[Karte] Oakwood

Rollenspiel

Im neuen Jahr wird unsere „Outsiders“ Horrorkampagne beginnen, mit simplem 2w6 System.

Sie begleitet drei junge Erwachsene in der Stadt Oakwood, die immer mehr über sich selbst und ihre Vergangenheit und wahre Herkunft herausfinden werden.

Das Auftaktabenteuer haben wir zu Halloween gespielt, und einen Spielbericht will ich (sobald ich es zeitlich schaffe) hochladen.

Als Spielerin, die gerne ihren SL unterstützt, habe ich ihm die Stadt, in der die Kampagne spielt, gebaut.

Ein nützliches Werkzeug dazu: Zufallsgeneratoren für moderne Einrichtungen und Geschäfte

Die Stadt selbst ist wie üblich im Campaign Cartographer gebaut.

Stadtkarte von Oakwood

[Spielbericht] Unity | Sanctuary

Rollenspiel

Das Gebäude bebt. Explosionen erschüttern die Stadt.

Eine Wand wird weggebrochen.

Nieva öffnet die Tür, vor der die Gruppe nach wie vor steht. Eine Kälte, kälter als die Kälte zwischen den Sternen, breitet sich von der dahinter liegenden Dunkelheit aus. Mykah wirft die Tür mit aller Kraft wieder zu. Nieva ist erschüttert. „Die wollten uns umbringen!

Durch die weggebrochene Wand sieht man brennende Bäume. Ein Fluggerät ist dort; ein menschliches Spezialeinsatzkommando holt die Gruppe zu sich.

Sie werden auf den Sitzen festgeschnallt. Man hört Funksprüche, militärische Kommandos werden gebrüllt. Das Fluggerät hebt ab und man sieht noch, wie die Stadt im Bombenhagel zerstört wird. Die Staffel dreht ab. Mehrere der Fluggeräte werden von den Aliens abgeschossen. „Festhalten! Gleich wird es holprig!“ ruft ein Soldat, während der Flieger in dem die Charaktere sitzen Haken schlagend den Feinden ausweicht. Mehrere Angehörige der Alienspezies jagen mit großen fliegenden Reittieren (sie sehen aus wie Drachenschmetterlinge, oder wie man sich solche vorstellen würde) die menschlichen Flieger, die sie mit schweren Waffen beschießen. Sie können abgewehrt werden. Anatolij ist entsetzt ob der eskalierenden Gewalt.

Der Soldat sagt, dass man alle die zu retten waren rausbekommen habe – allein in der Stadt in der die Gruppe war, waren 62 Gefangene. Die Aliens bezeichnet er als „Affen“. Mykah fragt ihn nach der Situation in First Landing. Es habe zwei Angriffe auf die Stadt gegeben, aber es sei alles unter Kontrolle.

Es wurden in Reaktion auf die Angriffe vorwiegend Soldat:innen auf der Santiago geweckt, um auf die Kämpfe vorbereitet zu sein.

Es kommt später zu Turbulenzen. Eine Durchsage des Piloten endet abrupt. Das Fluggerät stürzt ab. Die Soldaten springen mit Fallschirmen ab; die Charaktere sowie der verletzte McDonald tun es ihnen gleich. Im Fall sieht man, dass der vordere Teil des Cockpits weggerissen wurde. Etwas, das wie eine zornige Blitzwolke aussieht, brät die Soldaten, die schon weiter unten sind. Die Charaktere, die zuletzt sprangen, können um die Wolke herum steuern und sind anscheinend kein interessantes Ziel.

Die Gruppe landet im Dschungel, in der Ferne sehen sie die Bergkette, zu der man sie gebracht hatte. Nieva und Anatolij verletzen sich bei der unsanften Landung; Anatolij verliert seine Schneidezähne und erleidet einen Nasenbruch. Nur Mykah ist gut runtergekommen. Sie verarztet die anderen mit durchwachsenem Erfolg. Nieva findet inmitten des Waldes eine inzwischen verwilderte Apfelplantage, wo die Charaktere sich stärken, Äpfel mitnehmen und versuchen, sich von den Bergen zu entfernen. Es wird dunkel. Nieva organisiert sich einen improvisierten Speer. Mykah sucht einen Unterschlupf, und findet durch Zufall die Überreste einer alten Betonwand. Ein zugewachsenes Gebäude von der ersten menschlichen Besiedlung. Im Unterholz gibt es noch mehr Gebäudereste. Eine kleine, verlassene, verfallene Stadt. Man sieht noch Straßenschilder, an den Gebäuden sind englische Schilder, die die Funktion der Gebäude ausweisen. Man findet skelettierte Überreste von Kindern und Erwachsenen, unter anderem einen Haufen Kinderschädel.

Auf den Straßen stehen verrostete Kleinfahrzeuge. Anatolij betont: „Wir alle wissen… wäre das russische Technik, dann wäre sie jetzt noch besser in Schuss und ich könnte was draus machen!“. Man darf ja auch in kritischen Situationen einen gewissen Galgenhumor nicht verlieren.

Sie finden Kampfspuren von früher. Und einen alten, in Plastik eingeschweißten Stadtplan in einem Glaskasten. Als Name steht „First Landing“ an der Karte, und Bevölkerungszahl „172 000“ – Gründung der Stadt Jahr 0, Kartendruck dann im Jahr 221. Die Stadt ist ganz anders aufgebaut als das First Landing der aktuellen Kolonie – offensichtlich sind Menschen einfach gleichbleibend unkreativ bei der Namensgebung. Nieva wird von Anatolij darüber aufgeklärt, das voraussichtlich keine Zeitreiseproblematik vorliegt – er schüttelt den Kopf ob ihrer Vorstellungen.

Die Charaktere suchen nach möglicherweise noch ausschlachtbarer Technik oder Kleidung, um ihre durch den Gewaltmarsch zerfetzten Sachen zu ersetzen.

In einer verlassenen, zerstörten Mall mit umgestürzten Barrikaden, gesprengten Fassaden und dergleichen mehr, suchen sie nach Ausrüstung. Ein gespenstischer Anblick. Die Charaktere schaffen es, noch nutzbare Schuhe, Socken und gut passende Kleidung zu finden. Es gibt in einem Spielzeuggeschäft genau solche Plastikdinosaurier, wie der, der am Strand gefunden wurde.  Und Überlebensrationen, die noch essbar sind. Es gibt Schilder „Echt irdische Waren“.

Die Gruppe überlegt, wie Menschen wohl früher hierher kamen, und wie so ein großangelegter Import klappen würde. Nieva hat die These, dass es eine Art Transportvorrichtung gegeben haben muss, und angesichts einer Serie die Helios ihr gezeigt hat, stellt sie die These auf, es seien vielleicht Stargates gewesen. Anatolij reagiert eher aversiv, kann sich aber zu einem „Ich kann diese These zumindest noch nicht widerlegen.“ durchringen.

Auch in der Mall waren Menschen irgendwo festgenagelt worden, bis ihre Gebeine zu Boden fielen. So  wie bei dem Rodungstrupp.

Die Charaktere suchen nach einem Areal mit Verwaltung und Kommunikationseinrichtungen.

Sie erreichen das verwüstete Regierungsviertel, „Sanctuary Regierungssitz“. Da sind heftige Kampfspuren, ausgebrannte Panzer usw. Eine Organisation oder Militäroperation mit dem Namen Sanctuary ist den Charakteren nicht vertraut, aber anscheinend war Sanctuary – was auch immer es genau war – sehr wichtig.

Das Hauptgebäude ist rußgechwärzt und sehr hoch. Mykah kann Nieva gerade noch davor bewahren, in eine Tretmine zu laufen, die mit Nervengas bestückt ist. Sie kennt dieses Modell von den Unterrichtungen in ihrem Militärdienst. Ein zu ihrer Zeit auf der Erde gängiges US-Fabrikat.   

In der großen Halle hat man menschliche Überreste aufeinander gestapelt, unzählige Körper. Anhand des noch vorhandenen Gebäudeplans mit Flucht- und Rettungswegen können die Charaktere den Kommunikations- sowie den Sicherheitsbereich ausfindig machen. In den unteren Stockwerken ist es finster. Die Nacht ist hereingebrochen. Ein Glück hat Nieva eine Taschenlampe und Batterien gefunden. Mykah findet eine Pistole mit ungewöhnlichem Magazin. Eine Laserpistole. Die gab es auf der Erde zur Zeit ihres Starts kaum.

Auf der weiter unten gelegenen Ebene mit Kommunikationseinrichtungen öffnet Mykah die verrostete Tür, die mit lautem Krachen aus den Angeln fällt.

An einem der Terminals im Kommunikationsbereich blinkt noch ein kleines grünes Licht. Anatolij kann erfolgreich die dort gespeicherten Informationen abrufen und überprüfen, dass die Kommunikationsrelais noch funktionsfähig sind.

Die Kommunikation zu fast allen Satelliten ist abgebrochen. Eine Datenverbindung zu Sanctuary besteht noch. Es gibt Kommunikationsprotokolle sowie eine Videodatei.

Dort ist eine Frau zu sehen, die berichtet, dass der äußere Verteidigungsring gefallen ist. „Die Feldarbeiter haben einen Aufstand gestartet.“ „Auf den anderen Kontinenten ist es nicht besser, bald sind wir die letzten auf dem Planeten. Die Kommunikation ist zum größten Teil ausgefallen.“ Die Aufzeichnung ist verstümmelt, man hört am Ende der Aufzeichnung Explosionen, und die Frau sagt „Das wars. Macht nicht denselben Fehler wie wir, lasst keinen von ihnen am Leben.“ Dann schießt sie sich in den Kopf.

Es herrscht betretenes Schweigen.

Die Gruppe sichtet die Informationen, die sich aus den Kommunikationsprotokollen rekonstruieren lassen. Truppenverlegungen, erfolgreiche Offensiven, Erfolgsmeldungen über die Zerstörung einer feindlichen Stadt, max. 3% Überlebende. Mehrere Großstädte wurden bombardiert.

Von den Berichten her sah es eher danach aus, als würden die Menschen gewinnen. Irgendetwas scheint vorgefallen zu sein, so dass sich das Blatt wendete.

Einige Satelliten lassen sich noch anpingen. Sie sind im Tarnmodus. Es gab anscheinend über allen Kontinenten Satelliten.

Es blinkt eine Meldung auf. „Eingehende Nachricht.“ Anatolij öffnet sie. Da steht „Anfrage von Sanctuary.“ Mit Auswahlfeld für Ja/Nein. Anatolij ignoriert das zunächst, um zu versuchen, eine Kommunikation zu den eigenen Leuten zu initiieren. Einer der Kommunikationsoffiziere von First Landing kann erreicht werden. Dieser holt einen vorgesetzten Offizier ran, der ein Sicherheitsteam zu den Koordinaten des Teams schicken will. Er erhält die Satellitendaten und einen kurzen Lagebericht. Es wird verboten, Sanctuary zu kontaktieren. In 72 h sollen die Charaktere abgeholt werden.

Nieva bestätigt die Verbindung zu Sanctuary dennoch, entgegen des Befehls – die anderen sind sauer, aber Nieva tut das als „Upps, so ein Versehen aber auch“ ab. Ein Mann ist darüber erreichbar, der sich wundert, dass First Landing nach 200 Jahren doch noch eine Nachricht schickt.

„Sanctuary ist zu 98% funktionsfähig. Brauchen Sie Unterstützung?“. Dies verneint Anatolij. Der Fremde verlangt eine Sicherheitsfreigabe. Anatolij unterbricht die Verbindung panisch mit einem „Oh je, die Verbindung ist ganz schlecht…“ und legt auf.

Es ist zu sehen, wie das Satellitennetzwerk online geht. Jemandes Aufmerksamkeit wurde geweckt.

Die Gruppe verlagert ihre Position, weg vom Regierungssitz. Zur Sicherheit, falls Sanctuary jemanden schickt und die vor den Leuten aus First Landing da sind.

Sie beobachten das Regierungsgebäude von ihrem Versteck aus.

Im Morgengrauen kommt eine etwa footballgroße Drohne in Sicht, die von oben herabschwebt und ins Gebäude fliegt. Mehr Drohnen tauchen auf, und durchsuchen die Gebäude. Die Gruppe geht in Deckung um verborgen zu bleiben. Mykah und Anatolij fachsimpeln über die verzögerungsfreie Kommunikation mit Sanctuary. Vielleicht eine unterirdische oder unterseeische Station? Nieva fragt: „Also reden wir von Atlantis?“ – Mykah und Anatolij reagieren synchron und vehement mit: „Nein!

Irgendwann entfernen die Drohnen sich. Nievas Datenbuchse wird von einer Kommunikation erfasst. „Sanctuary hier. Konnten Ihre Position nicht bestätigen.

