[Spielbericht] Unity | In der Hand des Feindes

Rollenspiel

Die Aliens haben zwei menschliche Agrartechniker als Geiseln.

Daniel Banner und John McDonald. Sie drohen mit der Exekution der Gefangenen und Erzwingen so die Kapitulation der Gruppe. Das Fahrzeug wird durch die Aliens gesprengt.

Die Charaktere werden mehrere Tage lang durch den Wald getrieben, gemeinsam mit den anderen Geiseln.

Der Verletzte, der bei den Charakteren war, wurde sterbend im Wald zurückgelassen.

Der mehrtägige Marsch ist erbarmungslos und ohne Pausen.

Irgendwann stoppen sie, und geben den Gefangenen eine Schüssel mit etwas, was als Nahrung dient. Es ist scharf, aber essbar. Sie geben auch etwas sehr Saures zu Trinken aus.

Drei der Wesen sind direkt bei den Gefangenen als Wache, die anderen unterhalten sich untereinander. Den menschlichen Gefangenen wird 5 Stunden Ruhe gewährt, ehe es nach einem unsanften Wecken weitergeht. Die Aliens halten die örtliche Fauna fern; der Dschungel hallt nachts von merkwürdigen, angsteinflößenden Tiergeräuschen wider.

Die Kleidung der Aliens ist maschinell gefertigt. Sie interagieren miteinander, unterhalten sich. In den Interaktionen mit den menschlichen Gefangenen sind sie relativ zurückhaltend, kurz angebunden und forsch. Aber nicht irrational brutal; als Nieva stürzt wird ihr sogar aufgeholfen. Neben den drei Wachen sind noch sechs weitere Wesen mit im Trupp.

Nach 12 Tagen erreicht die Gruppe ein Gebiet, wo der Wald lichter wird und in felsige Hügel übergeht. Nieva nutzt ihre Hellsicht, um First Landing zu sehen. Dort sind erstaunlich viele bewaffnete Leute mit Schutzausrüstung auf den Straßen. Anatolij geht davon aus, dass die Wesen die Gruppe südwestlich von First Landing bringen. Durch die Felsen geht es in Richtung der Berge.

Nachts bricht McDonald sich bei einem Sturz den rechten Knöchel. Er darf durch Mykah medizinisch notversorgt werden, muss aber getragen werden. Die Wesen werden ungeduldig, der Weg geht weiter. Jetzt Richtung Süden, an den Bergen entlang. Drei bis vier Tage. Die Gefangenen tragen den Verletzten abwechselnd, sind selbst am Ende ihrer Kräfte. McDonalds Verletzung verschlechtert sich zusehends.

Ein Geräusch ist zu hören; ein Flugzeug aus Richtung von First Landing. Ein Jet aus menschlicher Fertigung. Er passiert den Trupp in ca. einem km Entfernung. Die Wesen stoppen und diskutieren hektisch miteinander. Dann treiben sie die menschlichen Gefangenen unerbittlich im Laufschritt voran. Nur unter größter Anstrengung kann McDonald mitgetragen werden. Es geht wieder in Richtung Wald. Bei der nächsten Pause im Wald bauen die Gefangenen unter strikter Beobachtung eine Trage.

Der Gewaltmarsch dauert wochenlang an; die Charaktere verlieren jegliches Zeitgefühl. Sie sind entkräftet, verdreckt, ausgemergelt. Die Reste ihrer Kleidung sind nur noch Fetzen, und bei jeder Pause brechen sie förmlich zusammen, ihr Schlaf gleicht einer tiefen Bewusstlosigkeit. Wann immer Nieva sich lautstark beschwert, lachen die Wachen. Sie amüsieren sich sehr über die klagende Pilotin.

Später entreißt Banner, einer der Agrartechniker, einer der Wachen das Gewehr und erschießt sie. Er wird daraufhin niedergeschossen. Er lebt noch, hat aber keine großen Überlebenschancen. Nieva beendet sein Leid ohne Wissen der anderen; sie ist zornig, dass er durch seine Aktion das Leben aller in Gefahr gebracht hat.

Die Wesen schreien und streiten sich, die Gefangenen müssen sich in einer Reihe hinknien. Die Wesen scheinen sich zu streiten, wie es nun weitergeht. Aber es wird entschieden, die Gefangenen weiter anzutreiben und nicht zu exekutieren.

