden, um sich selbst von allem Bösen freizubrennen und so Immunität zu erreichen.
16Die Armee habe durch Virusexperimente die Möglichkeit gefunden, Supersoldaten zu fertigen. Zäh, stark, schnell und kognitiv im Besitz ihrer Kräfte. Aber keine Menschen mehr.
17Der Virus war angeblich eine biologische Waffe der Regierung, die außer Kontrolle geraten ist. Oder war der Ausbruch kein Versehen, sondern Absicht?
18Die Siedlung bei der alten Highschool hat etwas zu verbergen. Dort verschwinden immer wieder Reisende, erzählt man sich.
19Laut Gerüchten gibt es eine Insel, auf der es keinerlei Infizierte gibt. Dort soll das Leben noch so sein wie früher.
20Das Militär plane wohl die Bombardierung städtischer Areale mit Atomwaffen, um Schwärme zu vernichten.
W20 Gerüchte für Zombieszenarien

W66 Ereignisse für Zombieszenarien

Rollenspiel

Lasst die Zombies los – und wer weiß, vielleicht sind die überlebenden Menschen ja ohnehin die größere Bedrohung.

W66 Ereignisse in Zombieszenarien
11In einem noch nicht geplünderten Haus können mehrere Paletten mit Energydrinks geborgen werden.
12Ein abnorm deformierter Zombie, der aus mehreren Körpern besteht, sieht die Gruppe. Kreischend stürmt er auf sie zu und alarmiert durch sein Schreien die Horde.
13In einem verlassenen Flüchtlingscamp lagern noch Vorräte. Allerdings hat sich dort ein Zombieschwarm festgesetzt.
14Eine Bande von Überlebenden hat eine Brücke vermint und lauert mit Scharfschützen auf Eindringlinge. Ob man verhandeln kann?
15Mehrere Horden von Zombies haben sich zu einem riesigen Schwarm verbunden und bedrohen eine Siedlung.
16In den Überresten einer Stadt hat sich ein merkwürdiger Kult gebildet, der den Untergang als „Reinigung“ verehrt.
21Ein Funkspruch kann empfangen werden. Es werden Koordinaten übermittelt sowie: „Militärbasis Echo bietet Schutz und Sicherheit für Überlebende.“
22In den Ruinen einer Stadt wird ein Überlebender gefunden. Er hat eine Wunde am Bein. Ein Biss?
23Eine Frau verwandelt sich unter Schmerzen in ein mutiertes, aggressives Ding, nachdem sie altes Konservenessen verzehrt hat.
24Ein Parasit befällt Tiere und Menschen, und windet sich nach erfolgreichem Wachstum aus ihren Augen.
25Eine Bande versucht, die nächsten Siedlungen zu erpressen und so an Vorräte zu kommen.
26Sämtliche Kinder scheinen zeitgleich in eine Art Koma zu fallen. Was steckt dahinter?
31Jemand ist ins Lazarett eingebrochen und hat Medikamente gestohlen. Hat jemand ein Suchtproblem?
32Bei einigen Autowracks findet sich unter den Habseligkeiten einiger Toter auch eine Keycard, deren Nutzen zunächst unklar ist.
33Durch die aktuelle Hitzewelle kommt es zu ausgedehnten Waldbränden, die Siedlungen und Städte bedrohen.
34Bei einem Hotel findet die Gruppe in einem ausgetrockneten Swimmingpool Leichen und Einschusslöcher. Eine Exekution?
35Es kommt zu einer Mordserie unter den Überlebenden. Alle Getöteten waren vorm Ausbruch Kriminelle.
36Die Anführerin einer Gemeinschaft lässt einige angebliche Deserteure an die Wand stellen.
41Die Gruppe stolpert in der Wildnis über ein Kind, das weint und sagt, es habe seine Eltern verloren. In der Umgebung ist sonst niemand zu finden.
42Es verschwinden nach und nach Vorräte im Camp. Erst Kleinigkeiten, später auch Werkzeuge, Munition usw.
43Bei einer überrannten Straßensperre des Militärs findet sich eine Karte, auf der Überlebendensiedlungen markiert sind, inkl. Daten des geplanten Vormarschs.
44In einem verlassenen Krankenhaus finden sich Spuren des ersten Ausbruchs, als Infizierte Patient:innen das Personal angriffen.
45Ein junger Mann wird im Wald aufgegriffen. Er sagt, er werde verfolgt und brauche dringend Hilfe.
46Jemand bittet um Hilfe bei der Beschaffung von Mehl, Zucker und Eiern. Die Person möchte einen Kuchen backen.
51Ein Wissenschaftszeam benötigt jemanden zum Probensammeln für ihre Forschung zur Zombieseuche.
52Der Arzt der Siedlung wird tot aufgefunden. Die Spuren deuten auf ein sehr persönliches Motiv hin.
53Verschanzte Überlebende senden einen Funkspruch aus einem Ski-Resort. Eine unbekannte Fraktion greift sie an, sie bitten um Hilfe.
54Einige Sicarios von Los Zetas verdingen sich als Söldner und Sicherheitstruppe und bieten Siedlungen ihre Hilfe an – für hohe Preise.
55Inmitten einer Zombiehorde entdeckt einer der Charaktere eine vertraute Person aus seinem Leben vor dem Ausbruch; offensichtlich infiziert.
56Ein verwundeter Soldat wird von einem mutierten Biest angegriffen. Er ist allein und hat keine Kugeln mehr.
61Ein Fremder kommt zur Siedlung und bittet um Obdach für das Kind, das er bei sich hat. Ein stummes, verängstigtes Mädchen.
62Eine Soldatin bittet um Hilfe. Sie sei wegen illegaler Befehle desertiert und werde nun gejagt.
63Ein verwesender Leichnam lehnt in einem überrannten Gebäude an der Wand, hat sich wohl erschossen. In der Tasche ist ein Brief an ein Familienmitglied.
64Mitten in der Landschaft ist eine Art Wachposten aufgebaut. Dort ist ein einzelner Soldat, der keinem bekannten Militär angehört. Wer ist das, und was tut er?
65Immer mehr Leute verhalten sich merkwürdig; Aggressionen kochen hoch und es kommt zu sinnlosen Gewaltakten.
66Einige Biker werden dabei beobachtet, wie sie einige Überlebende vor einer Horde beschützen. Sie locken die Zombies weg.
W66 Ereignisse für Rollenspiele mit Zombies!