Sie kann darüber nur empfangen, nicht senden, solange sie keine weiteren technischen Gerätschaften hat. Sie wird von der Stimme in ihrem Kopf bedroht, zur Kommunikationseinrichtung zu gehen, sonst könnte sie durch ihr Implantat geschädigt werden. Mykah stellt Nieva die Option vor, die Datenbuchse zu entfernen, was medizinische Risiken beinhaltet. Dies wird aufgrund der erwartbaren Folgeschäden am Gehirn aber verworfen. Nieva muss zurückgehen. Anatolij und Mykah begleiten sie. An der Kommunikationseinrichtung blinkt das Anfragefeld. Die Gruppe bestätigt es. Sanctuary fragt, ob die Charaktere Hilfe benötigen. Es seien nur drei Menschen in der Stadt laut Datensystem, während zweihundert der nativen Spezies auf die Position zuhalten, noch wenige Kilometer entfernt. Entsprechende Sensordaten werden ebenfalls gesendet. Ob die Daten echt sind oder nicht, lässt sich nicht bestimmen. Die Gruppe akzeptiert daher das „Extraktionsangebot“ von Sanctuary.  Der Mann, der zu ihnen sprach, wirkt wie ein automatisches System in Teilen seiner Sprache. Die Gruppe sendet eine Nachricht an First Landing, dass Feinde auf dem Weg sind und sie nach Sanctuary gebracht werden, Ort unbekannt. Sie gehen nach draußen und warten auf Sanctuary. Zum angegebenen Zeitpunkt ertönt ein Überschallknall und ein automatisiertes Shuttle landet. Es bringt die Gruppe mit großem Tempo weg nach oben – also doch keine unterseeische Basis. Anatolij ist fast ein wenig enttäuscht. Das Shuttle verlässt die obere Atmosphäre. Es nimmt Kurs auf zu einem der kleinen Submonde von Unity. Es hält rasend schnell auf einen Krater des Mondes zu. Es landet. Die Luke öffnet sich. Die Umweltbedingungen des umgebenden Hangars sind sehr angenehm. Es sind Hunderte von Shuttles dort. Das Logo von Sanctuary ist im Hangar zu sehen. Ein Raubvogel mit brennender Fackel in den Klauen.

Alles ist sauber und gut beleuchtet, und leuchtende Pfeile auf dem Boden weisen den Charakteren den Weg. Aufgrund der Gespräche der Charaktere, die offensichtlich abgehört werden, wird ihnen der Weg zu Waschräumen gewiesen. Sie können dort duschen. Es ist nach diesen drei Monaten in Gefangenschaft wunderbar, auch wenn all die Wunden an ihren Körpern dabei schmerzen. Sie können sich in grauweiße Overalls aus den Kleiderspendern einkleiden. Im Anschluss werden sie von den Pfeilen am Boden nach einer Durchsage zur Kommandozentrale geleitet. Dort taucht ein Hologramm auf, der, der mit ihnen gesprochen hatte. Sie fragen, wer er ist. „Sie sprechen mit Sanctuary

Die Daten der Charaktere befinden sich in seinem System, er weiß, dass sie Mitglieder der Fujikawa Mission waren, sowie ein Flugteam auf der Santiago. Sanctuary hat Zugriff auf die Daten der UN der Erde.

Sanctuary sei dies alles – er deutet auf das Schiff – und sei 2081 erbaut worden. Mehrere Jahre nach (!) Einschlag des Planetoiden auf der Erde.  

Bei Einschlag von Christopher Floyd kam es zu schweren Zerstörungen und Milliarden von Toten. Kriege und Hungersnöte führten zu weiteren Toten. Die Nakalim leisteten der Erde Hilfe und retteten die verbliebene Bevölkerung. Die Nanomaschinen, die sich aus dem Planetoiden replizierten, wurden gemeinschaftlich von Menschen und Nakalim bekämpft. Sanctuary wurde mit Hilfe von Nakalimtechnologie auf dem Mars erbaut, um einen großen Teil der verbliebenen Bevölkerung zu evakuieren. Es waren 120 Millionen. Sie seien auf Sanctuary, schlafend. Man werde sie dann wecken, wenn Sanctuary beschließt, dass es sicher ist. Sanctuary sei mit Hilfe einer Hypernova so schnell nach Unity gereist.

Die Menschen auf Calgarn, wie die Einheimischen den Planeten nennen, oder Sanctuary nach Benennung der Kolonist:innen, waren die erste Welle, die die Kolonien aufbauen sollten.

Die Charaktere fragen, wie es zum Konflikt mit den Einheimischen kam. „Dummheit und Arroganz der Menschen“.  Nach ursprünglich friedlichem Kontakt zur Bevölkerung forderten die Kolonist:innen Zugriff auf Wissen und Technologie der Einheimischen, die sie sich nach Ablehnung seitens der ursprünglich nativen Spezies mit Gewalt nahmen. Einige weniger fortschrittliche Siedlungen auf dem Planeten wurden von den Menschen vereinnahmt. Die Einheimischen setzten ihre Technologie und andere Lebensformen des Planeten zur Ausrottung der Menschen ein.

Der Frage, warum keine wachen Menschen auf der Station sind, weicht Sanctuary aus. Die menschliche Besatzung wollte verbliebene Städte der Außerirdischen vom Raum aus bombardieren, und wurden seitens der Systeme daran gehindert und gestoppt, so sagt er. Es wirkt, als seien sie getötet worden, auch wenn die KI das nicht explizit sagt.

Die Gruppe betont, dass sie nur an Frieden interessiert sind.

Nieva wird angeboten, ihre Datenbuchse zu updaten. Sie nimmt dies an, und erhält eine Naniteninjektion. Das Update ihres Implantats fühlt sich merkwürdig an.

Das Stationssystem erlaubt aktuell keinen Kontakt zu First Landing. Es hat Zugriff auf den dortigen, laut seinen Aussagen nicht guten Status.

Der Gruppe wird ein Habitat gezeigt. Eine beleuchtete Felshöhle mit Atmosphäre, und an ihrem Ende ist eine Tür. Dahinter folgt eine große, künstlich beleuchtete Höhle mit Wiesen, Bäumen usw. Vögel zwitschern, Insekten schwirren herum.

Die Sanctuary KI sagt, sie habe beschlossen, dieses Habitat nach Fehlschlag der Besiedlungsmission herzustellen.

Die Charaktere ruhen dort ein wenig, sie sind erschöpft und können die Lage nur schwer einschätzen. Sie sind nach den vergangenen Monaten zu entkräftet, um viel zu tun.

Sie werden von der hektisch wirkenden KI geweckt, die sagt, zur Aufhebung einer existentiellen Bedrohung für die Urbevölkerung des Planeten habe sie einen Orbitalschlag vorbereitet. Auf die menschlichen Kolonien. Sie zeigt einen Livefeed startender, hausgroßer Geschosse, die von dem Mond aus starten und in Richtung Unity fliegen. Die Charaktere schreien auf! Ist das echt, oder gefälscht?

[Karte] HOPE, Siedlung aus Biohazard

Rollenspiel

So, auch wenn die zweite Staffel der Kampagne noch in der Zukunft liegt, da vorher sowohl United Space abgeschlossen werden muss, sowie die aus dem Halloween-Oneshot entstandene Outsiders Kampagne noch gespielt werden will, habe ich dennoch schon etwas für Biohazard vorbereitet.

HOPE, die Siedlung, deren Aufbau und Sicherung sich die Charaktere verschrieben haben. Eine kleine, ehemalige Feriensiedlung beim Blue Lake (ursprünglich war nur die nahegelegene Kaserne bewohnt), in der Zeit zwischen den Staffeln durch Geflüchtete aus Portland und anderen Regionen deutlich gewachsen. Daher kommen inzwischen viele Leute in Barracken und Wohnwagen unter. Man muss ja sehen, wo man bleibt.

Nach der verheerenden Feuersbrunst, die gesamt Nordkalifornien nach dem Staffelfinale heimgesucht hatte, wurde entschieden, die Vegetation um Camp Hope nicht zu roden, sondern zu schützen. Daher wurde der Perimeter mit einer stabilen Mauer, Wachtürmen, Stacheldraht und einem stachelbewehrten Graben gesichert, und beständig patrouilliert. Das wird schön, wenn die Charaktere dort irgendwann wieder vereint sind. Denn wo war Chayo nochmal abgeblieben? Hach…

Für die Karte habe ich den City Designer von ProFantasy genutzt, mit dem Darklands City Stil und einigen zusätzlichen Symbolsets. Durch Ebenenspielereien gibt es zudem eine nächtliche Variante, rein für die Optik.

[Spielbericht] Unity | In der Hand des Feindes

Rollenspiel

Die Aliens haben zwei menschliche Agrartechniker als Geiseln.

Daniel Banner und John McDonald. Sie drohen mit der Exekution der Gefangenen und Erzwingen so die Kapitulation der Gruppe. Das Fahrzeug wird durch die Aliens gesprengt.

Die Charaktere werden mehrere Tage lang durch den Wald getrieben, gemeinsam mit den anderen Geiseln.

Der Verletzte, der bei den Charakteren war, wurde sterbend im Wald zurückgelassen.

Der mehrtägige Marsch ist erbarmungslos und ohne Pausen.

Irgendwann stoppen sie, und geben den Gefangenen eine Schüssel mit etwas, was als Nahrung dient. Es ist scharf, aber essbar. Sie geben auch etwas sehr Saures zu Trinken aus.

Drei der Wesen sind direkt bei den Gefangenen als Wache, die anderen unterhalten sich untereinander. Den menschlichen Gefangenen wird 5 Stunden Ruhe gewährt, ehe es nach einem unsanften Wecken weitergeht. Die Aliens halten die örtliche Fauna fern; der Dschungel hallt nachts von merkwürdigen, angsteinflößenden Tiergeräuschen wider.

Die Kleidung der Aliens ist maschinell gefertigt. Sie interagieren miteinander, unterhalten sich. In den Interaktionen mit den menschlichen Gefangenen sind sie relativ zurückhaltend, kurz angebunden und forsch. Aber nicht irrational brutal; als Nieva stürzt wird ihr sogar aufgeholfen. Neben den drei Wachen sind noch sechs weitere Wesen mit im Trupp.

Nach 12 Tagen erreicht die Gruppe ein Gebiet, wo der Wald lichter wird und in felsige Hügel übergeht. Nieva nutzt ihre Hellsicht, um First Landing zu sehen. Dort sind erstaunlich viele bewaffnete Leute mit Schutzausrüstung auf den Straßen. Anatolij geht davon aus, dass die Wesen die Gruppe südwestlich von First Landing bringen. Durch die Felsen geht es in Richtung der Berge.

Nachts bricht McDonald sich bei einem Sturz den rechten Knöchel. Er darf durch Mykah medizinisch notversorgt werden, muss aber getragen werden. Die Wesen werden ungeduldig, der Weg geht weiter. Jetzt Richtung Süden, an den Bergen entlang. Drei bis vier Tage. Die Gefangenen tragen den Verletzten abwechselnd, sind selbst am Ende ihrer Kräfte. McDonalds Verletzung verschlechtert sich zusehends.

Ein Geräusch ist zu hören; ein Flugzeug aus Richtung von First Landing. Ein Jet aus menschlicher Fertigung. Er passiert den Trupp in ca. einem km Entfernung. Die Wesen stoppen und diskutieren hektisch miteinander. Dann treiben sie die menschlichen Gefangenen unerbittlich im Laufschritt voran. Nur unter größter Anstrengung kann McDonald mitgetragen werden. Es geht wieder in Richtung Wald. Bei der nächsten Pause im Wald bauen die Gefangenen unter strikter Beobachtung eine Trage.

Der Gewaltmarsch dauert wochenlang an; die Charaktere verlieren jegliches Zeitgefühl. Sie sind entkräftet, verdreckt, ausgemergelt. Die Reste ihrer Kleidung sind nur noch Fetzen, und bei jeder Pause brechen sie förmlich zusammen, ihr Schlaf gleicht einer tiefen Bewusstlosigkeit. Wann immer Nieva sich lautstark beschwert, lachen die Wachen. Sie amüsieren sich sehr über die klagende Pilotin.

Später entreißt Banner, einer der Agrartechniker, einer der Wachen das Gewehr und erschießt sie. Er wird daraufhin niedergeschossen. Er lebt noch, hat aber keine großen Überlebenschancen. Nieva beendet sein Leid ohne Wissen der anderen; sie ist zornig, dass er durch seine Aktion das Leben aller in Gefahr gebracht hat.

Die Wesen schreien und streiten sich, die Gefangenen müssen sich in einer Reihe hinknien. Die Wesen scheinen sich zu streiten, wie es nun weitergeht. Aber es wird entschieden, die Gefangenen weiter anzutreiben und nicht zu exekutieren.

Inzwischen gibt es alle 48 Stunden 8 Stunden Rast. Wann immer es zu einer Pause kommt, sinken die Menschen zu Boden und schlafen.

Die Wache, die rudimentäres Englisch spricht, betrachtet McDonalds Bein und redet mit seinen Leuten. Er sagt zur Gruppe: „Neun Sonnen“, die Charaktere wissen aber nicht, ob das bedeutet, dass sie in neun Tagen irgendwo ankommen werden, oder McDonald dann getötet wird.

Anatolij fragt die Wache nach ihrem Namen.

Die Wache benennt seine Gruppe als Xaal’Tul.

Die Menschen bezeichnen sie als Zeltas.

Die Wache hebt eine Hand und sagt dabei „Uriki“.

Es scheint kein Eigenname zu sein, als Anatolij sowas fragt, reagiert das Wesen zornig, und Anatolij weicht beschwichtigend zurück und kniet sich wieder hin.

In den nächsten Tagen stoßen mehr Wesen zum Trupp. Die Bäume des Waldes werden in diesem Areal immer größer. Die Vegetation ändert sich, es gibt weniger Unterholz und Tierlaute. Das Gelände wird abschüssig. Nieva ist wie in Trance, für mehrere Tage. Man kann sie nicht ansprechen.  

Am Nachmittag des achten Tages (seitdem die Wache „Neun Sonnen“ gesagt hatte) erreichen sie eine riesige Felswand mit einer großen Öffnung, die bearbeitet wurde. Inzwischen sind 30-40 Aliens zugegen. Sie bringen die Gefangenen in die Höhle, tief hinein.