Inzwischen gibt es alle 48 Stunden 8 Stunden Rast. Wann immer es zu einer Pause kommt, sinken die Menschen zu Boden und schlafen.

Die Wache, die rudimentäres Englisch spricht, betrachtet McDonalds Bein und redet mit seinen Leuten. Er sagt zur Gruppe: „Neun Sonnen“, die Charaktere wissen aber nicht, ob das bedeutet, dass sie in neun Tagen irgendwo ankommen werden, oder McDonald dann getötet wird.

Anatolij fragt die Wache nach ihrem Namen.

Die Wache benennt seine Gruppe als Xaal’Tul.

Die Menschen bezeichnen sie als Zeltas.

Die Wache hebt eine Hand und sagt dabei „Uriki“.

Es scheint kein Eigenname zu sein, als Anatolij sowas fragt, reagiert das Wesen zornig, und Anatolij weicht beschwichtigend zurück und kniet sich wieder hin.

In den nächsten Tagen stoßen mehr Wesen zum Trupp. Die Bäume des Waldes werden in diesem Areal immer größer. Die Vegetation ändert sich, es gibt weniger Unterholz und Tierlaute. Das Gelände wird abschüssig. Nieva ist wie in Trance, für mehrere Tage. Man kann sie nicht ansprechen.  

Am Nachmittag des achten Tages (seitdem die Wache „Neun Sonnen“ gesagt hatte) erreichen sie eine riesige Felswand mit einer großen Öffnung, die bearbeitet wurde. Inzwischen sind 30-40 Aliens zugegen. Sie bringen die Gefangenen in die Höhle, tief hinein.

Nieva ist während ihrer Trance auf der Brücke des Schiffs. „Großmutter, du musst in den Chor einstimmen!“ Nieva weiß nicht, was los ist. Ihre Enkelin fordert jemanden mit Klemmbrett auf, Nieva alles zu erklären. Er scheint sie zu kennen oder ihr schon mal begegnet zu sein. Sagt, er kennt sie von der Einweihung der Akademie. Er führt Nieva durch das Raumschiff. Es gibt laut seiner Aussage eine kleinere Konfrontation mit den „Solis“. Er bringt sie zum Admiralsquartier. Anscheinend wird Nieva also später Karriere machen. Und 21 leibliche Kinder haben. Und 90 adoptierte. Nieva scheint aktuell unter einer temporalen Demenz zu leiden. Sie erhält Medikamente von dem Mann mit Klemmbrett. Telepathen ihres Ranges in fortgeschrittenem Alter neigen wohl dazu, ihr Bewusstsein unkontrolliert in verschiedene Abschnitte ihres Lebens zu projizieren. Menschliche Psioniker haben diese Fähigkeit eigentlich nicht. Nur Nakalim, Solis und Xaal können das. Sie solle sicher in ihrem Quartier bleiben, dann kämen die Erinnerungen in den folgenden Stunden zurück. Sie nutzt die Zeit, um die Geschichtsdatenbanken auf einem Datenpad nachzulesen; ihre Sicht verschwimmt. Sie legt das Pad beiseite, betrachtet sich im Spiegel. Sie sieht normal aus, aber ihr drittes Auge ist zu. Als sie es aufschiebt, sieht sie zunächst eine brodelnde violette Masse; danach einen blinden Augapfel.

Aus dem Bad hört sie eine Stimme. Ihre eigene. „Wie oft hatten wir diese Situation schon. Hör doch einfach auf mich.“ Diese Nieva sieht sehr sehr alt aus. Sie bedankt sich, dass Nieva ihre Tabletten genommen hat. Nieva fragt ihr älteres Ich, wie sie zurück in ihre Zeit kommt. Ihr älteres Ich ist ziemlich zotig, und hat großen Spaß an ihren Fähigkeiten und ihrer Zeitwahrnehmung. Sie führen ein kleineres Streitgespräch. Bald sei Nieva wieder in temporaler Gleichzeitigkeit, und das Gleichgewicht ihrer Kontinuen sei wiederhergestellt. Nieva fragt nach ihren künftigen Kindern und deren Vater; sie ist froh von sich zu erfahren, dass ihre Kinder definitiv nicht von Anatolij sein werden (Anatolij wäre darüber ebenfalls froh, wäre er bei dem Gespräch zugegen), sie den Vater ihrer Kinder aber bereits kennt. Sie ist neugierig, ihr älteres Ich verrät aber nichts. Es gibt Andeutungen auf Gesellschaftsspiele. Ihr älteres Ich will ihr alles erklären, was auf Unity mit den Xaal passiert ist.

