[Spielbericht] BIOHAZARD – Übermacht

Rollenspiel

„Camp Hope steht vor einer wichtigen Entscheidung, außerdem droht eine überwältigende Übermacht. Ein Überleben erscheint unwahrscheinlich.“

Inzwischen ist es Februar.

Dr. Demilio und die mit ihr geretteten Überlebenden haben begonnen sich einzuleben, und die Gemeinschaft von Hope. Der Alltag – sofern man davon in einem globalen Ausbruch einer Art von Zombieseuche sprechen kann – hält Einzug.

Bis Beths Satellitentelefon klingelt. Sie nimmt den Anruf allein entgegen. Ihr Handler Frau Scheller meldet sich und gibt das Gespräch dann weiter an ihre Vorgesetzte, Direktorin Fontana. Diese erteilt Beth eine Mission: Die Überführung von Dr. Demilio zu vorgegebenen Koordinaten in exakt 48 Stunden. Beth hat Fragen, beschreibt den Angriff des Militärs auf den Doktor. Fontana geht darüber hinweg, beschreibt die Armeeeinheit als abtrünnig und sagt, es gehe um den Schutz von Dr. Demilio. Sie beendet das Gespräch mit „Sie sind reaktiviert.“

Beth erzählt Chayo und Jayden von diesem Telefonat. Während Chayo sich Sorgen macht wie die Loyalitäten der CIA-Agentin wohl sein mögen, ist Jayden schlicht und ergreifend davon abgestoßen, wie stolz Beth auf ihre Arbeit ist. Er geht lieber auf die Jagd, um sich davon abzulenken.

Ihm fallen einige Aasvögel auf, und er findet einen großen Eber, der tot auf der Seite liegt. Er wurde offensichtlich aufgerissen. Und anhand der Spuren lässt sich sagen: Von innen. Irgendwas hat ihn von innen aufgerissen.

Angeekelt nimmt Jayden Abstand. Die Lust auf jagen ist ihm vergangen, und er will in der Siedlung warnen, so dass niemand verunreinigtes Fleisch zu sich nimmt und sich vielleicht etwas Ähnliches einfängt.

In Hope befragen Chayo und Beth die gerettete Dr. Demilio. Sie ist eher zurückhaltend dabei – sei im Laufe ihrer Karriere Leuten auf die Füße getreten, unter anderem Generälin Fontana. Die Information, dass diese nun das CIA leitet, macht ihr sichtlich Sorge. Fontana sei für den Atombombenabwurf auf LA und die Auslöschung New Yorks verantwortlich gewesen. Sie will auf keinen Fall ausgeliefert werden, und die Behauptung dies diene ihrem Schutz sei eine blanke Lüge.

Die Gruppe ist unschlüssig. Jayden und Chayo sind nicht bereit, den Doc gegen ihren Willen dem CIA oder Militär auszuliefern.  Chayo hat schon früher oft genug Leute an andere Kartell-Sicarios ausgeliefert, um mit so dreckigem Menschenhandel nichts mehr zu tun haben zu wollen.

Beth versucht über einen Geheimcode und eine verschlüsselte Verbindung Scheller noch mal zu erreichen, da sie ihr vertraut. Scheller bestätigt: Die Militärpatrouillen ermorden Zivilist:innen. Noch gebe es keine entsprechenden Planungen für Hope, da wir für Fontana dank Beth noch als Aktivposten gelten. Im Großraum um Clear Lake sind insgesamt vier Patrouillen aktiv. Man wolle dort ein weitläufiges Sicherheitsgebiet schaffen. Scheller sichert Beth zu, Nachforschungen anzustellen. Und sie warnt: „Die holen sich Demilio, wenn du sie nicht auslieferst.“

Kate nutzt derweil die Zeit, um mit Amberly Zeit zu verbringen. Und um Jayden viel über ihre und Chayos Vergangenheit zu erzählen. Zu viel für Jayden, der weder wissen will, dass und wie Chayo Leute ermordet hat, noch, wie Kate gegen ihren Willen zur Prostitution gezwungen wurde. Das stört sein inneres Gleichgewicht, was Kate eine diebische Freude bereitet. Sie liebt es, zu provozieren. Jayden erwägt, den Priester zu bitten, nach Kate zu sehen, in Sachen Seelsorge (nicht, dass Kate da mitmachen würde).

Er ist geradezu erleichtert, als Beth ihn und Chayo ranholt, um von dem Gespräch mit Scheller zu berichten. Planungen gehen hin und her. Ließe sich der Tod von Dr. Demilio faken? Einfach so tun als ob? Das wird Fontana ihnen nie abkaufen, und das wissen sie auch.