Nieva ist während ihrer Trance auf der Brücke des Schiffs. „Großmutter, du musst in den Chor einstimmen!“ Nieva weiß nicht, was los ist. Ihre Enkelin fordert jemanden mit Klemmbrett auf, Nieva alles zu erklären. Er scheint sie zu kennen oder ihr schon mal begegnet zu sein. Sagt, er kennt sie von der Einweihung der Akademie. Er führt Nieva durch das Raumschiff. Es gibt laut seiner Aussage eine kleinere Konfrontation mit den „Solis“. Er bringt sie zum Admiralsquartier. Anscheinend wird Nieva also später Karriere machen. Und 21 leibliche Kinder haben. Und 90 adoptierte. Nieva scheint aktuell unter einer temporalen Demenz zu leiden. Sie erhält Medikamente von dem Mann mit Klemmbrett. Telepathen ihres Ranges in fortgeschrittenem Alter neigen wohl dazu, ihr Bewusstsein unkontrolliert in verschiedene Abschnitte ihres Lebens zu projizieren. Menschliche Psioniker haben diese Fähigkeit eigentlich nicht. Nur Nakalim, Solis und Xaal können das. Sie solle sicher in ihrem Quartier bleiben, dann kämen die Erinnerungen in den folgenden Stunden zurück. Sie nutzt die Zeit, um die Geschichtsdatenbanken auf einem Datenpad nachzulesen; ihre Sicht verschwimmt. Sie legt das Pad beiseite, betrachtet sich im Spiegel. Sie sieht normal aus, aber ihr drittes Auge ist zu. Als sie es aufschiebt, sieht sie zunächst eine brodelnde violette Masse; danach einen blinden Augapfel.

Aus dem Bad hört sie eine Stimme. Ihre eigene. „Wie oft hatten wir diese Situation schon. Hör doch einfach auf mich.“ Diese Nieva sieht sehr sehr alt aus. Sie bedankt sich, dass Nieva ihre Tabletten genommen hat. Nieva fragt ihr älteres Ich, wie sie zurück in ihre Zeit kommt. Ihr älteres Ich ist ziemlich zotig, und hat großen Spaß an ihren Fähigkeiten und ihrer Zeitwahrnehmung. Sie führen ein kleineres Streitgespräch. Bald sei Nieva wieder in temporaler Gleichzeitigkeit, und das Gleichgewicht ihrer Kontinuen sei wiederhergestellt. Nieva fragt nach ihren künftigen Kindern und deren Vater; sie ist froh von sich zu erfahren, dass ihre Kinder definitiv nicht von Anatolij sein werden (Anatolij wäre darüber ebenfalls froh, wäre er bei dem Gespräch zugegen), sie den Vater ihrer Kinder aber bereits kennt. Sie ist neugierig, ihr älteres Ich verrät aber nichts. Es gibt Andeutungen auf Gesellschaftsspiele. Ihr älteres Ich will ihr alles erklären, was auf Unity mit den Xaal passiert ist.

In dem Moment wacht Nieva mit einem Schrei in der Gegenwart auf. Anatolij erschreckt sich und lässt sie fallen. Durch den Schrei erschrecken auch die Xaal’Tul sich, und richten die Waffen auf Nieva. Die Situation kann zum Glück friedlich aufgelöst werden.

Sie führen die Gefangenen weiter, während Nieva erzählt, wie viele Kinder sie haben wird und dass sie lebend aus der Sache rauskommen werden.

Anatolij ist super irritiert von einigen der Dinge die Nieva erzählt, und schaut geradezu hilfesuchend zu den Wachen. Eine der Wachen deutet auf Nieva und sagt „Utran“.

Nieva unterhält sich mit Mykah über ihre Fähigkeiten.

Die Gefangenen werden weiter nach unten gebracht, sehr sehr tief hinein ins Dunkel.

Nach einer sehr weiten Strecke in die Tiefe wird die Sicht allmählich besser, die Wände leuchten ganz leicht. Das entstammt direkt dem Gestein.

Die Wände des Tunnels zeigen Reliefs der Wesen, die sie bei Alltagstätigkeiten zeigen. Sehr kunstvoll angefertigt. Die Motive wiederholen sich, aber Werkzeuge, Pflanzen etc. sehen im Laufe der Zeit anders aus, man sieht eine Art Entwicklung/Veränderung im Stil.

Die Xaal’Tul berühren bestimmte Reliefs, auf denen eine Art großer Baum abgebildet ist, der aussieht als würde er brennen.

Jetzt geht es ebenerdig weiter durch den Tunnel.

Bei der nächsten Abbildung des brennenden Baums sieht man Darstellungen der Aliens, die am Boden liegen.

Während sie weitergehen, stoßen die Alien um sie herum Laute aus; es klingt angenehm, vielleicht eine Art von Gesang. Die Charaktere sehen Tageslicht. Weit über ihren Köpfen sieht man ein Blätterdach. Es gibt mehrere, ca. einen km hohe Bäume hier. Dazwischen stehen Gebäude aus Stein. Sie sehen alt aus, ein wenig vergleichbar mit mittelamerikanischen Steingebäuden, stilistisch. Es sieht aus wie eine Stadt. Dort sind sehr viele Xaal unterwegs. Zwischen den Bäumen hängende Kabel leuchten und dienen als Straßenbeleuchtung. Die Gebäude sehen alt und bemoost aus, sind aber bewohnt. Fahrzeuge sind nicht zu sehen. Man bringt die Gruppe zu einem der große Gebäude. Die Wache die ihre Sprache spricht bedeutet ihnen, in einen Nebenraum zu gehen und zu warten. Dort werden die Gefangenen eingeschlossen. Es gibt Nahrung und Trinken. Es sind nun genau die neun Tage vergangen, die die Wache genannt hatte.

Die Gruppe wartet und ruht; sie schlafen. Endlich Ruhe. Egal wie es weitergeht, die Erschöpfung fordert ihren Tribut.

Nach unbestimmter Zeit geht die Tür auf und ein sehr kleiner Alien fordert sie auf mitzukommen. Er hat sechs weitere Leute dabei, auch den, der mit ihnen gesprochen hatte.

Man führt die Gefangenen auf einen großen Platz; überall stehen Leute. Manche von ihnen gestikulieren lautstark und aufgebracht in Richtung der Menschen.

Der Weg führt sie zu einem sehr großen Bauwerk.

Das Wesen, das sie geholt hatte, sagt: „Ihr werdet jetzt erfahren was mit euch passiert.“

Sie werden eine sehr steile Treppe hinaufgeführt. Die Gänge in dem Gebäude sind mit Fackeln ausgeleuchtet. Man kann rituell klingenden Gesang hören. Die Gefangenen werden in eine Kammer gesperrt, wo sie warten sollen. „Bis zum Ende.“

Der Raum ist voller Knochen. Aufgeschichtet in mehreren Stapeln liegen die Überreste von Menschen. Sie sind rund zweihundert Jahre alt. Es sind fünfzig Schädel an der Wand aufgereiht, und auf jedem Schädel steckt eine Kerze. Die Gebeine stammen von Menschen aller Altersklassen, auch viele Kinderknochen sind darunter.

Der rituelle, im Hintergrund hörbare Gesang verklingt. Nach einigen Minuten öffnet die Tür sich, und der, der sie hereingebracht hat, kehrt zurück. Er fordert sie auf, mitzukommen. Die Gruppe wird zu einer Befragung gebracht. In einer Kuppel, deren Wände von den Aliens gesäumt werden, sollen sie eine Art Podest in der Mitte des Raumes betreten.

Es erklingt wieder Gesang. Er scheint aus anders strukturiertem Stein, aus Lautsprechern, zu kommen.

Die Aliens sagen alle einzeln in Richtung der Menschen die Worte „Mörder“ und „Monster“.

Als Anatolij versucht zu erklären, dass nicht alle Menschen jemanden getötet haben, aber einräumt, dass Banner eine Wache getötet hat und einige Menschen ein Gelege zerstört hat, tritt ein Alien vor und sagt „Mörder von Turi. Mörder von Xaal. Zeltas.“ Mykah fragt „Wer ist Turi“ – daraufhin holt einer der Aliens den Schädel eines menschlichen Kindes aus der Tasche und wirft ihn vor die Gruppe.

Die Charaktere versuchen zu erklären, dass sie das nicht wollten. Nichts Böses tun wollten.

Die Wesen sprechen mehrfach reihum das Wort „Zeltas“. Dann werden die Gefangenen von der Wache abgeholt, die mit ihnen während des Marschs gesprochen hatte. Sie werden vor eine prachtvolle Tür gebracht, die sich mit einem Summen öffnet.

Die Wache sagt „Letzter Gang vor Dunkelheit.“

Der Gang ist von Reliefs gesäumt. Ähnliche Darstellungen wie in dem Tunnel. Sie wurden mit modernem Werkzeug gefertigt, ins Gestein geschmolzen. Auf den Reliefs sieht man sie beim Ackerbau, beim Bau von großen Gebäuden, Schifffahrt, man sieht eine Weltkarte mit Symbolen. Gebäude und Schiffe werden immer größer. Dann zeigen die Reliefs eine Stadt voller Leute, und wie aus dem Himmel ein Feuerball kommt. Einige Aliens werden nebeneinander liegend dargestellt, tot?

Dann sieht man gebückte Aliens und ihnen gegenüber Menschen. Die Menschen auf den Darstellungen stehen neben den liegenden Figuren. Man sieht eine Stadt wo Aliens und Menschen sind. Dann Darstellungen, wo Menschen und Einheimische getrennt zu sehen sind. Dann dieselbe Darstellung, aber Feuer zwischen Einheimischen und Menschen. Und Einheimische liegen am Boden. Daraufhin Szenen mit menschlicher Architektur, wie dort Menschen stehen und Xaal dort auf den Feldern arbeiten.

Einheimische und Menschen im Kampf miteinander. Es wird eine brennende Stadt der Einheimischen gezeigt. Eine große Stadt der Einheimischen wird brennend gezeigt, tausende von toten Xaal. Darüber am Himmel ist ein großer brennender Ball. Die nächsten Reliefs zeigen Xaal, die Menschen jagen; eine brennende menschliche Siedlung und viele tote Menschen. Jubelnde Xaal. Dann eine Darstellung, wie Menschen in den Wald getrieben werden, zu einer Xaal-Stadt, wo Menschen auf den Feldern arbeiten und weniger werden. Die letzte Darstellung zeigt die Tür, vor der die Charaktere sich nun befinden. Auch auf dem Relief stehen Menschen vor dieser Tür.

Nieva stellt fest, dass sie über ihre Datenbuchse einen Funkspruch empfängt. Ihre Position wird angepeilt. Man wolle sie da rausholen. „Gehen Sie in Deckung!“

Man hört lautes Donnern, und die Verbindung bricht ab.  

[Das war eine sehr intensive Session. Die Todesangst der Charaktere, einem ungewissen Schicksal entgegengetrieben, der Versuch eine Kommunikation aufzubauen – denn mit Wesen, mit denen man kommuniziert, die tötet man vielleicht nicht ganz so gedankenlos – das diente alles der Chance, lebend aus diesem Alptraum zu entkommen. Und über allem schwang immer noch die Neugier mit, zu erfahren wo die Wurzel dieses Konflikts war.]

[Spielbericht] Unity | Nicht allein

Rollenspiel

Nieva kommt wieder zu sich, in der Gegenwart, nachts. Sie ruft Mykah an und berichtet ihr von ihrer Zukunftsvision. Mykah ist sehr schlaftrunken, versucht die Informationen aufzunehmen.

Mykah: „Möchtest du meinen medizinischen Rat haben?“

„Weswegen würde ich dich sonst anrufen?“ – „Das war harsch!“.

Mykah sucht Nieva auf der Krankenstation auf und untersucht die Hirnmuster während des Traums/der Vision. Zu der Zeit war die Hirnaktivität ungewöhnlich hoch, höher als bislang. Möglicherweise die höchste Gehirnaktivität, die jemals bei einem Menschen gemessen wurde. Es zeigen sich keine negativen medizinischen Auswirkungen.

Sie wollen einen Versuch unternehmen, ob Nievas Visionen an eine bestimmte Zeitebene gekoppelt sind. Mykah bittet sie, an Anatolijs Reparatur eines Rasenmähers vor einigen Tagen zu denken.

Nieva beschließt jedoch, ihren Geist nach Mykahs Geist auszustrecken, und in ihre Gedanken einzudringen. Dies gelingt ihr jedoch nicht – sie hört eine unheimliche, definitiv nicht menschliche Stimme in ihrem Kopf. „So nicht!“. Sie fühlt sich beobachtet und möchte keine weiteren Experimente durchführen. Sie schickt Mykah schroff weg, die sich daraufhin wieder hinlegt. Nieva hat das Gefühl, das noch etwas mit ihr im Raum ist, auch wenn sie es nicht sehen kann. Etwas Schlimmes. Sie hat Angst.

Mykah geht morgens bei Anatolij vorbei, der sehr gut drauf ist und gerade frühstückt. Sie berichtet von Nievas Vision, und geht mit Anatolij dort vorbei. Derweil tauschen sie sich über den Streich von Anatolijs Frau und ihr Wiedersehen aus. Anatolij solle jetzt laut seiner Ehefrau die karg eingerichtete Wohneinheit gemütlicher einrichten, weniger auf Funktion und Schlichtheit fokussiert. Er gesteht ja ein, keine persönlichen Sachen und Besitztümer dort aufgestellt zu haben – seine Kapazität an persönlichen Besitz habe er weitgehend für Dinge seiner Frau und Kinder aufgewendet, und die Wohneinheit müsse doch nicht gemütlich sein, er arbeite doch sowieso fast immer und sei dort nur zum Schlafen.

Beim Krankenhaus werden sie darüber unterrichtet, dass Nieva nachts nicht geschlafen hat, sich im leeren Zimmer beobachtet fühlte und Anzeichen von Paranoia zeigt.

Anatolij überprüft die Sensoren für verschiedene Frequenzbereiche, um eventuell getarnte Beobachter sichtbar zu machen. Nichts. Die Temperatur im Zimmer ist niedriger als sie laut Thermostat sein sollte – aber dies liegt nach eingehender Prüfung nur daran, dass der Thermostat kaputt ist.