[Spielbericht] BIOHAZARD – Der Sturm

Rollenspiel

„Der drohende Sturm kommt näher und nichts kann ihn aufhalten.“

Nach dieser Enthüllung versucht die Gruppe, eine denkbare Vorgehensweise zur Abwehr dieses gigantischen Schwarms aus Richtung Portland zu finden. Sie sprechen mit Captain Stone.

Es entspinnen sich diverse Pläne – gezielte Sprengung von Brücken, Pässe blockieren, gezielt Waldbrände legen und vielleicht einzelne Siedlungen mit Sprengstoff präparieren und die Infizierten dorthin locken und hochjagen.

Mehrere Orte werden auserkoren, um durch Blockaden den Schwarm umzulenken oder zu verlangsamen. Weaverville und Redding sollen präpariert und mit möglichst vielen Infizierten in ein Flammenmeer gehüllt werden. Dafür sind umfangreiche Vorarbeiten und genaues Timing nötig.

Captain Stones Truppen kümmern sich um die Vorbereitungen. Sie rücken aus.

Die Gruppe dagegen soll bei Fort Bragg nachsehen, ob sich dort noch militärisches Gerät requirieren lässt. Zugriff auf schwere Waffensysteme wäre für die Planung sehr hilfreich.

Jayden, Chayo und Beth kommen nach einiger Fahrzeit ohne große Störungen nach Fort Bragg.

Ihren scharfen Augen entgeht nicht, dass das große Tor erst vor kurzem bewegt wurde. Sie schleichen daher vorsichtig auf das Gelände. Beth übersieht eine offene Luke und stürzt in einen Schacht. Dieser ist über und über mit frischen Freak-Leichen gefüllt. Sie klettert beschwerlich wieder nach oben.

Es gibt Blutspuren; offensichtlich hat wer auch immer die Infizierten getötet hat diese bis zu der Luke geschleift.

Hinter einer Ecke sehen die Charaktere drei Fremde. Sie sehen aus wie Plünderer, sind teils verletzt.