In dem Moment wacht Nieva mit einem Schrei in der Gegenwart auf. Anatolij erschreckt sich und lässt sie fallen. Durch den Schrei erschrecken auch die Xaal’Tul sich, und richten die Waffen auf Nieva. Die Situation kann zum Glück friedlich aufgelöst werden.

Sie führen die Gefangenen weiter, während Nieva erzählt, wie viele Kinder sie haben wird und dass sie lebend aus der Sache rauskommen werden.

Anatolij ist super irritiert von einigen der Dinge die Nieva erzählt, und schaut geradezu hilfesuchend zu den Wachen. Eine der Wachen deutet auf Nieva und sagt „Utran“.

Nieva unterhält sich mit Mykah über ihre Fähigkeiten.

Die Gefangenen werden weiter nach unten gebracht, sehr sehr tief hinein ins Dunkel.

Nach einer sehr weiten Strecke in die Tiefe wird die Sicht allmählich besser, die Wände leuchten ganz leicht. Das entstammt direkt dem Gestein.

Die Wände des Tunnels zeigen Reliefs der Wesen, die sie bei Alltagstätigkeiten zeigen. Sehr kunstvoll angefertigt. Die Motive wiederholen sich, aber Werkzeuge, Pflanzen etc. sehen im Laufe der Zeit anders aus, man sieht eine Art Entwicklung/Veränderung im Stil.

Die Xaal’Tul berühren bestimmte Reliefs, auf denen eine Art großer Baum abgebildet ist, der aussieht als würde er brennen.

Jetzt geht es ebenerdig weiter durch den Tunnel.

Bei der nächsten Abbildung des brennenden Baums sieht man Darstellungen der Aliens, die am Boden liegen.

Während sie weitergehen, stoßen die Alien um sie herum Laute aus; es klingt angenehm, vielleicht eine Art von Gesang. Die Charaktere sehen Tageslicht. Weit über ihren Köpfen sieht man ein Blätterdach. Es gibt mehrere, ca. einen km hohe Bäume hier. Dazwischen stehen Gebäude aus Stein. Sie sehen alt aus, ein wenig vergleichbar mit mittelamerikanischen Steingebäuden, stilistisch. Es sieht aus wie eine Stadt. Dort sind sehr viele Xaal unterwegs. Zwischen den Bäumen hängende Kabel leuchten und dienen als Straßenbeleuchtung. Die Gebäude sehen alt und bemoost aus, sind aber bewohnt. Fahrzeuge sind nicht zu sehen. Man bringt die Gruppe zu einem der große Gebäude. Die Wache die ihre Sprache spricht bedeutet ihnen, in einen Nebenraum zu gehen und zu warten. Dort werden die Gefangenen eingeschlossen. Es gibt Nahrung und Trinken. Es sind nun genau die neun Tage vergangen, die die Wache genannt hatte.

Die Gruppe wartet und ruht; sie schlafen. Endlich Ruhe. Egal wie es weitergeht, die Erschöpfung fordert ihren Tribut.

Nach unbestimmter Zeit geht die Tür auf und ein sehr kleiner Alien fordert sie auf mitzukommen. Er hat sechs weitere Leute dabei, auch den, der mit ihnen gesprochen hatte.

Man führt die Gefangenen auf einen großen Platz; überall stehen Leute. Manche von ihnen gestikulieren lautstark und aufgebracht in Richtung der Menschen.

Der Weg führt sie zu einem sehr großen Bauwerk.

Das Wesen, das sie geholt hatte, sagt: „Ihr werdet jetzt erfahren was mit euch passiert.“

Sie werden eine sehr steile Treppe hinaufgeführt. Die Gänge in dem Gebäude sind mit Fackeln ausgeleuchtet. Man kann rituell klingenden Gesang hören. Die Gefangenen werden in eine Kammer gesperrt, wo sie warten sollen. „Bis zum Ende.“

Der Raum ist voller Knochen. Aufgeschichtet in mehreren Stapeln liegen die Überreste von Menschen. Sie sind rund zweihundert Jahre alt. Es sind fünfzig Schädel an der Wand aufgereiht, und auf jedem Schädel steckt eine Kerze. Die Gebeine stammen von Menschen aller Altersklassen, auch viele Kinderknochen sind darunter.