Anatolij geht zu Nieva ins Zimmer. Ab diesem Moment fühlt sie sich nicht mehr von diesem unsichtbaren Beobachter verfolgt. Sie ist erleichtert und fällt Anatolij um den Hals, der sie verlegen umarmt. Nieva berichtet von ihrem Gefühl und dass sie davon ausgeht, dass ihre Visionen stimmen. Anatolij versucht, sie weiter zu trösten.

Zum Thema, dass die unsichtbare Wesenheit verschwand sobald Anatolij reinkam meint er:

„Das ist meine überquellende, russische Positivität!“.

Nieva benötigt Ruhe und will schlafen. Sie möchte aber nicht alleine sein. Sie bittet Anatolij zu bleiben. Mykah schickt eine Anfrage, ob er seine Schicht eine Stunde später antreten kann. Dies wird erlaubt. Er darf also noch etwas an Nievas Bett sitzen, damit sie einschlafen kann.

Als Anatolij seine Schicht antritt, kann Nieva ruhig weiterschlafen. Die anderen Techniker amüsieren sich über Anatolij und freuen sich für ihn. Er entschuldigt sich errötend für seine Schroffheit, und dankt ihnen für den Streich. Er schulde ihnen definitiv bei Gelegenheit ein Bier!

Die nächsten Tage verlaufen ruhig, Nieva wird aus dem Krankenhaus entlassen, darf wieder fliegen und arbeiten.

Anatolij richtet die Wohneinheit ein, und freut sich über die Gegenwart seiner Frau.

Die Arbeit verläuft für alle normal.

Nieva verbringt viel Zeit mit Ramon, der mit ihr regelmäßig ein Bierchen trinkt, wo auch immer er das her hat.

Mykah kümmert sich um normale Verletzungen im Krankenhaus und arbeitet in der Hydroponik.

Wochen vergehen.

Nördlich der Stadt, da wo der Plastikdino gefunden wurde und wo Nieva in ihrer Vision den brennenden Wald sah, wurden Mauerreste gefunden, etwa 200 Jahre alt. Beton- und Steinbauwerke. Man findet Metalle und Plastik, isolierte Kabel, Elektromotoren und Reste eines Solarpaneels. In dem Areal gab es Bepflanzung mit Bäumen, Skelette von Hühnern, Schweinen und Rindern, sowie Hinweise auf Rodung und Ackerbau. Die Siedlung sieht groß genug aus für mehrere Hundert Menschen. Es gibt Brandspuren.

Die Gruppe spekuliert, wie Menschen dorthin gekommen sind. Aktuell vollkommen unklar. Weitere Fragestellung: Wovon wurden sie angegriffen?

Etwas später: Die Charaktere werden mittels ihrer Datenpads zu einer Versammlung in der Ratshalle einberufen. Alle Leute die dorthin gerufen wurden, entstammen den alten Flugteams der Santiago.

Ein Ratsmitglied, Bernard Witzman, kommt rein. Er bittet alle, Platz zu nehmen. Es gab einen neuen Ratsbeschluss aufgrund aktueller Ereignisse. Die Flugteams werden reaktiviert, da die Erkundung mittels Drohnen zu langsam vonstattengeht und die Flugteams als Kundschafter:innen eingesetzt werden sollen.

Die Flugteams werden künftig „Ranger“ genannt. Jedes Team erhält eine eigene Rufkennung und ein eigenes Fahrzeug. Sie werden den Kontinent erkunden.

Südlich der Siedlung habe sich etwas ergeben, die Nachricht sei erst eine Stunde alt. Dort kam es bei Rodungsarbeiten für eine autonome kleine Ackerbausiedlung zu einem Zwischenfall. Der Vorarbeiter hat einen Notruf gesendet. Da die Sicherheitskräfte noch in Kryptostase liegen, werden die Ranger geschickt.

Nieva meldet das Team umgehend freiwillig dafür. Ihr Team heißt „Team Sparta“, zu aller Belustigung.

Am Fuhrpark sollen sie ihre Ausrüstung und den zugewiesenen Truck erhalten.

Die Charaktere können den Funkspruch hören, der sehr verstümmelt übermittelt wurde „First Landing… Hilfe… Oh mein…“

Das Team stattet sich am Truck aus. Dieser ist 6-achsig, sehr massiv, gepanzert und groß, hat gepanzerte Reifen und gute Federung. Er hat eine Mini-Krankenstation für eine Person, Kojen für 6 Leute und einen Mini-Speiseraum mit Kochnische. Antrieb mittels Wasserstoffbrennstoffzellen und ausklappbaren Solarpaneelen, hohe Reichweite.

Aufbruch nach Süden, über die angelegte Straße zum Zielort. Das Fahrzeug fährt sich gut, Nieva ist sehr angetan davon. Das Areal des Notrufs ist ca. 150 km weit weg.

Bei Ankunft sieht man, dass dort bereits viel gerodet wurde. Mykah fällt auf, dass die Fenster des Unterkunftscontainers für die Arbeitskräfte zerstört wurden, und zwar von außen. Der Boden ist aufgewühlt (vllt. ein Kampf?). Ein Arbeiterstiefel liegt auf dem Boden, ohne Inhalt.

Die Tür zum Container wurde von außen aufgerissen. Es gibt Kratzspuren. Anatolij blickt in die Unterkunft.

Pritschen und Einrichtung sind komplett zerstört, Elektronik kaputt – sieht nach Absicht aus. Dort ist überall sehr viel Blut. Alles noch sehr frisch, ca. 3 Stunden alt.

Anatolij weicht zurück und beobachtet den Waldrand.

Nieva findet in dem Wohncontainer einen abgebrochenen Pfeil. Außerdem findet sie eine Art Messer oder Dolch mit gebogenem Griff. Die Waffen sind modern, und der Pfeil sieht genauso aus wie der, der bei der Obstplantage gefunden wurde.    

Mykah findet ein beschädigtes Pad eines der Arbeiter. Neben einigen Nacktbildern befindet sich auch eine Art Tagebuch unter den abrufbaren Dateien. Der Verfasser klagt darüber, dass die Rodungs-Roboter ständig kaputt sind. Vor etwa zwei Tagen haben sie beim Fällen von Bäumen im Südosten des Areals eine kleine Erdhöhle im Wurzelwerk eines Baumes gefunden. Dort war ein Haufen kleiner Eier, die sie dann gegessen haben. Alle bekamen davon Durchfall. Am nächsten Tag waren alle Roboter kaputt. Die Aufzeichnung endet mit „Ich muss den anderen Bescheid sagen, ich glaube ich hab da draußen was gehört.“

Das Team möchte den Waldrand erkunden, im Südosten.

Sie sehen an der Baumreihe die toten Arbeiter, die an die Bäume gebunden wurden. Dort ist auch die kleine Erdhöhle, wo die Eier waren. Diese wurde mit Erde zugeschüttet.

Anatolij findet dort kleine ledrige Stückchen, vllt. Teile der Eierschalen. Er lässt diese dort, nimmt keine Proben.

Aus dem Wald werden Pfeile abgeschossen. Mykah weicht aus; Nieva wird getroffen, aber der Pfeil durchschlägt zum Glück ihre Panzerung nicht.

Die Gruppe sprintet zurück zum Wagen. Gestalten folgen aus dem Wald, rennend. Sie sind ca. 1,40m – 1,50m groß, sehr gebückt und laufen mal zweibeinig, mal vierbeinig unter Zuhilfenahme ihrer Arme. Sie haben Schwänze.

Es sind ca. zwei Dutzend, und sie beschießen den Truck mit Pfeilen.

An Armen, Beinen und Kopf scheinen sie Fell zu haben, sonst tragen sie Kleidung. Und sie alle tragen kunstvoll geschnitzte Masken.

Die Gruppe zieht sich in den Truck zurück.

Mykah überprüft den Pfeil, der in Nievas Schutzweste hängen blieb. Merkwürdiger Geruch an der Spitze, vllt. Toxine?

Eine der Gestalten richtet sich auf und wirft einen Gegenstand in Richtung des Wagens. Dieser explodiert kurz hinter dem Truck, mit ziemlich heftiger Wirkung.

Das Team flieht. Sie werden von First Landing angefunkt und sollen einem anderen Rangerteam, Team Sphinx, zu Hilfe kommen, da diese ebenfalls angegriffen wurden.

An deren Koordinaten findet die Gruppe den auf der Seite liegenden Truck, sieht aus als sei es durch eine Sprengladung umgeworfen worden. Der Funk ist in dem Areal gestört.

Mykah und Anatolij nähern sich dem Fahrzeug, während Nieva den Truck fluchtbereit hält. Aus dem havarierten Truck hört man ein Klopfen. Mykah öffnet vorsichtig die obere Ausstiegsluke. Man hört von innen ein leises „Hilfe…“

Ein Teammitglied ist unter einem umgestürzten Waffenschrank eingeklemmt, Hüfte, Rücken und Beine wurden schwer verletzt. Eine Untersuchung durch Mykah enthüllt: Die untere Wirbelsäule ist an vier Stellen gebrochen. Becken, Oberschenkel und Unterschenkel sind zertrümmert worden. Die anderen Teammitglieder sind tot, sie waren beim Kippen des Trucks nicht angeschnallt.

Mykah befreit den Verwundeten und trägt ihn aus dem Fahrzeug, wo Anatolij ihr hilft. Jede Bewegung könnte ihn umbringen, aber dort zu bleiben ist der sichere Tod.

Nieva sieht derweil, wie am gesamten Waldrand um die Lichtung herum diese Gestalten auftauchen – sie hupt, um die anderen darauf aufmerksam zu machen. Es sind etwa 120-140 dieser Wesen.

Sie haben Bögen, Gewehre, Nahkampfwaffen, Explosivpakete.

Aber noch greifen sie nicht an. Anatolij versucht die Arme in einer friedlichen Geste seitlich zu strecken.

Ein großes bulliges Wesen schreit, und eine kleinere Gestalt tritt auf die Lichtung. Anatolij legt seine Waffen auf den Boden und nährt sich dieser Gestalt vorsichtig. Das Wesen tut dasselbe. Sie nähern sich auf 10 m, und Anatolij beginnt zu sprechen.

Die Wesen am Waldrand stoßen eine Art Schrei/Bellen aus.

Das Wesen vor Anatolij richtet sich zu seiner aufgerichteten Größe von 1,60-1,70 m auf.

Das Wesen gibt ein gekrächztes, englisches „Nein“ von sich. Alle Wesen am Waldrand schreien und heben die Waffen.

[Spielbericht] Unity | Etwas zu sehen

Rollenspiel

Die Santiago ist angekommen, und in den nächsten Monaten geht der Aufbau der verschiedenen, geplanten Siedlungen schnell vonstatten. Die Charaktere sind ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt und arbeiten fleißig für die neue Heimat. Nieva koordiniert die Shuttlelieferungen zu den verschiedenen Städten.

Unity, die neue Heimat im Deneb-System

Die Unterkünfte sind schlicht und klein, frisch gedruckt mit den industriellen 3D Druckern. In First Landing selbst sind aktuell schon 3000 Menschen wach.

Laut Plan sollen zunächst die Städte auf jeweils 10 000 Menschen erweitert werden. Dann werden weitere Siedlungen gebaut. Pro Monat sollen etwa 10 000 Menschen geweckt werden. Dabei werden diejenigen priorisiert, die selbst beim Aufbau tätig sein können, wohingegen andere erst später geweckt werden sollen, genau wie die Kinder. Zunächst soll die Infrastruktur aufgebaut werden, Agrarwirtschaft ertragreich genug betrieben werden und dergleichen mehr, um die wachsende Bevölkerung unterhalten zu können. In einigen Jahren sollen dann alle wach sein.

Es gibt ausgedehnte Agrardistrikte, wo genetisch manipulierte, schnell wachsende Pflanzen angebaut werden. Der Erdboden ist erstaunlich gut geeignet dafür. Einige Pflanzen und Tiere auf der Welt sind essbar, es wird aber zunächst wissenschaftlich erforscht.

Es gibt kleinere Rückschläge, wenn beispielsweise einer der Nachwuchspiloten einen Sendemast beschädigt. Aber ansonsten läuft es gut.

Die Charaktere philosophieren über ihre Alpträume und was sie sonst so beschäftigt. Diese Naniten-Monstrosität lässt Mykah manchmal hochschrecken. Anatolijs Alpträume drehen sich um den einsamen Tod schwebend im All, als Kohlenstoffeinheit die durchs Weltall treibt, hoffnungslos allein.

Nieva durchbricht das Philosophieren (über ihre Alpträume möchte sie nicht reden), sie fragt ob es neue Erkenntnisse zu ihren psionischen Fähigkeiten gab. Auch in Bezug auf die noch schlafenden, angeblich ebenfalls „Sehenden“ unter den an Bord geborenen Leuten. Mykah möchte dafür an Bord der Santiago schauen, ob sie etwas bei den Schlafenden herausfinden kann an den Hirnströmen.

Nieva hofft zudem, dass auf der Santiago noch Vorräte sind.

Anatolij, Nieva und Mykah machen einen Flug zur Santiago, um die medizinischen Scans an den Nachgeborenen vorzunehmen.

Sie sind froh, sich an Bord (wo aktuell 500 Crewmitglieder Dienst tun) zu befinden und mit Helios scherzen zu können; das hat ihnen gefehlt in den vergangenen Monaten.

Nach etwas Gealbere kümmert Mykah sich um die medizinische Scans der Nachgeborenen. Es ist auffällig, dass die entsprechenden Personen alle die identische Hirnaktivität zeigen. Nieva fragt, ob sie alle denselben Traum haben.