Beth überlegt, ob man sie irgendwie unter Druck setzen könne, um mehr über sie zu erfahren – mit den Dreien werde man fertig. Jayden und Chayo dagegen rufen einfach ein fragendes „Hallo“ zu ihnen rüber, und quatschen sie an. Die Fremden gehören zu einer Gruppe Überlebender, die aus Portland geflohen sind. Sie informieren ihre Leute per Funk, dass ein kleines Team fremder Überlebender ebenfalls die Basis plündert, um versehentlichen Beschuss zu vermeiden. Ihr Anführer möchte die Charaktere sprechen.

Er ist beim alten Flugfeld und Ausbildungsplatz, in einem Wohnwagen. In dem Areal sind viele Wachposten und jede Menge Fahrzeuge. Die Charaktere schätzen, dass es etwa 200-300 Personen sein dürften – zumindest soweit sie aktuell sehen.

Der Anführer der Überlebenden ist ein alter Bekannter – Lieutenant Snyder, einer der beiden Soldaten, der durch Hope durchkam und den die Charaktere durchsuchen wollten.

Dementsprechend reagiert er mit einem „Oh nein, nicht die schon wieder. Erschießt sie!“

Eine kurze Schrecksekunde, ehe die Truppen das als Scherz deuten und diesen Befehl ignorieren.

Snyder erzählt dann, dass die Überlebenden in Portland herbe Verluste durch den Schwarm erlitten hatten, als sie versuchten die Infizierten aufzuhalten. Sie haben viele Verwundete.

Unter den Infizierten, von denen sie in Portland attackiert wurden, waren auch Freaks mit Schusswaffen und schusssicheren Westen. Diese gingen taktisch vor, wie eine militärische Einheit. Hunderte von ihnen. Eine beunruhigende Entwicklung.

Jayden gibt diese Informationen an Cloverdale und Hope weiter.

Beth und Chayo erzählen Snyder derweil vom Kalifornischen Freistaat. Chayo entschuldigt sich zudem für die blöde erste Begegnung. Sie spricht kurz abseits mit Snyder, sagt ihm: „Dass ich damals hinter euch her bin lag daran, dass ich sichergehen wollte, dass Beth keine Scheiße baut. Ich wollte nicht, dass irgendwas passiert. Tut mir Leid, das alles.“

 „Mit euch beiden wären wir spielend fertiggeworden.“ „Ja, das ist klar. Bin froh, dass Beth nichts versucht hat.“  Chayo ist wirklich erleichtert darüber.

Was war ist offensichtlich weder vergeben noch vergessen, aber Snyder sieht drüber hinweg.

Auf jeden Fall berichten die Charaktere vom Kalifornischen Freistaat, und bieten auch medizinische Hilfe an.  Eine Kooperation sei durchaus denkbar.

Die Charaktere dürfen einen Teil der militärischen Güter für den Freistaat requirieren. Darunter unter anderem acht Einheiten Sprengmittel, sechs Haubitzen, fünf Schützenpanzer, einen Feldmörser und vier Raketenwerfer. Dazu mehrere MGs, sowie Boote zur geplanten Evakuierung der Zivilist:innen von Hope. Etwa die Hälfte der Bevölkerung wird voraussichtlich evakuiert werden müssen.

Die Gruppe reist gemeinsam mit Lieutenant Snyders Leuten nach Cloverdale, zum Stützpunkt des Kalifornischen Freistaats.

Die Kommune Portland sowie die Portland Rangers, aus denen sich die Überlebenden zusammensetzen, waren vor dem Angriff des Schwarms sehr zahlreich. Im gesamten Großraum gab es viele Flüchtlinge, ca. 25 000  Menschen. Jetzt sind sie noch knapp 700, die das Massaker dort überlebt haben. Ernüchternde Zahlen. Es ist klar, warum die Stimmung der Überlebenden dermaßen gedrückt ist.

Sie hatten Kontakt zu der führenden Forscherin was den Virus angeht – Dr. Krieger. Diese habe in Portland in einem Bunker weiter geforscht. Sie wären bereit, die Gruppe dorthin zu führen, zu einem späteren Zeitpunkt.