Der rituelle, im Hintergrund hörbare Gesang verklingt. Nach einigen Minuten öffnet die Tür sich, und der, der sie hereingebracht hat, kehrt zurück. Er fordert sie auf, mitzukommen. Die Gruppe wird zu einer Befragung gebracht. In einer Kuppel, deren Wände von den Aliens gesäumt werden, sollen sie eine Art Podest in der Mitte des Raumes betreten.

Es erklingt wieder Gesang. Er scheint aus anders strukturiertem Stein, aus Lautsprechern, zu kommen.

Die Aliens sagen alle einzeln in Richtung der Menschen die Worte „Mörder“ und „Monster“.

Als Anatolij versucht zu erklären, dass nicht alle Menschen jemanden getötet haben, aber einräumt, dass Banner eine Wache getötet hat und einige Menschen ein Gelege zerstört hat, tritt ein Alien vor und sagt „Mörder von Turi. Mörder von Xaal. Zeltas.“ Mykah fragt „Wer ist Turi“ – daraufhin holt einer der Aliens den Schädel eines menschlichen Kindes aus der Tasche und wirft ihn vor die Gruppe.

Die Charaktere versuchen zu erklären, dass sie das nicht wollten. Nichts Böses tun wollten.

Die Wesen sprechen mehrfach reihum das Wort „Zeltas“. Dann werden die Gefangenen von der Wache abgeholt, die mit ihnen während des Marschs gesprochen hatte. Sie werden vor eine prachtvolle Tür gebracht, die sich mit einem Summen öffnet.

Die Wache sagt „Letzter Gang vor Dunkelheit.“

Der Gang ist von Reliefs gesäumt. Ähnliche Darstellungen wie in dem Tunnel. Sie wurden mit modernem Werkzeug gefertigt, ins Gestein geschmolzen. Auf den Reliefs sieht man sie beim Ackerbau, beim Bau von großen Gebäuden, Schifffahrt, man sieht eine Weltkarte mit Symbolen. Gebäude und Schiffe werden immer größer. Dann zeigen die Reliefs eine Stadt voller Leute, und wie aus dem Himmel ein Feuerball kommt. Einige Aliens werden nebeneinander liegend dargestellt, tot?

Dann sieht man gebückte Aliens und ihnen gegenüber Menschen. Die Menschen auf den Darstellungen stehen neben den liegenden Figuren. Man sieht eine Stadt wo Aliens und Menschen sind. Dann Darstellungen, wo Menschen und Einheimische getrennt zu sehen sind. Dann dieselbe Darstellung, aber Feuer zwischen Einheimischen und Menschen. Und Einheimische liegen am Boden. Daraufhin Szenen mit menschlicher Architektur, wie dort Menschen stehen und Xaal dort auf den Feldern arbeiten.

Einheimische und Menschen im Kampf miteinander. Es wird eine brennende Stadt der Einheimischen gezeigt. Eine große Stadt der Einheimischen wird brennend gezeigt, tausende von toten Xaal. Darüber am Himmel ist ein großer brennender Ball. Die nächsten Reliefs zeigen Xaal, die Menschen jagen; eine brennende menschliche Siedlung und viele tote Menschen. Jubelnde Xaal. Dann eine Darstellung, wie Menschen in den Wald getrieben werden, zu einer Xaal-Stadt, wo Menschen auf den Feldern arbeiten und weniger werden. Die letzte Darstellung zeigt die Tür, vor der die Charaktere sich nun befinden. Auch auf dem Relief stehen Menschen vor dieser Tür.

Nieva stellt fest, dass sie über ihre Datenbuchse einen Funkspruch empfängt. Ihre Position wird angepeilt. Man wolle sie da rausholen. „Gehen Sie in Deckung!“

Man hört lautes Donnern, und die Verbindung bricht ab.  

[Das war eine sehr intensive Session. Die Todesangst der Charaktere, einem ungewissen Schicksal entgegengetrieben, der Versuch eine Kommunikation aufzubauen – denn mit Wesen, mit denen man kommuniziert, die tötet man vielleicht nicht ganz so gedankenlos – das diente alles der Chance, lebend aus diesem Alptraum zu entkommen. Und über allem schwang immer noch die Neugier mit, zu erfahren wo die Wurzel dieses Konflikts war.]

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