Da müsste ich spekulieren und du weißt, dass ich das nicht mag. Aber: Ja, denkbar.“

Ausgeprägte, organische Veränderungen des Hirns weisen sie nicht auf. Nievas Stirn juckt, aber sie geht darüber hinweg.

Anatolij beklagt derweil, dass er gerne mal wieder einen heben würde, wie damals zu Studienzeiten. Als ein Techniker mit einer Dose Bier vorbeigeht, fragt er diesen, wo er es her hat. Und begibt sich auf die Mission, sich auch ein Bier zu organisieren.

Währenddessen will Mykah eine medizinische Untersuchung an Nieva vornehmen. Im Stirnbereich ist ihr Schädelknochen etwas dünner, und das Hirn weist eine kleine Auswölbung dort auf. Zumindest hat der Schädel noch genug Platz dafür.

Mykah hat den Verdacht, dass es tatsächlich mit ihren Fähigkeiten zusammenhängt. Aus medizinischer Sicht sollte sie einen Helm tragen um sich zu schützen, da der Schädel geschwächt ist. Allerdings sollte sie aktuell auch generell nicht mehr fliegen, da auf Piloten hohe g-Kräfte wirken.

Anatolij hat es derweil geschafft, ein alkoholfreies Bier aus dem Lagerraum zu holen, das er mit den anderen teilen möchte. Er kommt gerade zurück, als Nieva gegen das Flugverbot protestiert. Medizinisch denkbare Auswirkungen ihres Hirnwachstums werden besprochen, Anatolij macht den Vergleich zu einer Dampfkesselexplosion, was die Pilotin gar nicht lustig findet.

Nieva hat plötzlich Schmerzen, ihr Kopf tut weh als würde ihr Schädel von innen angebohrt. Sie wird bewusstlos, und ein Scan zeigt, dass ihr Schädelknochen sich im Bereich der Auswölbung zersetzt hat, ausgesprochen schnell. Mykah und Anatolij warten und beobachten ihre Vitalwerte.

Nieva befindet sich derweil in ihrer Wahrnehmung in einem Raumschiffkorridor. Die nächste Konsole reagiert nicht. Es ist Schwerkraft an Bord, genau passend für sie, wie auf dem Mond. Sie bewegt sich durch die Gänge, wechselt per Fahrstuhl die Ebene. Das Licht flackert. Sie ruft „Hallo“, und hinter ihr erklingt ein „Hallo“ als Antwort. Ein älterer Mann in Overall steht dort. Nieva stellt sich vor. Er sucht ihren Namen auf einem Klemmbrett und sagt ihr, sie sei zu früh, habe noch keinen Termin. „Noch ist es nicht soweit.“

Wo sie ist beantwortet er nicht, und schickt sie mit einem Fingerschnippen zurück.

Nieva kommt zu Bewusstsein. Dabei sehen die anderen, wie die Haut an der knochenlosen Stelle sich zurückbildet. Ein drittes Auge öffnet sich. Mykah macht einen Lichttest, und das Auge fixiert sie. Nieva verlangt zu wissen warum alle sie so anstarren, und es wird ihr mittels einer Spiegelung gezeigt. Die dritte Augenhöhle ist stabil genug, um auch wieder fliegen zu können. Sie stoßen mit dem erbeuteten Bier an.

Und Nieva wird bewusstlos und fällt um – kurz nachdem sie sagt, dass sie später einen Nervenzusammenbruch haben wird. Keinerlei Hirnströme mehr, aber regulärer Herzschlag und weitere Körperfunktionen, die trotz fehlender Hirnaktivität weiterlaufen.

Nieva ist wieder in dem Gang und ruft nach der Person von vorhin. Er sagt, dass jetzt die Zeit ihres Termins sei und fragt, was er für sie tun kann. Nieva weiß nicht, was er meint. Eine weitere identisch aussehende Person taucht auf, die mit ihrem Fall betraut sein soll. Und sie darauf hinweist, dass sie ja den Termin vereinbart hat. Da Nieva von nichts weiß, sagen sie, dass das wohl ein Paradoxon sei, weil jemand in der Verwaltung geschlampt habe, und sie den Termin wohl in ihrer zeitlich gesehenen Zukunft vereinbart habe.

Ihr werden Formulare ausgehändigt. Nach dem Ausfüllen und der Rückgabe der Unterlagen sehen die beiden Gestalten sich vielsagend an. „Ah, neu in diesem Geschäft. Das erklärt das.“

In 37 Jahren werde sie verbrennen. Und sie geben ihr die Anweisung, dass sie sehen muss.

Nieva wacht auf.

Hirnaktivität wieder normal. Während sie der Gruppe von ihrer Wahrnehmung erzählt, sieht sie (und nur sie!) eine der Gestalten, die ihr bedeutet weiterzureden. Sie erzählt von dem Spruch, dass sie sehen soll. Sie versucht andere Orte zu sehen, aber es gelingt nicht. Die Gestalt wirkt aufgebracht und deutet nach unten, in Richtung von Unity.

Mykah will einen Shuttleflug nach unten organisieren, weil sie Nieva nicht fliegen lässt, solange sie regelmäßig das Bewusstsein verliert oder halluziniert. Der erfahrene Shuttlepilot Ramon Salazar fliegt nach First Landing und nimmt das Team mit. Er hat einen breiten russischen Akzent und scheint enger vertraut mit Nieva. Da schien vielleicht früher was zu gehen. „Monopoly“. Aber damit scheint kein Brettspiel gemeint zu sein.

Beim Anflug auf die Stadt hat Nieva das Gefühl, dass es einen Ort gibt, der sie anzieht. Nieva bittet Ramon, dorthin zu fliegen. Der Ort ist etwa 100 km nördlich von First Landing. Ramon landet butterweich. Da ist ein schöner weißer Sandstrand. Nieva marschiert stramm los. Die anderen folgen ihr. Ramon hat ein Gewehr. Das Areal ist außerhalb der Sicherheitszone, und Ramon beäugt misstrauisch den Wald, der an den Strand anschließt. Nach einigem Fußmarsch hat Nieva das Gefühl, am Ziel zu sein.

Die gleißend blaue Sonne geht unter, es ist wunderschön. Wir sind mitten am Strand. Nieva weiß nicht genau, was sie hier „sehen“ soll. Aber sie spürt, dass sie am Ziel ist. Sie scharrt mit den Füßen am Strand. Dort ist etwas. Mit etwas Graben findet sich dort ein Gegenstand aus Plastik. Stark verwittert. Ein ca. 30 cm langer Plastikdinosaurier. Auf der Unterseite steht „Made in China“.

Die Gruppe ist perplex. Wie kommt das Ding hierher?

Eine Sonde von der Erde, die zu unserer Startzeit geschickt worden wäre, hätte unter Idealbedingungen zwischen 18 000 und 25 000 Jahren gebraucht. Mindestens. Es ist unmöglich, dass dieser Dino hier ist. Und doch liegt er vor ihnen.

Sie reisen zu First Landing zurück, um den Dino zu datieren. Nieva versucht sich an einer spektrographischen Analyse. Das Material war mind. die letzten 200 Jahre den Elementen ausgesetzt.

Nieva und Mykah schreiben ihre Berichte über die aktuellen Ereignisse.

Nieva träumt, ohne dass sie eingeschlafen wäre.

Sie rennt auf kurzen Beinen über den Strand. Der Wald hinter ihr brennt. In einigen Hundert Metern sind ihre Eltern und Freunde und bringen sie in Sicherheit. Sie rennt. Auf einmal spürt sie einen stechenden Schmerz, und ihr Dinosaurier fällt ihr aus der Hand, während es dunkel wird.

Nieva wacht auf, und der Protokollant, den nur sie sehen kann, nickt ihr zu. Nieva ruft per Kommunikator nach Mykah. Sie berichtet ihr von diesem Alptraum oder dieser Vision.

Die Charaktere treffen sich zum Frühstück, um die Geschehnisse zu besprechen. Ehe sie loslegen können, erhält Mykah jedoch eine Nachricht, es gibt um 10:00 Uhr eine Konferenz mit dem Direktor des Landwirtschaftsbereichs, da es eine neue Entdeckung gab. Es sind außerhalb der Kolonie irdische Pflanzen gefunden worden, Apfelbäume.

Anatolij ist übermüdet und übellaunig, erhält von Mykah aufputschende Medikamente, die ihn zu einer (für alle) anstrengenden Hyperaktivität bringen. „Nein, das ist kein Speed. Das ist Space Tik Tak!“.

Auch anderes wissenschaftliches Personal, inkl. Anatolij und Nieva werden zu der Konferenz eingeladen.

Der Vorsitzende Frans Khalid stellt die Entdeckung vor.

Etwas südlich der Kolonie hat ein Erkundungsteam eine Reihe von schnurgerade gepflanzten Apfelbäumen gefunden, wie eine Plantage. Sie sind schon älter, zwischen 200 und 300 Jahren alt und wurden gentechnisch leicht verändert.  Mykah nutzt das, um die Entdeckung des Teams zu zeigen. Und auch Nievas Veränderungen zu benennen.

Nieva soll daraufhin um 12:00 Uhr zum medizinischen Trakt zu einer ausführlichen Untersuchung.

Mykah soll sich der Untersuchung der Apfelplantage widmen.

Anatolij würde auch gerne, aber er muss ein beschädigtes Shuttle reparieren. Standardarbeiten, die ihn im Vergleich zu den großen aktuellen Entwicklungen gerade wenig ansprechen.

Nieva stellt sich im medizinischen Trakt eine Doktorin vor, die in den kommenden Wochen die Untersuchungen an ihr durchführen wird. Dr. Samira.

Anatolij repariert derweil den Schaden am Shuttle. Als ihn ein Techniker scherzhaft anspricht ob der große Astrophysiker ein schwarzes Loch gefunden habe, wird Anatolij (nach wie vor auf Speed) sehr unflätig, flucht derb auf Russisch, kümmert sich dann aber um die Reparatur. Danach folgen immer weitere, kleine Reparaturarbeiten. Es ist zum Verrücktwerden!

Mykah fährt mit dem Forschungsteam zur Apfelplantage. Sie ist klein, würde für einige Familien reichen. Sie nimmt Proben. Außerdem versucht sie mit Scannern, das Erdreich der Gegend nach Mauerresten, Fundamenten, Metall zu scannen.

Der mehrstündige Prozess fördert tatsächlich Mauerreste zu Tage, und die Überreste eines metallischen Zauns um die Plantage. Außerdem eine Art metallene Pfeilspitze, die in einem Baum steckt. Diese besteht aus hochwertigem Stahl. Ein anderer Wissenschaftler hat einen skelettierten, menschlichen Schädel gefunden. Da sind noch mehr Knochen. Sie weisen Verletzungsmuster stumpfer Gewalteinwirkung auf.

Nieva wird weiter untersucht. Dabei nutzt sie ihre Hellsicht, um Mykah über die Schulter zu sehen. Das macht ihre Hirnmuster umso spannender!

Anatolij behebt derweil einen Kurzschluss an der in Bau befindlichen Schule. Die Aufträge stapeln sich, er ist übermüdet, das Speed wirkt nicht mehr, die Nacht bricht inzwischen herein. Er ist fertig mit der Bereifung.

Nievas Untersuchungen sind schmerzhaft und unangenehm, sie schickt Mykah eine Nachricht und bittet um Hilfe. Mykah kommt bei ihr vorbei, nachdem sie wieder bei der Siedlung ist. Sie tröstet die gebeutelte Pilotin. All das ist erforderlich, damit Nieva wieder fliegen darf.

Derweil kümmert Anatolij sich um die letzten Reparaturen und schreibt Mykah: „Ich habe heute mindestens einen Mord verhindert. Durch pure Selbstbeherrschung!“.

Als er in die Wohnung mit dem Wasserschaden kommt, den er reparieren soll, geht die Tür hinter ihm zu und es wird dunkel. Nach einem kurzen Schreckmoment realisiert er, dass ihm keine Gefahr droht. Zu seiner Überraschung steht seine Frau dort – dabei sollte sie erst später geweckt werden, dachte er – und die Szene blendet in Zweisamkeit aus, nachdem sie einen suggestiv-zotigen Spruch ablässt.

Derweil Mykahs Skelettanalyse des Toten: Ein menschlicher Mann, auf Unity geboren. Zwischen 30 und 33 Jahren alt zum Todeszeitpunkt. Ernährungszustand sehr gut, gesund und gute, behandelte Zähne. Starb an eingeschlagenem Schädel, mit sehr wuchtigem Hieb der den Schädel durchschlug und das Genick brach.

Das linke Schienbein des Toten bestand aus einer Titanlegierung, wurde also ersetzt. Ist vom Level der Medizintechnik auf dem aktuellen Stand, den auch die Besatzung der Santiago kennt.

Die Verwunderung über die Funde ist groß, und Mykah möchte auch den Ingenieur und Physiker der Gruppe daran teilhaben lassen. Anatolij indes reagiert nicht auf die Nachrichten des Teams wegen dieser Entdeckung.

Mykah ist besorgt, unter anderem wegen der Aufputschmittel, die sie ihm gegeben hat. Nicht dass es einen medizinischen Notfall gab. Sie lässt sich seinen letzten Arbeitsort weitergeben. Keiner öffnet, und es klingt als wäre ein Kampf in Gange, Schmerzensschreie und Poltern. Sie öffnet mit dem Code der medizinischen Notfallteams die Tür, nur um zu sehen was dort los ist. Sie geht wieder, schmunzelnd.

Anatolij erfährt später, dass seine Aufträge des Tages alle ein Streich seiner Frau waren. „Damit du beweisen kannst, was für ein toller Wissenschaftler du bist.“ – immerhin sagt sie immer, sie sei die richtige Wissenschaftlerin der beiden, begnadete Physikerin, während er nur versonnen in den Himmel starre. Das scheint ein häufiges Thema zärtlicher Frotzeleien zwischen den beiden zu sein.