Zunächst werden sie medizinisch versorgt durch Sanitäter des Freistaats.

Lieutenant Snyder tauscht sich mit dem inzwischen in Cloverdale angekommenen Colonel Ramirez zur Lage aus.

Chayo, Beth und Jayden freuen sich, den Colonel zu sehen. Bei ihrer letzten Begegnung, bei der Flucht aus dem Flüchtlingscamp, war er noch Lieutenant. Er hatte die Flucht der Busse mit Zivilist:innen gedeckt, und alle hatten ihn totgeglaubt. „Ich hab doch damals schon gesagt, dass ich nicht vorhab draufzugehen. Meine Jungs und ich haben uns rausgekämpft und den Kaliforniern angeschlossen.“

Offensichtlich hat er Karriere gemacht.

Per Funk werden erste Gefechte von Captain Stones Truppe gemeldet. Die Vorbereitung auf die drohende Schlacht sind in vollem Gange.

Gleichzeitig haben die Spähtrupps Informationen zu den Vermissten der Siedlung gefunden – vielleicht ist auch Amberly dort. Anscheinend haben Militärkonvois der Army Gefangene weggebracht, zu einem potentiellen Gefangenenlager bei Oroville. Die militärische Präsenz in dem Areal nimmt zu. Mit einem direkten Angriff wird sich das nicht lösen lassen, schon gar nicht wenn man sich auf den Infizierten-Schwarm fokussieren muss.

Einer der Bauingenieure äußert die Idee, dass in Sacramento sicherlich in den entsprechenden Ämtern noch archivierte Pläne und Karten geben müsste, die auch die Wartungstunnel zwischen Oroville und dem Staudamm umfassen.

Daher wollen Chayo, Jayden und Beth kurzentschlossen dorthin aufbrechen. Es ist nicht mehr viel Zeit, sie müssen schnell sein und können sich keine Fehler erlauben. Nach einem kurzen Abschied von Kate, die sich inzwischen schon zu einem „Fahr zur Hölle – aber fahr vorsichtig!“ durchringen kann, einer echten Freundschaftsbekundung, brechen sie auf. Die Straßen bis Sacramento sind erstaunlich leer, es sind nirgends Infizierte zu sehen. Alle scheinen sich weiter im Norden zusammengerottet zu haben. Bei der Erkundung der gespenstisch leeren Straßenzüge sieht Beth eine verdächtige Reflektion bei einem der zerbrochenen Fenster. Als der Schuss des Snipers zu hören ist, geht Chayo bereits zu Boden. Die Kugel hat sie erwischt. Sie versucht hinter einem Autowrack in Deckung zu gehen. Mehrere Gegner nehmen die Charaktere von verschiedenen Positionen aus unter Feuer. Eine Granate rollt unter den Wagen, hinter dem Chayo kauert. Ihr Bein wird förmlich zerfetzt, und sie bleibt liegen. Jayden zerrt sie in den Eingang eines nahliegenden Hauses – als Sanitäter des Teams kümmert er sich so gut es geht um ihre Verletzungen. Wenn er sie stützt, müssten sie weitergehen können. Noch wird das Adrenalin sie aufrecht halten.

Beth spurtet derweil zu dem Gebäude, aus dem die Schüsse kommen. Sie ist ein Adrenalinjunkie und genießt diese Konfrontation. Das Gebäude ist komplett vermint. Nur ihre Aufmerksamkeit bewahrt sie vor einem explosiven Ende.

Ein Infizierter mit Shotgun taucht hinter Jaydens Rücken auf. Es gelingt Chayo, ihn niederzuschießen. Ihre Sicht verschwimmt.

Beth stürmt derweil durch das Obergeschoss des Gebäudes, verteilt einen Regen aus Granaten und platziert schließlich genug C4, um das Gebäude wegzublasen. Mit einem gewagten Sprung hechtet sie aus dem hinter ihr zusammenbrechenden Gebäude, zum Fenster raus.

Sie schließt sich Jayden und Chayo an, sichtlich begeistert von dem Kampf.

Jayden hat Chayo untergehakt und zerrt sie voran. Es gibt keine weiteren Sniper. Aber beim Capitol von Sacramento, wo sie das Bauamt aufsuchen wollen, sehen sie Bewegungen.