Zumindest lässt sich der erbeutete militärische Laptop endlich mittels eines Codes des Docs entschlüsseln.

Es finden sich Personaldaten, Patrouillenrouten, Gruppierungen und weitere Informationen.

Die Patrouillen haben jeweils nur eine Stärke von zwölf Personen. Damit lässt sich umgehen.

Die Gesamtzahlen und Informationen sind dagegen besorgniserregender:

Außenposten in Nordkalifornien: Oroville Damm, San Diego, Edwards Airforce Base, Großraum Clear Lake.

Aktive Soldat:innen des Militärs: 95 000

Zivilist:innen zur Umsiedlung: 1,5 Millionen

Ausdehnung der Sicherheitszone: Bundesstaaten westlich der Rocky Mountains

Andere Gruppierungen von Überlebenden:

In Oregon, auf Wizard Island im Crater Lake gibt es eine Miliz.

Südlich von San Fransisco ist eine Gruppierung, die sich Freie Kalifornische Armee nennt. Es gehören mehrere tausend Menschen zu dieser Gruppe, aus Regierungssicht sind sie eine Gefahr. Sind das die, denen die Gruppe auf dem Weg vom Flüchtlingscamp weg schon begegnet war?

Schwärme:

Westlich der Rocky Mountains gibt es sieben große Infizierten-Schwärme. Es sind zwischen 7 und 12 Millionen Infizierte. Alles östlich der Rocky Mountains ist an die Infektion gefallen und gilt als schwarze Zone.

Neben all diesen teils eher besorgniserregenden Informationen finden sich wenigstens auch Zugangsdaten für das abgeriegelte Versorgungslager unter dem Krankenhaus.

Die Charaktere müssen noch einiges erledigen, ehe sie zum Krankenhaus aufbrechen. Es sind noch 24 Stunden bis zum vorgesehenen Treffen mit dem Militär. Einen Plan dafür gibt es immer noch nicht, aber vielleicht findet sich im Versorgungslager ja etwas, was hilft.

Mit den Leuten vom Sutter Lake Hospital wird ein Deal gemacht: Chayo, Beth und Jayden testen den Zugangscode und setzen sich dem aus, was auch immer sie dort finden. Da das Versorgungslager unter dem Krankenhaus liegt, wird am Ende 50:50 gemacht.

Nach Codeeingabe öffnet die Sicherheitsschleuse. Sie können hineingehen, aber hinter ihnen geht die schwere Metalltür wieder zu.  

In dem tiefgelegenen Bunkerraum, der eine beklemmende Enge aufweist, sind jede Menge Regale voller Kartons. Die Kartons und auch die Wände tragen ein Logo, ein stilisiertes A.

Anhand der Informationen, die auf dem militärischen Laptop waren, können sie es zuordnen: Projekt Avalon. Mehr wissen sie allerdings noch nicht.

Bei einer Inspektion der Kartons finden sich allerlei haltbare Lebensmittel, aber auch Waffen und Munition. Sogar große Waffen. Chayo ist begeistert.

Aber dieses Gefühl hält nicht lange an. Aus einigen schon geöffneten Kartons steigen große, fliegende Insekten auf. Es wird wärmer. Sie scheinen zu glühen. Der Raum erhitzt sich weiter. Chayo und Beth eröffnen das Feuer auf sie. Die Wirkung ist begrenzt, da immer mehr von den Kreaturen aus dem Lagerraum strömen. Sie brennen sich sogar durch das Metall der Regale.

Jayden bearbeitet hektisch die Temperatureinstellungen des Raums und die endlich anspringende Sprinkleranlage. Durch die weitere, forcierte Erhitzung und den plötzlichen Kontakt mit Wasser platzen die Wesen auf.

Verschwitzt, mit Verbrennungen und ziemlicher Sorge sehen die Überlebenden sich um. Einige der Kartons sind von außen manipuliert worden. Diese Wesen waren also eine bewusst gelegte Falle. Merkwürdig. Aber immerhin, ein Teil der Vorräte kann geborgen und mit dem Krankenhaus geteilt werden, wie besprochen.

Man bezieht die Bewohner des Sutter Lake Hospitals zudem in die Planungen betreffs der feindlichen Streitkräfte ein. Gemeinsam soll für die Truppen, die den Doc holen wollen, ein Hinterhalt gestellt werden. Sutter Lake schickt dafür einige ihrer Leute mit.