Dr. Samira hat im Rahmen der Untersuchungen Nievas eine digitale Kopie von deren Gehirn zur weiteren Untersuchung angefertigt. Nieva darf in ein Krankenzimmer um sich zu erholen. Sie fühlt sich furchtbar nach all den schmerzhaften Untersuchungen.

Und in einem Augenblick ist sie fort, an diesem fremden Ort, in einem Fahrstuhl. Als Nieva in dem Gang wo der Fahrstuhl hält ankommt, wird das Schiff erschüttert, Monitore bersten, Lichter flackern. Eine Durchsage warnt, dass es auf einem anderen Deck einen Hüllenbruch gab.

Leute mit Werkzeugen rennen durch den Gang. Nieva folgt ihnen. Eine große Tür öffnet sich, dahinter eine verrauchte, voll besetzte Kommandobrücke. Die Befehlshaberin dreht sich zu Nieva um und sagt: „Großmutter, gut dass du da bist!“

Sie hat drei Augen.

Humble Bundle Deal: Campaign Cartographer

Rollenspiel

So, ein kurzes Lebenszeichen aus dem Urlaub:

Beim Humble Bundle gibt es gerade einen Deal mit dem Campaign Cartographer und einigem an Zusätzen, die gerade auch für cthuluide Karten interessant sind.

Vielleicht für manche von euch interessant, sofern ihr euch selbst mit dem (zugegebenermaßen nicht einfachen) Einstieg in CC3+ befassen wollt.

Wenn ja: Nutzt unbedingt die existierenden Videotutorials und live mapping Aufzeichnungen von Youtube. Das erspart euch einiges an Zeit und geht mit weniger Frust einher, als sich alles irgendwie selbst beibringen zu wollen.

Demnächst bin ich dann auch wieder aktiver.

[Spielbericht] Paikea Mission | Die lange Kälte

Rollenspiel

Die verbliebenen Wochen der Schicht laufen ruhig, die Reparaturen werden abgeschlossen. Die Charaktere begeben sich in Kryptostase.

Irgendwann:


Die Charaktere erwachen zu ihrer nächsten Schicht. Es brennt kein Licht. Es ist kalt. Und es ist niemand von der vorigen Crew anwesend.
Auch Nieva kommt zu sich – sie erinnert sich nicht an das, was sie gesehen hat.


Die Umweltkontrollen lassen sich nicht steuern. Die Tür zum Crewbereich ist abgesperrt. Anatolij lässt die Hydraulikflüssigkeit ab, so dass sich die Tür durch vereinte Kräfte aufhebeln lässt.
Auf dem Gang ist nur die rot flackernde Notbeleuchtung an. Anatolij checkt mit dem Spannungsprüfer die Leitungen, die zu den Terminals im Crewbereich führen. Es fließt keine Energie.
Nieva, die nach ihrem Abstecher zu den Sehenden psionische Kräfte entwickelt hat, erzählt davon noch niemandem. Es gelingt ihr aktuell noch nicht, andere Schiffsbereiche durch ihre Fähigkeiten „zu sehen“.
Sie versuchen zum Kommandozentrum zu kommen, weil es dort ein Technikterminal gibt, das per Dynamo betreibbar sein dürfte.
Auf dem Weg dorthin sieht man, dass viele Lampen zerschlagen wurden – irgendetwas muss also vorgefallen sein, dass zu Gewalt führte.
Im Schiff ist es gespenstisch still.


Im Korridor ist ein Ausrüstungsschrank, dessen Inhalt (Werkzeuge etc.) auf dem Boden wild durcheinander liegt.
Die Tür zur Brücke ist einen Spalt offen.
Nicht einmal die Notbeleuchtung brennt auf der Brücke. In einer Raumecke liegt irgendwas auf dem Boden. Es sieht nach einer Schlafmatte und leeren Rationspackungen aus. Die letzten Krümel aus den Packungen sind schon sehr weit verdorben, dh. das alles liegt schon länger dort. Ins Deck hat jemand 52 Linien eingeritzt.
Mykah betätigt die Kurbel für das Not-Terminal. Die Diagnosen laufen. Die Schiffs-KI ist offline.
Das Energielevel des Schiffs liegt bei 3%. Das entspricht den Notstromversorgungssystemen. Der Reaktor ist entweder ausgefallen, oder die Energieübertragung ist ausgefallen. Ein Neustart dieses Fusionsreaktortyps ist ausgesprochen schwierig, wie Anatolij zu Bedenken gibt.

Mykah macht eine Systemabfrage zum Zustand der Kältekapseln. Es gab Ausfälle in mehreren Modulen. 73 000 Kapseln sind ausgefallen, die Insassen dementsprechend tot.

Nieva probiert mit ihren Psi-Kräften, den Reaktor zu sehen. Er ist kalt und dunkel; ausgefallen. Nieva weist die Gruppe darauf hin. Für großes Hinterfragen ihrer merkwürdigen Fähigkeiten fehlt den anderen aktuell die Kraft in der ungünstigen Lage.
Das Team beschließt, zum Reaktor zu gehen. Durch den Ausfall der Magnetbahn wird das recht lange dauern, die Distanz ist groß. Sie statten sich mit Kleidung und Vorräten aus. Als sie sich auf den Weg machen fällt ihnen auf, dass die notfallmäßigen Waffenschränke leer sind. Kein gutes Zeichen.


Bei der Magnetbahnstation wurden Paneele aus den Wänden gerissen. Jemand hat aus den Bänken dort Barrikaden gebaut. Man findet Blutspuren. Viel Blut.
Sie beratschlagen. Bei Tausenden erwachten, planlosen Menschen mit kaputten Schlafkapseln ist großes Chaos denkbar.
Irgendwo aus einem der Gänge hört man einen markerschütternden Schrei.
Die Gruppe geht in Deckung. Sie versuchen langsam durch den Tunnel vorzudringen, ohne Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Nur mit einfachen Werkzeugen bewaffnet rücken sie vor.
Sie können nicht zur nächsten Station vordringen – jemand hat aus Schrott und Metallteilen eine Art Mauer gebaut und alles verschweißt.
Daher schwenken sie auf die Wartungsröhren um und versuchen sich darin fortzubewegen. Es ist kein Durchkommen. Der Tunnel ist verstopft mit menschlichen, verwesten Körpern.
Mykah versucht sich an einer kurzen Analyse. Alle wurden in den Hinterkopf geschossen und danach wahrscheinlich im Tunnel entsorgt. Den Charakteren wird schlecht angesichts dieses Massakers.

Als sie in die Röhre zurückwollen, um einen anderen Wartungstunnel aufzusuchen, hören sie ein verstohlenes Klappern etwa 15 m neben sich. Nach kurzer, leiser Rücksprache versucht Mykah, leise in die entsprechende Richtung ein „Hallo? Wir wollen nichts Böses, wir möchten nur reden.“.
Jemand schreit und bewegt sich schnell auf uns zu. Ein Mann, der ein Metallstück schwingt und auf die Gruppe losrennt. In einem sehr kläglichen Kampf kann der Fremde niedergerungen werden.
Er sei dort auf dem Schiff aufgewacht. Manche seien aber auch auf dem Schiff geboren. In der Röhre sei es gefährlich, dort seien die Jäger, die Menschen töten. Sie seien weiter hinten im Schiff, und sehr gefährlich. Und sie haben jemanden, der ihnen Befehle gibt.
Er habe sich mit anderen bei der Station verbarrikadiert. Stellt sich als John vor.
Sie fragen, ob sie zu seinen Leuten gebracht werden können. Er möchte zunächst eine Nachricht dorthin übermitteln. Er macht dies mittels Morsecode, den er über ein kaputtes Kabel sendet. Anatolij knirscht mit den Zähnen ob des Schiffszustands.


Dann geht John los, und beginnt die Gruppe zu seinen Leuten zu führen, auf den Schienen entlang und durch einen Wartungsschacht.
In einem der Gänge warnt er sie vor Gefahr, alle müssten sehr vorsichtig sein. Eine unbekannte Gravitationsquelle zieht alles in dem Gangabschnitt zur Seite, und es ist ein Kampf, sicher auf die andere Seite des etwa 100 m langen Abschnitts zu kommen. Nach einem verwirrenden Weg kreuz und quer führt er uns durch eine Luke, hinter der wieder rote Notbeleuchtung aktiv ist. Menschen brechen aus den Wartungsschächten, bewaffnet mit kruden Nahkampfwaffen und Gewehren. Die Charaktere sind umstellt. „Ihr habt euch aber Zeit gelassen!“ kommentiert John trocken.


Die Charaktere werden gefangengenommen, entwaffnet, gefesselt und in eine Art großen Wandschrank gesperrt. Sie nutzen diese Zwangspause, um einige Rationen zu verzehren und auszuruhen. Man kann ja gerade sowieso nichts anderes tun, und in der Verfassung zu einer großen Flucht sind sie nach dem Kälteschlaf ohnehin nicht. Schließlich bringt eine Wache die Gruppe zur „Ersten“. Auf dem Weg durch den vorderen Schiffsteil bietet sich ein absonderliches Bild. Es leben dort offensichtlich Menschen, teils mit primitiv anmutenden Waffen wie Speeren und Knüppeln ausgestattet. Andere tragen Gewehre.
Die Schleusen zur Hydroponik (auf der Santiago ist diese naturgemäß deutlich größer als damals auf der Helios, und weist sogar einen flachen Erdboden auf! Bei fachkundigem Betrieb könnte sie rund 2000 Menschen zeitgleich ernähren) sind aufgebrochen worden.

Und zur Überraschung der Gruppe ist dort ein Wald gewachsen. Ein echter Wald. Mit Bäumen, die rund 30 Jahre alt sein dürften. Menschen sitzen an Lagerfeuern und kochen. Auf Feldern wird Ackerbau betrieben. Die Sauerstoffversorgung auf dem Schiff scheint stabil genug, um dem standzuhalten. Mit den Bewachern gemeinsam durchquert die Gruppe die Hydroponik. Sie werden zum Genetiklabor gebracht. Es ist bei weitem nicht mehr so gut in Schuss wie Mykah sich daran erinnert. Die Terminals sind außer Betrieb. Aus der Untersuchungsliege wurde anscheinend ein Bett gemacht. Und auf einen gesprungenen, wandgroßen Monitor ist ein Smiley gemalt worden.


Hinter einem Vorhang kommt eine fluchende, alte Frau hervor. Sie sei „Eins“. Die Gruppe erklärt, dass sie gerade erst aufgewacht sei. Die Frau sagt, das käme immer mal wieder vor, auch Leute, die sich selbst als „Crew“ vorstellen. Manche, die so ankämen, entpuppten sich dann als Spione der Jäger. Diese werden hingerichtet. Es herrsche schon lange Krieg gegen die Jäger. „Eins“ erzählt, ihre Urgroßmutter habe gesagt, sie hätten alle eine lange Reise gemacht und hätten ihr Ziel, die Erde, erreicht. Die Jäger seien früher auch Teil der Crew gewesen, wollten sich aber nicht den allgemeinen Menschenrechten unterwerfen.
Die Magnetbahn markiere mehr oder weniger eine Grenze. Dort sei das Niemandsland, und durch den Krieg ist es dort immer dunkel.
Es sei sehr ungewöhnlich, dass die Gruppe nach dem Erwachen nicht von den Jägern geschnappt worden sei. „Eins“ ist misstrauisch.
Umso beflissener versuchen die Charaktere, ihre Fähigkeiten in Medizin und Reparatur der Systeme anzupreisen, und dass sie gern die Energie wiederherstellen würden.


Was im Gespräch auffällt: Die Menschen hier scheinen nicht zu wissen, dass sie auf einem Raumschiff sind. Sie nennen diesen Ort „Erde“. Es seien schon Kinder hier geboren worden.
Sie arbeiten hart, um zu überleben. Die Jäger dagegen töten und morden und man müsse sie ausschalten.
Ein Energieimpuls fährt durch das Schiff und flackernd erwachen die Bildschirme, nur um kurz darauf wieder auszugehen.
Die Frau erklärt, dass man daran erkennt, dass der neue Morgen gekommen ist. Sie holt ihre Tochter Mira herbei, die die Charaktere herumführen / beaufsichtigen soll.
Mira zeigt kein Interesse an ihnen, wirkt ganz im Gegenteil sehr genervt. Die Gruppe bietet an, bei der Versorgung von Verwundeten zu helfen. Daher werden sie zur Krankenstation gebracht.
Eine der dort liegenden verwundeten Personen kennen sie!
Es ist Dr. Shaw-Fujikawa, die Ehefrau von Helios. Sie ist laut Mira vor einer Woche angekommen, hat alle laut verflucht und beleidigt, woraufhin ein Wachposten sie zu fest auf den Kopf geschlagen habe. Seitdem sei sie bewusstlos.