Es kommt zu Kampfhandlungen, Schüsse fallen. Chayo wird in den Bauch getroffen, sie verliert das Bewusstsein und klappt weg. Beth und Jayden müssen sich in dem Gefecht Rücken an Rücken behaupten, was durch das Wegfallen von Chayos Sturmgewehr nicht einfach ist. Sie können aber durch ihre heroische Anstrengung die Oberhand behalten.

Jayden versorgt Chayo, und nachdem sie wieder zu sich kommt, stützen sie sie auf dem Weg ins Bauamt.

Das Capitol ist vermint. Es war wohl durch die unbekannten Bewaffneten zu einer kontrollierten Sprengung vorgesehen. Jayden kann die Sprengsätze entschärfen. Dann tritt er die Tür ein und marschiert schnurstracks durchs Gebäude. Immer den Schildern „Archiv“ nach. Er hat die Faxen dicke. Er findet einiges an Kartenmaterial, auch die gesuchten Pläne. Chayo lehnt sich derweil matt an eine der Wände. Jayden versucht sie zu beruhigen. „Das wird schon wieder.“ Sie lacht daraufhin nur bitter, was in einem blutigen Husten endet, der Jayden mit einem feinen Sprühnebel aus Blut versieht.

Im Keller des Gebäudes befindet sich zudem ein Bunker, zu dem Beth sich Zugang verschafft. In den dortigen Computersystemen ist leider nichts zu finden. Nur eine leere Textdatei, betitelt „Avalon“. Eine weitere, codegesicherte Tür erweist sich als aktuell nicht durchdringbares Hindernis. Sie gehen daher nach oben, um die Rückreise anzutreten. Sie bewegen sich in Richtung des Wagens, mit dem die Gruppe angereist war. Sie kommen weg vom Capitol, und es gibt keine weiteren Hinterhalte. Chayo wird inzwischen halb getragen.

Ein Problem: Der Wagen wurde von irgendetwas oder irgendjemandem zerstört. Sie sehen sich nach anderen Fahrzeugen um. Sie finden einen noch funktionsfähigen Jeep. Und einen wunderbar schnittigen, roten Sportwagen. Er zieht sofort Beths Blicke auf sich. Sie möchte ihn unbedingt haben. Und dann… löst Jayden versehentlich die Explosion einer Gasflasche aus, der Sportwagen knallt durch die unter ihm hochgehende Sprengung gegen das Garagendach und knallt danach wieder auf den Boden. Das war wohl nichts.

Zumindest übersteht Jayden den Zwischenfall ohne schwerere Verletzungen.

Die Gruppe fährt mit dem Jeep zurück nach Hope. Chayo wird auf der Krankenstation abgegeben.

Beth und Jayden erfahren: Der Funkkontakt zu den Truppen im Norden ist abgebrochen. Es gab Probleme. Captain Stone kann nicht erreicht werden. Jayden zerfließt vor Sorge.

Aber sie können gerade nichts tun. Spähtrupps sind auf dem Weg.

Beth studiert die Karte von Oroville. Es gäbe einige enge Tunnel, die dorthin führen. Eine Möglichkeit wäre es. Dort ließe sich sicher mehr erfahren.

Chayo erhält auf der Krankenstation ein in Erprobung befindliches Aufputschmittel. Der Doc rät ihr vehement davon ab, die Krankenstation zu verlassen. Aber Chayo möchte das Team nach Oroville begleiten, in der Hoffnung zur Befreiung der Gefangenen beitragen zu können. Sie weiß, wie schlecht es Kate geht, seit Amberly vermisst wird. Und sie möchte alles Nötige tun, um sie zu retten.

Unterschwellig ahnt sie, dass das nicht ihre cleverste Idee ist…


Das Team versammelt sich, um nach Oroville aufzubrechen. Auch Kate kommt mit. Die Fahrt bis Oroville ist ereignislos. Sie kommen zum Tunneleingang, und beginnen nacheinander den Einstieg, durch ein Seil miteinander verbunden.