Zurück bei Hope ist Sergeant Brown, der Anführer der Miliz und ebenfalls Mitglied im Rat, ziemlich sauer darüber, dass solche Entscheidungen ohne ihn getroffen werden. „Klar, dann redet halt nicht mit mir. Nichts Neues.“ Aber auch er teilt Leute für den Angriff ein.

Die Abordnung aus Hope und Sutter Lake Hospital sind frühzeitig vor dem Treffen bei den angegebenen Koordinaten, erkunden das Areal, platzieren Minen und suchen sich gute Positionen für ein Kreuzfeuer mit den erbeuteten schweren Waffen. Der Feind rückt an, mit Jeeps und zwei Helis. Die zwölf Armeejeeps haben keine Chance, ein Teil wird durch die Minen erledigt, der Rest durch die im Hinterhalt liegenden Überlebenden. Von den beiden Helis kann einer abgeschossen werden, der zweite entkommt nach Osten.

Das war ein ziemliches Massaker, und insbesondere Jayden ist nicht glücklich mit der Zerstörung. Es gibt nicht mehr viele Menschen nach dem Seuchenausbruch, und so ein Verlust an menschlichem Leben ist daher kein Grund zur Freude.

In Hope machen jetzt alle zunächst ihr Ding.

Beth wird mit dem Satellitentelefon von der Direktorin konfrontiert und versucht sich rauszureden, eine weitere Fraktion habe angegriffen, Dr. Demilio sei getötet worden. Fontana glaubt ihr kein Wort.

Chayo hat derweil entschieden, dass sie aus dem Rat zurücktreten möchte. Sie hat nicht das Gefühl, da rein zu passen. Sie hadert mit ihrer Vergangenheit. Und gleichzeitig hat sie das Gefühl, dass Beth im Rat immer versuchen wird, ihren Willen durchzusetzen. Und auch wenn sie beteuert, eine gute Kämpferin wie Chayo trotz ihrer Vergangenheit niemals aus der Siedlung jagen zu lassen, hat Chayo immer noch Zweifel und ist sich unsicher, ob sie langfristig in Hope wird bleiben können. Zieht sie sich aus dem Rat zurück, ändert sich das Kräfteverhältnis, vielleicht übernimmt stattdessen jemand anders ihren Platz, dann kann der sich damit befassen.

Daher erwägt sie ihren Rücktritt aus dem Rat, und will sich auch mit Sergeant Brown besprechen. Als sie zu ihm sagt, dass der Rat künftig wohl eine Person weniger umfassen wird, versteht er das vollkommen falsch. „Klar, redet nicht mit mir und dann kann man mich gleich aus dem Rat schmeißen…“ Chayo entschuldigt sich für das Missgeschick. „Woah, sorry – das tut mir immer noch Leid dass wir dich nicht gefragt haben. Und nein, geht um mich. Ich will zurücktreten.“ Das nimmt er überrascht und wie üblich brummig zur Kenntnis.

Die nächsten Tage verlaufen friedlich. Besuch aus dem Coyote Valley Casino schauen vorbei, scheinen nette Leute zu sein, mit deren Siedlung sich sicherlich friedlich Handel treiben lässt.

Chayo backt Kate einen Kuchen aus dem erbeuteten Mehl.

„Dachte du hast irgendwie um die Zeit des Jahres Geburtstag. Alles Gute!“. Kate reagiert wie üblich schnippisch, scheint sich aber innerlich zu freuen. Chayo weiß nicht, dass Kate noch niemals zuvor einen Geburtstagskuchen gebacken bekam, und diese kleinen Gesten ihr mehr bedeuten, als sie sich anmerken lässt. Auch wenn sie immer betont ablehnend ist, und Chayos frühere Kartellzugehörigkeit hasst, ist sie zumindest jemand, der sich kümmert.

Kate geht mit Amberly, Beth und Chayo fischen. Beth ist nicht glücklich über den schlechten Einfluss, den Kate auf ihre Nichte Amberly hat. Aber beide scheinen sehr aneinander zu hängen, und Kates forsche Art färbt auf Amberly ab – das bringt die sonst stille Teenagerin aus gutem Haus zum Aufblühen.

Aber es konnte ja nicht ewig so gut laufen.

Mehrere Tage später, mitten in der Nacht, bekommt Beth einen Anruf von Scheller, ihrer Kontaktperson. Man kann im Hintergrund Schüsse hören, Scheller kann nur noch „Sie kommen!“ sagen. Dann bricht die Verbindung ab.

Es gibt Funkstörungen, Hope kann weder das Casino, noch die Gemeinschaft im Krankenhaus erreichen – die Nachrichten scheinen nicht durchzukommen. Daher werden einzelne Scouts dorthin geschickt um die Siedlungen zu warnen.