Mykah organisiert sich einen medizinischen Scanner, den sie im Gegensatz zu den Leuten hier auch verwenden kann. Damit untersucht sie Shaw-Fujikawa. Diese hat eine langsam abklingende Hirnschwellung, die zwar grundlegend behandelt werden kann, aber es wird noch etwas dauern, ehe sie ohne weitere Stimulierung zu sich kommen dürfte. Mykah nutzt die Zeit, um die Gruppe ebenfalls einigen medizinischen Scans zu unterziehen.
Anatolijs Vitalwerte sind im erwartbaren Bereich. Nievas Scan ist dagegen interessanter – ihr Gehirn zeigt eine Anomalie, ein dritter Gehirnlappen hat sich bei ihr ausgebildet. Das erweckt natürlich Interesse, und Nieva berichtet angesichts dessen von ihren neuen Fähigkeiten, die sich seit dem Anfall und ihren Visionen entwickelt haben.
Als sie versucht, sich auf Helios Aufenthaltsort zu konzentrieren und so ihre Fähigkeiten einem aktiven Hirnscan unterziehen zu lassen, sieht sie Fackelschein und zwei Gestalten, die auf dem schwarzen Kubus in dem Helios organische Komponenten ruhen Schach spielen. Dann endet die Vision. Mykah verfolgt auf dem Scanner, wie die Aktivität in dem dritten Hirnlappen förmlich durch die Decke geht und die Neuronen im Dauerfeuer sind.
Danach klingt die Aktivität wieder ab, und Nieva verschnauft etwas.
Mykah entscheidet sich während Nievas Pause, Dr. Shaw-Fujikawa mit stimulierenden Medikamenten zu Bewusstsein zu bringen. Sie muss sich übergeben, hat starke Kopfschmerzen und ist auf gewohnt liebenswürdige Art und Weise am Fluchen. Über die Gruppe, diese Wilden und überhaupt.
Ihres Wissens nach gebe es unten einen Kontrollraum, über den man vielleicht Terminalzugriff erhalten könnte.
Anatolij als Experte für die technischen Aspekte des Schiffs fragt also Mira betont unverdächtig, ob er dorthin könne.


Da unten ist ein Schlafsaal, und Mira scheint mit ihm ganz eigene Pläne zweideutiger Natur zu haben. Anatolij ist ein wenig entsetzt und erstarrt bei der Vorstellung. Nein, keine Option. Nieva versucht ihm zu helfen und sagt, sie wolle ihn begleiten. So gehen sie nun zu dritt nach unten.
Mykah und Dr. Shaw-Fujikawa unterhalten sich derweil. Seine Ehefrau hat versucht, Helios zu wecken. Sie hatte versucht auf ein Terminal zuzugreifen, aber die Leute hier haben sie niedergeschlagen. Mykah berichtet von den bisherigen Erkenntnissen.
Beim Schlafsaal, unten: Mira zieht die Augenbraue hoch, sieht Anatolij und Nieva an, und lässt sie diskret ein wenig im Schlafsaal allein, da sie offensichtlich etwas Zeit zu zweit wünschen. Sie bleibt außerhalb des Vorhangs stehen.
Anatolij ist erleichtert und geht an das Terminal. Gleichzeitig versuchen Nieva und er eine der Coverstory passige Geräuschkulisse aufrechtzuerhalten, so dass Mira keinen Verdacht schöpft. Es ist ein wenig grotesk, aber so wird ächzend und stöhnend die Kurbel für den manuellen Terminalbetrieb gedreht.
Die Informationen, die das Diagnoseterminal bietet, sind:

  • 86% des genetischen Materials der Gendatenbank ist intakt
  • Die Energieversorgung der Hydroponik läuft über nirgends aufgeführte Solarpaneele, es gibt also verwertbares Sonnenlicht
  • Haupt-KI könnte über einen manuellen Reboot gestartet werden, die aktuell verfügbare Energie wäre ausreichend
  • Der Fusionsreaktor könnte laut interner Sensoren betrieben werden. Er ist offensichtlich im Status „Versuchter Neustart“ hängengeblieben, und das seit 792 Jahren. Es gibt regelmäßige kurze Neuzündungen, mit denen der Reaktor versucht den Neustart durchzuführen, was aber nicht gelingt. Der Füllstand entsprechenden Treibstoffs ist im kritischen Bereich, die Gaskollektoren sind kaputt. Die Hauptenergieleitungen an Backbord sind schwer beschädigt, das Schiff wurde vor 800 Jahren (ca. 190 Jahre nachdem die SCs zuletzt schlafen gingen) von etwas getroffen, was zu dem Leistungsabfall des Reaktors führte. Zu dieser Zeit hätte die Santiago bereits bei Deneb sein sollen!
  • Die Lebenserhaltungssysteme auf dem Schiff sind stabil

Die Gruppe benötigt Energie, um die Gaskollektoren mittels Wartungsrobotern zu reparieren. Um im Niemandsland mehr Licht zu haben, wird das Licht bei den Jägern abgeschaltet. Durch eine Umleitung der Energie der Solarpaneele ließe sich der Hilfscomputer starten – dafür gehen kurzzeitig überall an Bord die Lichter aus.
Anatolij tut das, und versucht mittels des Hilfscomputers Helios zu starten, was glücklicherweise gelingt.


Kaum aktiv, macht Helios eine Durchsage für seine Ehefrau und schaltet in der Hydroponik wieder das Licht an. Eine sichtlich zornige Mykah und Dr. Shaw-Fujikawa kommen zum Schlafsaal um zu fragen, was los ist. Die Leute da oben hätten sie umbringen können, als plötzlich das Licht ausging!
Mira ist zu perplex, um die aktuellen Geschehnisse aufzuhalten und hört einfach nur irritiert zu.
Helios und seine Frau kümmern sich um die Schiffssysteme.
Nieva würde gerne die Lebenserhaltung der hinteren Schiffssektion reduzieren, um eine Bewusstlosigkeit unter den Jägern hervorzurufen und den Weg zum Fusionsreaktor zu räumen. Helios nimmt entsprechende Modifikationen vor und reduziert in bestimmten Arealen die Sauerstoffzufuhr. Nieva kann sich mit ihrer Datenbuchse ins System einstöpseln und einen kugelförmigen Wartungsroboter unauffällig durch die hinteren Schiffsbereiche steuern. Mittels Infrarotsicht kann sie die noch wachen Jäger sehen. Bis der Sauerstoffgehalt genug gefallen sein wird, wird es noch dauern.
Sie kann beobachten, wie einige Jäger vor einer Schlafkapsel mit rot blinkenden Anzeigen warten, bis die Kapsel aufgrund eines Fehlers aufspringt. Sie töten die gerade erwachende Person und schleifen den Leichnam weg. Nievas Roboter passiert Schlafbereiche der Jäger, wo menschliche Häute aufgehängt sind. Sie erreicht den Kontrollraum des Reaktors. Auf einem knochenverzierten Stuhl sitzt ein alter Mann, der seine Leute anbrüllt, weil die Luft dünner wird. „Die Jäger sollen sich bereitmachen und Zorn mitnehmen!“.


Nievas Roboter folgt dem Boten des alten Mannes. Dieser begibt sich zu einigen sehr abgerissenen Gestalten, die Waffen bereitmachen und sich gegenseitig förmlich anknurren und anbellen. Dort ist aber noch etwas anderes. Es ist ca. 2,5 m groß, zehnmal so massig wie ein Mensch und dreibeinig. Es hat drei klingenbewehrte Arme und gibt keine Körperwärme ab. Im Gegenteil. Es ist kalt. Sehr kalt.


Mykah warnt Mira, dass die Jäger sich gleich mit „Zorn“ auf den Weg machen werden zum Angriff. Mira fragt, ob die Gruppe einen „Sehenden“ dabeihabe. Mykah weicht dieser Frage aus.
Mira trommelt ihre Leute zum Krieg zusammen.


Derweil kontaktiert Helios Nieva unbemerkt von den anderen auf einem privaten Kanal.
Der Neustart des Reaktors führt zu einem Gammablitz, der im Bereich von 2-3 km alle Leute außerhalb der Kapseln töten wird. Nieva entscheidet, dass sie bereit ist, das in Kauf zu nehmen. Sie informiert die anderen nicht darüber. In dem Areal sind außerhalb der Kapseln nur Jäger.
Der Weg zum Kontrollfeld ist frei. Ihr Roboter betätigt die Tastatur – der Reaktor springt an, und mit ihm gehen die Lichter im gesamten Schiff an. Anatolij sieht mit Entsetzen auf den nun aktiven Schiffssensoren, wie eine Gammastrahlungsemission sich Bahn bricht, und die Jäger sterben. Ihre Lebenszeichen auf den Sensoren enden abrupt. Anatolij ist erschüttert, denn trotz allem waren sie immer noch Menschen.
Nur die fremde Kreatur lebt noch, wird aber langsamer und langsamer, ehe sie zu einem feinen schwarzen Staub zerfällt. Nieva saugt mit dem Roboter diese Rückstände auf, um eine Kontamination des Schiffs zu vermeiden.
Sie erkennt: Dieser Staub, das sind Naniten. Genau dasselbe, was die Erde angegriffen hat, was die Sehenden ihr gezeigt hatten. Nieva versucht, der Gruppe das begreiflich zu machen.


These: Der Planetoid war ein gezielter Angriff auf die Erde. Und der Angriff auf die Santiago war ebenfalls ein genauso gezielter Angriff.
Nieva programmiert den Roboter, so dass er aus der Luftschleuse austritt und Kurs auf die Sonne Deneb nimmt, um seine gefährliche Fracht so zu vernichten. Das wird allerdings lange dauern.


Die Santiago wird noch einige Zeit bis zum Ziel brauchen, Deneb ist aber schon sichtbar.
Es werden viele der verbliebenen Flugteams geweckt, um das Schiff zu reparieren. Die Hälfte der Flugteams ist nicht mehr da.


Es lässt sich rekonstruieren, was vor 800 Jahren geschehen war:
Das Schiff war von einem Kometen getroffen worden, der zu schwarzem Staub zerfiel. Die aktive Crew weckte weitere Teams zur Reparatur. Sie versuchten, den Reaktor neuzustarten. Ein unerwarteter Gammablitz tötete fast alle wachen Flugteammitglieder. Die Verbliebenen weckten nun auch entsprechend ausgebildete Passagiere. Durch Probleme mit den Schlafkapseln konnten alle aktuell wachen Personen nicht mehr in Kryptostase gelegt werden. So blieben sie wach, rund 30 Jahre, bis das Strahlungsniveau weit genug gefallen war, um den Reboot vorzunehmen. Sie warteten jahrzehntelang, um dann den Neustart zu initiieren. Auch diesmal gab es einen Gammablitz. Und sie starben, alle.
Die Hilfs-KIs fielen aus. Durch Energieschwankungen wachten in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder vereinzelt Leute auf.

Ein düsteres Szenario, das sehr bedrückend für die Überlebenden ist – sich auszumalen, wie diese Crewmitglieder jahrzehntelang warteten um sich um den Reaktor zu kümmern, nur um dann auch zu sterben.

Die verbliebenen Flugteams reparieren die Santiago, und die Reise wird fortgesetzt. Es sind noch ca. 40 Leute von den Teams am Leben.
Die ca. 100 Menschen, die an Bord geboren wurden, werden in Kammern gebracht und schlafengelegt. Um ihre Resozialisierung will man sich später kümmern.
Die weitere Reise verläuft nach diesem knapp 800-jährigen Stopp nach Plan.
Die Familien der SCs leben einer kurzen Überprüfung zufolge noch.

Die Reise wird noch ca. einen Monat dauern. Dann erreichen sie Unity, ihre neue Heimatwelt.
Erkundungssonden und Roboterdrohnen beginnen mit dem Aufbau der Kolonien.

Neue Karte – Prag in der mittelalterlichen World of Darkness

Rollenspiel

Ich durfte eine Karte für eine Vampire-Kampagne anfertigen, und freue mich, sie hier präsentieren:

Das mittelalterliche Prag in der alternativen Geschichte der World of Darkness.

Sie ist wie üblich im Campaign Cartographer angefertigt, und basiert auf diversen Karten zur Stadt Prag.

Die entsprechende Runde wird demnächst auf dem Channel von Mondschatten2010 bei Youtube und Twitch online zu sehen sein, also schaut ruhig rein!

[Spielbericht] Paikea-Mission | Besucher und ein gewagtes Manöver

Rollenspiel

 [Es ist 5 Tage vor der Hypernova bei Wolf 359]

Die Charaktere überlegen, wie sie mehr über den blinden Passagier ohne Erinnerung erfahren können. Unbekannte, geheime Schiffsareale gibt es ihres Wissens nach nicht. Es gab vor der Sichtung zudem keinen Hinweis darauf, dass er vorher schon Sauerstoff verbraucht hatte. Was sie bei ihrer ausufernden Recherche und Suche nach genetischen Übereinstimmung zusätzlich herausfinden: „Mensch“, von der Ringwelt, ist nicht an Bord – zumindest finden sie keine auf sie hindeutenden Daten.

In Bezug auf den blinden Passagier: Die Person war in einem (von außen) zugeschraubten Wartungsschacht. Da Helios vor uns Dienst hatte, ist unwahrscheinlich, dass der Fremde von jemandem dort eingeschlossen wurde. Die Charaktere suchen die Krankenstation auf und sehen wieder nach der Person. Er schläft, ist nach wie vor fixiert. Vitalwerte unauffällig. Sie lassen ihn schlafen.

Durch die regulären Schiffs-KIs (nicht Helios, der ist aktuell in Stase um seine organischen Komponenten zu schonen, da diese ja auch einem Alterungsprozess unterliegen) erhalten sie einen Alarm. Es gab einen Stromabfall in einer der Schlafkammern. Keine Verluste, der Strom ist wiederhergestellt worden. Anatolij ortet den Ort, von wo die Störung ausging – er möchte sich das näher ansehen, um Probleme mit den Schlafkammern zu vermeiden. Eine über einem Wartungsschacht positionierte Computerkonsole ist durchgeschmort. Sie öffnen den verschraubten Wartungsschacht. Dort ist erneut eine bewusstlose Person – und sie sieht exakt aus wie der erste blinde Passagier. Er ist körperlich etwas weniger mitgenommen als der andere.

Die Konsole ist durch eine nur für Sekundenbruchteile vorliegende elektromagnetische Strahlung beschädigt worden. Genau wie die Kameras beim Fundort der ersten Person. Elektromagnetische Strahlung sowie andere Arten von Strahlung sollten durch die fortschrittliche Mu-Metall-Beschichtung der Schiffstechnik eigentlich abgeschirmt werden. Merkwürdig.