Der Zugangstunnel ist eng und nass. Chayo hätte nicht gedacht, dass es dort so eng wird. Sie ist durch das Aufputschmittel total neben der Spur und verweigert sehr vehement den Weg in den Tunnel. Sie wird allerdings überstimmt und muss mit – auch wenn sie sich buchstäblich lieber am Haupttor durchsieben lassen würde, als das zu tun.  Durch ihre Klaustrophobie (ein altes Trauma noch aus Kartellzeiten) erleidet sie schon nach kurzer Strecke die erste Panikattacke. Als der Tunnel sich verengt, und sie alle nach 300 m stecken bleiben, wird die Situation nicht besser. Die Decke hat bedenklich viele Risse, die Jayden als Vorderstem der Gruppe auffallen. Er versucht durch gutes Zureden die feststeckende Chayo nach vorne zu ziehen, ohne dass ihr diese Risse auffallen.

Es gelingt. Auch wenn es alles andere als schön ist.

Weiter vorne steht der Tunnel unter Wasser. Jayden versucht hindurchzutauchen, um zu prüfen wie weit die Überflutung reicht. Notfalls sollen die anderen ihn am Seil zurückziehen. Ein großes Wagnis. Angespannte Stille, während Jayden in der dunklen Brühe verschwindet. Aber er hat Glück. Es ist sehr knapp, aber er erreicht die andere Seite, wo er nach Luft schnappt.

Dann gibt er über das Seil ein Signal, und zieht auch kräftig, so dass die anderen schnell durch kommen.

Sie kommen hinterher. Erschöpft erreichen sie das Ende der Röhre. Es ist mit einem massiven, fest eingelassenen Gitter befestigt.

Mit etwas Werkzeugeinsatz, Zeit und Gewalt können sie das Gitter genug beschädigen, um hindurch zu schlüpfen. Die Metalltür, um von diesem Wartungsraum weiterzukommen, ist versperrt und geht nicht auf.

Beth stoppt das Pumpsystem, in der Hoffnung dass irgendjemand nachsieht und die Tür öffnet, so dass die Gruppe hindurch kann. Und in der Tat, ein Soldat mit Werkzeugkoffer betritt den Raum.

Noch ehe jemand reagieren kann, streckt Chayo ihn mit einem gezielten Machetenhieb nieder.

Das Aufputschmittel, das Adrenalin, die vielen Verwundungen und der Tunnel, sie ist fertig und hat einen Ausraster.

Jayden ist entsetzt. Kate sieht Chayo mit einer Mischung aus Anklage und Enttäuschung an, alles was Chayo wiedergutgemacht hatte, ist dahin. Nur Beth klopft ihr auf die Schulter. „Das wäre wirklich nicht nötig gewesen. Wir hätten seine Uniform gebraucht.“

Chayo kommt so langsam wieder zu sich, realisiert was sie getan hat, lässt die Machete sinken. Sie flucht, und alle Rechtfertigungsversuche gehen ins Leere.

Zumindest können sie nun durch die Tür weiter in die Basis vordringen…

Ja, die Session war actiongeladen. Und ja, das zugrunde liegende System ist sehr auf heroische Action gemünzt, so dass die Charaktere zwar sehr viel an Verletzungen kassieren können, aber auch da ist es irgendwann vorbei. Und ja, Chayo hatte wirklich furchtbares Würfelpech. Die Gegner, die es auf sie abgesehen hatten, haben alle hervorragend getroffen, massiven Schaden ausgeteilt, und sie ist mehrfach wie ein nasser, blutgefüllter Sack zu Boden gegangen. Shit happens. Es war schon fast ein bisschen komödiantisch, wenn sie sich aufrappelte, nur damit es wieder vorbei war. Großes Kino!

Und auch wenn das nach dem zugrundeliegenden, heroischen System sich mit medizinischer Versorgung und Zeit alles regeln ließe, wollte ich ein wenig mehr Drama für meine gute Chayo. Denn Zeit war in dem Szenario eben Mangelware, und der Fokus auf „was ist sie bereit zu opfern für die, die sie liebt?“ und ihre immer stärker hochkommende Reue und Angst vor dem unausweichlichen Tod waren für mich im Charakterspiel sehr spannend. Zudem dieses Entsetzen über die eigenen Taten, Affekthandlungen usw.

Ihren Anker Kate dermaßen zu enttäuschen, das hat den Charakter beinahe gebrochen.