In Hope laufen hektische Vorbereitungen. Ein Private der Miliz eskortiert alle, die nicht kämpfen könne, zum Krankenhaus. Die hatten sich schon mal mit dem Militär angelegt, daher besteht die Hoffnung, dass die Zivilist:innen dort überleben werden und man sie hoffentlich aufnehmen wird.

Alle, die kämpfen können, positionieren sich in den bewaldeten Hügeln um die Siedlung. So dass die Siedlung selbst verlassen ist. Es liegt eine Stimmung von „letztes Gefecht“ in der Luft, es ist klar, dass der zusammengewürfelte Haufen sich nicht gegen das Militär behaupten kann.

Im Morgengrauen beginnt der Angriff. Drei Kampfflugzeuge überfliegen die Siedlung. Über die Straße am Wasser entlang kommen zwei Konvois mit gepanzerten Fahrzeugen, und durch den Wald kommen Soldat:innen. Nach groben Schätzungen sind auf der Gegenseite mindestens 500 Leute.

Ihr Anführer, ein Captain, macht eine Durchsage per Megafon. Sie wollen die Siedlung besetzen.

Es ist unklar, wo sich der erste Schuss löst. Klar ist nur, dass die Bevölkerung von Hope sich nicht kampflos ergeben will, und verzweifelt den Kampf gegen den überlegenen Feind beginnt, auch wenn ein Sieg unmöglich ist.

Die Siedlung wird von den Fliegern bombardiert, und die Überlegenheit (sowohl in Ausrüstung, Ausbildung, als auch Zahlen) des Militärs fordert ihren Tribut. Hope fällt. Der Wald brennt, und die Überlebenden versuchen zu fliehen, ehe sie vom Militär gefangen genommen werden. Alle bis auf Jayden werden geschnappt, und der Army Captain macht den Gefangenen klar, dass die Siedlung nun wieder der Regierung untersteht, und geprüft werden wird, welche Teile der Bevölkerung am Leben gelassen werden. Die verwundete Chayo, die gemeinsam mit Kate gefangen wurde, ahnt schon, dass sie wohl kaum zu denen zählt die weiterleben dürfen. Jayden schleicht sich derweil an feindlichen Wachposten vorbei und sucht nach Dr. Demilio – denn wenn der Feind sie haben will, scheint es sinnvoll, sie zu retten. Eine kleine Unachtsamkeit bringt ihn in die Bredouille – eine Wache stellt ihn, abseits der Siedlung. Und dann explodiert der Kopf des Soldaten, und eine fremde Person zieht ihn in Deckung.

Derweil in Hope: Der Widerstand ist gebrochen, und die Leute werden überprüft, um schnell zu entscheiden, wer als potentielles Risiko eliminiert werden soll.

Dann überschlagen die Ereignisse sich. Der erste Militärkonvoi explodiert in einem riesigen Feuerball. Eine fremde Fraktion greift die Army an. In dem ausbrechenden Chaos schnappt Kate sich ein Messer und schneidet dem nächststehenden Soldaten die Kehle durch. Ein wilder Kampf entbrennt. Die Bevölkerung von Hope versucht, soweit möglich, die Angehörigen des Militärs zu entwaffnen und in ihre Gewalt zu bringen. Auch der Captain kann festgehalten werden.

Die Kavallerie der Fremden prescht in die Siedlung und zerschlägt das letzte Aufbegehren des sichtlich überraschten Militärs.

Die fremde Truppe wird von Captain Stone angeführt. Mara Stone. Jayden ist fassungslos und überrascht sie wiederzusehen. Ihr geht es nicht anders. Mara, seine alte Flamme. Von der er dachte, sie sei bei LA ums Leben gekommen.

Captain Mara Stone

Man sieht: Eine sehr lange Session, in der sowohl Zeit für ruhige Erkundung und Charakterentwicklung war, als auch harte Eskalation und brutale Kämpfe, die ich ohne splatterige Details wiedergebe. Auch einige Details der NSC Verwicklungen und die Namen von später kaum vorkommenden NSCs habe ich teils ausgelassen, denn die Leserschaft muss nicht jeden nur einmal vorkommenden Private der Armee mit Vornamen kennen.

Der Grundstein für die Kampagnenkonflikte ist gesetzt, die Gruppe hat Stellung bezogen und ihren Feind gewählt. Gleichzeitig hat sie neue / alte Bekanntschaften geknüpft bzw. wiedergefunden. Weitere werden folgen.

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