Anatolij repariert die durchgeschmorte Konsole, und dann bringen sie Person B zur Krankenstation. Person A schläft nach wie vor. Medizinische Checks zeigen: Beide Personen sind genetisch nicht identisch, sie sehen nur optisch gleich aus. Ihr Genom unterscheidet sich. Person B ist genauso „frisch“ und ohne körperliche Abnutzungserscheinungen.

Der durch Nieva inzwischen programmierte Alarm zu elektromagnetischen Entladungen an Bord des Schiffes schlägt aus. Die Gruppe sieht nach, diesmal sind es drei optisch identische Personen, die auf dem Kommandodeck aufgetaucht sind. Direkt auf der Brücke. Einer ist bei Bewusstsein und versucht sich an einer Konsole hochzuziehen, ehe er umkippt.

Check der Kameras: Normales Bild, kurzer EMP und dann Ausfall, und auf dem nächsten Bild sind die drei da. Allmählich wird es bedrohlich, wer weiß wo die nächsten Gestalten auftauchen? Die Charaktere sind überfordert und wecken in ihrer Verzweiflung Helios. Dieser ist nicht begeistert über die unplanmäßige Weckung, die seine Lebenszeit verkürzt. Ihm wird die Situation und die einhergehende Dringlichkeit geschildert. Helios/ Dr. Fujikawa kann sich das auch nicht erklären. „Es ist Magie!“. Etwas, was er häufiger sagt, um Anatolij zu ärgern, der für alles die akkurate wissenschaftliche Erklärung möchte.

Mykah will die Neuankömmlinge befragen. Person C, derjenige, der bei der Ankunft kurz bei Bewusstsein war ehe er umfiel, wird geweckt und befragt. Er weiß, dass er sich an Bord eines Raumschiffs befindet. Er sagt, er sei an Bord gegangen, schwierig zu sagen wann. Er sei bei der passenden Gelegenheit an Bord gegangen. Es scheint ihm schwerzufallen, das zu formulieren. Mental ist er allerdings voll da, wie Gehirnscans zeigen. Seine letzte Erinnerung bevor er an Bord ging ist Angst, sie seien auf der Flucht gewesen. Seine Leute seien mit auf der Flucht gewesen, weil ihre Heimat zerstört wurde. Ihre Heimat wurde angegriffen. Er wird gefragt, ob sie immer schon so aussahen . Das kann er nicht sagen. Er kann nichts zur Beschaffenheit seiner Heimat sagen. Fragen nach seinem Beruf kann er nicht in Worte fassen. Sie seien an Bord gereist. Sie seien zu siebt gewesen. Zwei seien zuerst zum Auskundschaften des Wegs aufgebrochen, und dann der Rest.

Die Charaktere gehen kurz raus.  Sie stehen vor dem Problem, dass es keine zusätzlichen Stasekapseln gibt. Nur Ersatzteile für die Bestehenden. Es gibt die Idee, die Schichten der Flugteams zu verlängern, so dass die zusätzlichen Wesen untergebracht werden können. Helios müsste das freigeben, er hat die Befugnisse dazu, und wolle sich das überlegen.

Derweil erklingt ein weiterer Eindringlingsalarm, eine Person bei Bewusstsein in der Hydroponik. Er spürt die anderen seiner Art. Die Charaktere eskortieren ihn zur Krankenstation. Er sagt, dass ihre Heimat zerstört wurde. Er verweigert die Fixierung auf der Krankenstation, so dass er in einem Quarantäneraum untergebracht wird. Der Raum wird von den Schiffssystemen isoliert, und mit Betten usw. ausstaffiert. Die Personen werden alle dorthin gebracht.

Dann beginnen die Charakttere mit den Vorbereitungen, da bald die Hypernova / der Collapsar erreicht sein wird, dessen Schockwelle das Schiff auf den finalen Kurs setzen soll und von deren Energieausstoß die Santiago profitieren soll. Laut der Berechnungen. Die Charaktere kümmern sich mehrere Tage lang um die Wartungen. Jedes Kabel muss korrekt isoliert sein, jede Sicherung funktionieren, jede Verschraubung fest sitzen. Das Schiff muss in perfektem Zustand sein, um dieser kommenden Belastung standzuhalten.

Es sind noch 24 h bis zum berechneten Zielpunkt im weiten Umkreis der Hypernova. Die Santiago ist schon nah genug, um dann mit der Schockwelle zu reiten. Die Personen in der Isolation kontaktieren die Gruppe, die daraufhin zu ihrem Aufenthaltsraum geht. Sie sagen, dass sie sich wieder teilweise an etwas erinnern. Sie wissen wo sie sind und wer sie sind. Sie seien in 23 unserer Stunden an dem Ort und der Zeit, wo sie sein sollten. Sie müssen an diesem Ort sein, sie brauchen diesen Ort um an ihr Ziel zu kommen. Sie verlassen dann das Schiff. Sie könnten dieses durch die Luftschleusen verlassen. Am besten genau dann, wenn die Schockwelle die Santiago trifft. Das Schiff sollte dem standhalten können.

Ihr Anführer/Sprecher kann nun besser beschreiben, was vorgefallen ist. Ein Angreifer habe ihre Heimat zerstört. Vielleicht eine Lebensform. Auf jeden Fall intelligent. Er zeigt auf einer Sternenkarte ein ausgedehntes Areal, woher sie stammen – es ist sehr weit entfernt, und nicht nahe dem Ziel der Santiago im Denebsystem. Die Angreifer waren Maschinen, und sie wissen nicht, warum sie angegriffen wurden. Sie waren wegen der weiten Reise erschöpft und haben kurz auf unserem Schiff zum Verschnaufen Rast gemacht. Sie haben sich vom Aussehen temporär an die Menschen angepasst.

Als Mykah erzählt, dass ein schnell beschleunigter Planetoid die Erde zerstört hat, reagieren sie – ähnlich war es bei ihrer Heimat. Sie hatten mehrere Jahrzehnte vorher den Planetoiden geortet und versucht ihn zu erforschen, aber konnten die Vernichtung ihrer Heimat nicht verhindern. Ein sehr metallhaltiger Planetoid, der in der oberen Atmosphärenschicht aufplatzte. Die Nanitenmaschinen aus dem aufplatzenden Planetoiden replizierten sich und griffen sie an, während die oberste Atmosphäreschicht brannte. Sie bauten die Ressourcen des Planeten (primär Metalle) ab, um sich zu vermehren. Nach einigen hundert Jahren konnten sie eine kleine Gruppe (sie selbst) auf die Flucht schicken.

Die Charaktere nutzen die rückwärtig gerichteten Teleskope, um ein Bild der Erde zu erhalten – vielleicht ist dort Ähnliches vorgefallen. Die Atmosphäre brennt nicht mehr. Das Weltenschiff der Nakalim hat seine Position verändert, es ist dicht am Mars, nicht mehr auf dem geplanten Kurs. Die Crew schickt eine Botschaft in Richtung Mars, die in etwa 80 Jahren ankommen sollte.

Nieva schließt die Augen. Die Welt brennt nicht mehr und sie hört keine Schreie. Sie sieht die Erdoberfläche, überzogen von schwarzen, großen Flächen. Es gibt auch noch Landmassen, Grün, Polkappen. Sie erzählt den anderen davon. Es ist unklar, ob sie die Realität so wahrnimmt, oder ob das mehr im Bereich der Suggestion ist. Mykah findet dies zutiefst faszinierend.

Die Zeit ist gekommen. Die Gravitationskräfte beim Kollapsar zerreißen beinah das Schiff. Die Beschädigungen bewegen sich im erwarteten Bereich. Die Terminals flackern vor Sensormeldungen. Die Reisenden haben sich zur Luftschleuse begeben, um ihre Reise fortzusetzen. In wenigen Minuten wird dieser rote Riese, Wolf 359, explodieren.

Die Charaktere sehen, wie er beginnt in sich zusammenzufallen, ehe es zu einem explosionsartigen Ausstoß seiner Masse kommt. Ein unbeschreiblicher Anblick, noch nie aus derartiger Nähe beobachtet. Die Druckwelle erfasst und beschleunigt das Schiff. Dank des Gravitationsantriebs der Santiago lässt sich dies soweit ausgleichen/nutzen, dass es das Schiff zumindest nicht zerstört.

Es gibt deutliche Beschädigungen. Eins der Frachtlager ist aufgerissen und zum Weltraum hin offen. Die Krankenstation ist zur Hälfte zerstört. Einige Teleskope und Antennen sind zerstört und in der Hydroponik brennt es. Keine Verluste in den Schlafkammern. Die Schäden sind weitaus niedriger, als nach den Berechnungen. Das Manöver ist glimpflich verlaufen.

Die Reisenden sind fort, sie sind einfach aus der Luftschleuse gegangen, inmitten der Schockwelle.

Das Flugteam versucht sich wieder zu sammeln und die Schadensberichte zu analysieren.

Die Santiago wird von einem riesigen Datenstrom aus unbekannter Quelle getroffen – vielleicht ein Geschenk der Reisenden. Daten zu Physik, Astrophysik, Biologie, Chemie, Medizin sowie technische Baupläne für fortschrittliche Maschinen zur Fortbewegung und weiteres. Die Sternenkarten die dabei empfangen wurden, reichen rund 5000 Lichtjahre weit. Eine unglaubliche Menge an Daten! Die medizinische Daten beinhalten Informationen über eine nichthumanoide Spezies, kugelförmig und mit sehr langen Tentakeln und einem Sinnesorganschlitz, der vertikal über ihre gesamte Oberfläche verläuft. So scheinen die Gäste also in Wirklichkeit auszusehen.

Die Charaktere wollen sich die Beschädigungen des Schiffes nach der Sichtung der Daten anschauen und sie reparieren, Anatolij steht in den Startlöchern. In diesem Moment bricht Nieva zusammen. Ein medizinischer Notfall, ihre Hirnaktivität ist viel zu hoch, ihr Gehirn könnte geradezu durchbrennen. Mykah versucht sie zunächst in einer Kryptokammer zu stabilisieren. Es gelingt – die Lebensdaten stabilisieren sich und die Hirnaktivität steigt zumindest nicht mehr weiter an. Anatolij kümmert sich derweil um die Reparatur des Materiallagers.

Um Nieva herum weht ein muffiger Wind. Es ist dunkel. Sie beginnt umher zu tasten, aber da ist nichts um sie herum, lediglich der Boden unter ihr. Der Boden ist trocken und warm, rau. Sie tastet sich über den Boden voran. Sie findet nirgends Wände oder geografische Merkmale. Auf ihr „Hallo?“ hört sie ganz in der Ferne eine Stimme, kann aber nicht ausmachen, was diese sagt. Auch aus einer anderen Richtung hört sie eine unverständliche Stimme. Nieva bewegt sich auf eine der Stimmen zu. Es werden mehr Stimmen um sie herum, alle weit entfernt und unverständlich. Gefühlt ist Nieva schon seit Wochen dort. Sie hat keinen Hunger und keinen Durst.

Stimmen direkt neben ihr, ganz nah. Aber sie kann nichts um sich ertasten, obwohl sie das Gefühl hat, dass dort etwas ist. Viele Dinge. Ihre eigene Stimme antwortet mit einem „Hallo?“. Nieva fragt, wer da ist. Im Gegenzug wird sie befragt, wer sie ist und was sie hier tut. Sie antwortet und fragt, was die Wesen tun. „Wir sehen.“ Und sie sagen, Nieva würde hier kein Licht brauchen, um zu sehen. Und mit etwas Anstrengung sieht Nieva. Sie sieht eine dunkle Ebene. Die Präsenzen fordern sie auf, genauer zu sehen.

Derweil bei der Schlafkapsel, Mykah zu Anatolij: „Sie sieht im Schlaf so friedlich aus. Sie lächelt!“ Anatolij: „Bist du sicher dass das kein Zähnefletschen ist?“

Nieva versucht sich derweil auf die Präsenzen um sie herum zu konzentrieren. Sie sieht etwas undeutliches, zu fremdartig für den menschlichen Geist. Gestalten. Sie sagen, Nieva habe sich selbst hierhergebracht. Sie haben sie auf dem Raumschiff gesehen. Nieva wird allmählich gereizt, und versucht sich zu konzentrieren. Sie sieht durch den Boden unter sich die Santiago auf der Reise durchs All. „Ich sehe. Warum?!“ Sie kann förmlich durch das Schiff hindurch sehen, sieht auch ihren Körper. Die Wesen: „Du bist hier. Das ist dein Körper. Aber du bist hier. Es gibt kein hier wo du bist.“ Nieva fragt, ob sie tot sei. Die Stimme mit der sie redet antwortet belustigt, und verneint dies. Nieva kann sehen, was dazu geführt hat, dass sie in die Kapsel kam. Dann versucht sie, sich auf die Erde zu konzentrieren, um zu sehen was dort passiert ist.

Als die Atmosphäre brannte, erlosch das Feuer und die überlebenden Menschen sahen, wie merkwürdig geformte geometrische Objekte in allen Größen und Variationen dabei waren, den Planeten abzubauen. Die Maschinen griffen an. Es gibt Krieg zwischen den Überlebenden und den geometrischen Dingen. Bei den Menschen sind auch nichtmenschliche Wesen. Nakalim, die den Menschen helfen. Das Weltenschiff ist immer noch beim Asteroidengürtel, und die Marsstadt ist deutlich gewachsen.

Nieva fragt, wer die Wesen um sie herum sind. „Die Sehenden. Du wurdest berührt, so dass du sehen kannst.“ Als Nieva fragt, wie sie in ihren Körper kommen könne, sagt die Wesenheit, sie solle hinsehen. Und als sie sich erneut auf ihren Körper konzentriert, ist sie wieder zurück in sich. Und in Kryptostase.